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Überspannungsableiter-Eigenentwicklung vol. II

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Elektrikforum Foren-Übersicht -> Blitzschutz, EMV, Erdung & Potentialausgleich
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Fentanyl
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Anmeldungsdatum: 20.01.2007
Beiträge: 1755
Wohnort: Wetzlar (Hessen)

BeitragVerfasst am: 21.07.2008 20:28    Titel: Überspannungsableiter-Eigenentwicklung vol. II Antworten mit Zitat
Da es beim Letzten Thread einige Probleme gab, habe ich diesen hier erstellt, um weiterzumachen. Alle hier vorgestellten Ableiter sind, soweit nicht anders angegeben, stabile Versionen - also solche, die sicher unter allen zulässigen Bedingungen der Standards funktionieren.


Den Anfang machen wieder Schutzmodule für die Energieversorgung, Klassen C und D:

Einfacher Feinschutz für 1P-Wechselstrom-Kreise TNS und TT:
Interner Mindestquerschnitt: 1,5mm² bis 16A, empfohlen 2,5mm² bis 25A.
Mindestquerschnitt zur Anbindung an PAS: 1,5mm², empfohlen 2,5mm².
Mindestanschlußquerschnitt: 1,5mm² bis 16A, empfohlen 2,5mm² bis 25A.
Ableitkapazität: 8/16kA bei 8/20µs
Es muss je eine Thermosicherung 110°C/5A zwischen L und den Varistor 1 und N und den Varistor 2 geschaltet und mit den Varistoren mechanisch verbunden werden!
Wird ein Signalkontakt gewünscht, so ist eine weitere Thermosicherung erforderlich!


Und für 3P-Wechselstrom:
Hier sind mindestens 3 Thermosicherungen 110°C/5A erforderlich (L1-Varistor 1, L2-Varistor 2, L3-Varistor 3)!
Ableitkapazität: 8/20kA bei 8/20µs


Und als Kombischutzmodul C/D:
Auch hier sind wieder Thermosicherungen 110°C/5A erforderlich:
L1-R5, L2-R6, L3-R7, die wieder mechanisch mit diesen Varistoren verbunden werden müssen.
Ableitkapazität: 20/40kA bei 8/20µs
Mindestquerschnitt PE-Anbindung: 4mm² (6-10mm² werden empfohlen!)
Mindestquerschnitt Internverdrahtung: 1,5-4mm²
Mindestquerschnitt Anschlussleitung: 2,5mm² (4-6mm² wird empfohlen!)


Allgemeine Empfehlung: Thermosicherungen mit flexiblen Anschlußdrähten wählen!

MfG; Fenta


Zuletzt bearbeitet von Fentanyl am 22.07.2008 04:03, insgesamt einmal bearbeitet
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Newbie
Hallo!

Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man viele Antworten!


Fentanyl
[Moderator]
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Anmeldungsdatum: 20.01.2007
Beiträge: 1755
Wohnort: Wetzlar (Hessen)

BeitragVerfasst am: 22.07.2008 04:00    Titel: Antworten mit Zitat
Weiter gehts mit dem Schutz der Telefonleitung:

Auf die richtige Polung (a/b) ist unbedingt zu achten!!
Erweiterter Grobschutz für deutsche Telefonnetze (POTS/ISDN/ADSL/SDSL/ADSL2/ADSL2+/VDSL/VDSL2) bis 33MHz.
Anbindung an PE mit mindestens 2,5mm², empfohlen sind 4mm²!
Minimaler Anschlußquerschnitt: 0,2mm², empfohlen: 0,5mm²
Es sollten Vorsicherungen in den Adern a und b installiert werden (jeweils T160mA mit einem Mindestabschaltvermögen von 1,5kA).
Montageort: Am Hauseintritt der Leitung / nach dem APL.
die Induktivität ist eine Luftspule mit Cu-Lackdraht 1,5mm: 7 Windungen bei 12mm Durchmesser oder 5 Windungen bei 15mm Durchmesser!
Mindest-Verdrahtungsquerschnitt: 1mm² für PE, 0,5mm² für die Signaladern.
Empfohlener Verdrahtungsquerschnitt: 1,5mm² für PE und 1mm² für die Signaladern.
Übrigens kann man, wenn man möchte, für R2 einen Zinkoxid Varistor mit 130V/8-8,5kA/<25ns nehmen!
Hinweis: Den PPA würde ich via Schalter oder Jumper schaltbar machen!


Und den passenden Mittelschutz gibts natürlich auch:
Montageort ist direkt vor dem DSL-Splitter (in Installationen ohne DSL direkt vor dem NTBA). Anbindung an PAS mit mindestens 1,5mm² (empfohlen 2,5mm². Mindestanschlußquerschnitt 0,1mm² (empfohlen 0,2mm²)
Mindest-Verdrahtungsquerschnitt: 1mm² für PE, 0,5mm² für die Signaladern.
Empfohlener Verdrahtungsquerschnitt: mm² für PE und 1mm² für die Signaladern.


Nachfolgend gibts zwei neue DSL-Ableiter, der erste ist eine besonders umfassender, der Zweite eine Sparversion, die zwar in den meisten Fällen ebenfalls sehr guten Schutz bietet und ausreicht, jedoch nicht alle möglichen Szenarien abdeckt!

Montageort ist immer vor dem DSL-modem (nicht weiter als 1-1,5m entfernt von diesem). Am besten, man schließt das modul an ein Patchkabel an und baut sich so ein schützendes Patchkabel.
Erdungsverbindung sollte der erste Ableiter an die PAS mit mindestens 1mm² haben, empfohlen werden 1,5mm². Die Internverdrahtung beider Ableiter sollte mit mindestens 0,5mm² erfolgen. Die Ableiter sind kompatibel bis VDSL2 und 33MHz und bieten auch Schutz gegen schnelle ESD!
Die Induktivitäten können bei normalem ADSL bis 1MHz evtl. überbrückt werden, dies ist einfach praktisch zu testen!

DSL-Feinschutz/Feinstschutz:


DSL-Sparfeinschutz:


MfG; Fenta


Zuletzt bearbeitet von Fentanyl am 24.07.2008 11:08, insgesamt einmal bearbeitet
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Fentanyl
[Moderator]
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Anmeldungsdatum: 20.01.2007
Beiträge: 1755
Wohnort: Wetzlar (Hessen)

BeitragVerfasst am: 23.07.2008 16:35    Titel: Antworten mit Zitat
Edit: Ich hab mal die Angaben zur Luftspule geändert. nehmt lieber 5 Wdg. bei 15mm Durchmesser, ist sicherer!
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R.B.
Inventar
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Anmeldungsdatum: 29.08.2005
Beiträge: 539
Wohnort: BW

BeitragVerfasst am: 23.10.2008 11:31    Titel: Antworten mit Zitat
Hallo Fentanyl,
hier noch ein Tipp.
Schau mal in die ehemaligen Zulassungsrichtlinien für analoge Endgeräte und die entsprechenden Prüfaufbauten (alt TBR21)

Bsp.: TS103021

Da gibt es beispielsweise Tests, bei denen mit 60V Speisespannung zzgl. 90Vrms Rufspannung gearbeitet wird.

Damit Dein Überspannungsschutz diese Tests erfüllt, müsstest Du die Ansprechspannung Deiner VDR oder Suppressordioden noch einmal überprüfen.

Ach ja, bei Serienwiderständen bitte bedenken, daß damit die DC-Kennlinie des Endgerätes beeinflußt wird. Bei 2x4,7R sollte das noch kein Problem sein, aber nicht viel größer wählen.

Gruß
Ralf
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Fentanyl
[Moderator]
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Anmeldungsdatum: 20.01.2007
Beiträge: 1755
Wohnort: Wetzlar (Hessen)

BeitragVerfasst am: 28.10.2008 06:51    Titel: Antworten mit Zitat
Nee, weil die Ableitschwelle sowieso über 90V liegt. Und Widerstand hat die TAL genauso. Daher bin ich davon überzeugt, dass ein bestimmter Wert okay und hilfreich ist, um die Komponenten zu entkoppeln.

MfG; Fenta
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matradix
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Anmeldungsdatum: 04.06.2011
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 04.06.2011 08:20    Titel: Antworten mit Zitat
Hallo Fenta,

habe den Grob und Mittelschutz für den Telekom Hausanschluss nachgebaut und den Grobschutz schon erfolgreich ins Haus eingebaut.
Nun wollte ich gestern noch den Mittelschutz vor den Splitter hängen. Als ich ihn angeschlossen hatte, bemerkte ich das die Suppressordiode D1 oder D2 heiß wurde. Also schnell wieder abgehängt und alles mal nachgemessen. Dabei stellte sich heraus, dass mein Hausanschluss 96 Volt auf der Leitung hat. Ich weiß, ist etwas hoch. Funktioniert aber schon Jahrelang ohne Probleme mit DSL light und ISDN. Bis zur Vermittlungsstelle sind es schätzungsweise ca. 5 Km. Vielleicht kompensiert die Telekom die Leitungslänge mit der hohen Spannung?

Nun würde ich natürlich schon gerne einen Mittelschutz vor den Splitter hängen. Was meinst du? Suppressordioden mit 100V? Der Scheiben VDR mit 95V kommt mir in dem Fall auch etwas knapp bemessen vor.
@R.B. Einwand ist somit berechtigt.
Habe gerade mal in der technischen Beschreibung der Telekom nachgeschaut. Da ist die Rede von einer Leerlaufspannung zwischen 20V und 105V. Somit sollte die Schaltung in der Tat anders ausgelegt werden Exclamation
Mit welcher Spannung hast du denn gerechnet?

Schönen Gruß
Matthias
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elo22
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Anmeldungsdatum: 17.03.2005
Beiträge: 4668
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 04.06.2011 10:08    Titel: Antworten mit Zitat
matradix hat folgendes geschrieben:
habe den Grob und Mittelschutz für den Telekom Hausanschluss nachgebaut und den Grobschutz schon erfolgreich ins Haus eingebaut.


Wir sollten schon darauf hinweisen deas es nicht erlaubt ist ins Telefonnetz einzugreifen.

Lutz
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patois
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Anmeldungsdatum: 22.10.2009
Beiträge: 8001

BeitragVerfasst am: 04.06.2011 10:33    Titel: Was sagt denn die Versicherung dazu? Antworten mit Zitat
Da diese ganzen "Basteleien" ja weder ein CE-Zertifikat besitzen noch VDE oder ähnliches geprüft sind,
würde ich jedem übereifrigen Nachbastler mal empfehlen Kontakt mit seiner Versicherung aufzunehmen,
um zu klären, ob nach dem Einbau dieser "Schutzschaltungen" der Versicherungsschutz im Brandfall noch Bestand hat.

Es gibt sehr viel Kleingedrucktes, das im Schadensfall greifen wird.

Dass auf den Ersteller und Poster dieser "Bastler-Schaltungen" letzten Endes auch noch Regress-Ansprüche zukommen könnten,
ist sicher nicht ganz von der Hand zu weisen.

Obwohl ich selbst auch gern bastle, aber diese hier geposteten Schaltungen und deren Verwendung sind versicherungstechnisch
ein großes Risiko.

Greetz
Patois
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master007
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Anmeldungsdatum: 30.06.2011
Beiträge: 9

BeitragVerfasst am: 03.07.2011 15:20    Titel: Antworten mit Zitat
Hallo,

ich suche momentan nach einer Lösung für einen Blitzschutz in Italien. Siehe hierzu auch Thread: http://www.elektrikforum.de/viewtopic.php?p=130265#130265

Die hier vorgestellte Blitzschutzschaltung für Telefonleitungen (Grob/Feinschutz) scheint mir grundsätzlich auch für Italien geeignet (oder gibt es irgendwelche Bedenken wegen Unterschiedlicher Spannungen etc. im Italienischen Netz? -> werde nächstes WE mal messen, ob hier Unterschiede zu DE sind).

Folgende zwei Fragen habe ich noch zu den Bauteilen:
1) Scheiben VDR: 95V 4,5KA, <25 -- habe bei RS nur einen mit 6KA gefunden. Ist dieser auch OK?
2) Kapazitätsarme Diode 800V/1A .. tut es da eine normale 1N4006 oder ist die nicht "Kapazitätsarm" ?

Viele Grüße,
Master007
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79616363
Inventar
Inventar


Anmeldungsdatum: 05.05.2008
Beiträge: 4442

BeitragVerfasst am: 03.07.2011 19:27    Titel: Antworten mit Zitat
Ähm, wo siehst Du in der Schaltung von Fentanyl irgendwo ne normale Diode? Ich seh dort nur Supressordioden und ist ja nun mal was ganz anderes als ne 1N400x?!?!

Ah jetzt ja, da hat es in der Schutzschaltung für's Telefon doch ne normale Diode.

Hmm, ne 1N400x ist langsam, ich denk da wollt Fenta wohl eher auf ne superschnelle Gleichrichterdiode raus (z.B. ne SF18 oder SF28).

Zitat:
...habe bei RS nur einen mit 6KA gefunden...


Mehr ist (in dem Fall) immer gut Laughing

Ich will Dir nicht zu nahe treten, aber hast Du die Schaltung verstanden und weisst worauf es ankommt?

Blitzschutz ist nun mal kein Spielplatz und da kommt's auf die drolligsten Sachen an (incl. Leitungsführung und Leitungsdimensionierung).
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