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Fehlersuche bei schleichendem Erdschluss leicht gemacht

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manuel82
Master Member
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Anmeldungsdatum: 25.02.2011
Beiträge: 152
Wohnort: Pyhra, Bezirk St.Pölten Land

BeitragVerfasst am: 09.12.2011 16:44    Titel: Fehlersuche bei schleichendem Erdschluss leicht gemacht Antworten mit Zitat
Hallo zusammen!

Ich möchte euch eine Methode vorstellen, die mir die Fehlersuche an einer Anlage wesentlich erleichtert hat: Die Leckstrommessung

Wer kennt die Situation nicht... Der FI löst aus und man begibt sich auf die Suche. Sollte kein satter Erdschluss vorliegen und "hält" der FI wieder, kann es mitunter schwierig werden, den Fehler zu lokalisieren. Gerade bei großen Anlagen, wo Abschaltungen problematisch sind, kann man schnell verzweifeln.

Oftmals werden solche Fehler mittels Isolationswiderstands-Messung geortet.

Die Nachteile dieser Methode:

- Der betreffende Stromkreis muss spannungsfrei geschalten werden.
- Angeschlossene Verbraucher können schnell das Messergebnis so verfälschen, dass die Messung keine Aussagekraft mehr hat. Beispielsweise Verbraucher, welche standardmäßig erhöhte Ableitströme aufweisen.
- Bei Stromkreisen, wo Steuerungen (Schütze, Relais, etc.) mitwirken, sind im spannungsfreien Zustand oft nicht alle Pfade durchverbunden, wo folglich auch nichts gemessen werden kann.
- Bestimmte Verbraucher haben im spannungsfreien Zustand einen hohen Isolationswiderstand und werden erst im Betrieb niederohmig.
- Empfindliche Verbraucher können durch die hohe Messspannung beschädigt werden.
- Bei örtlich ausgedehnten Installationen kann es schnell passieren, dass der betreffende Stromkreis zwar spannungsdfrei geschalten wurde, aber benachbarte Stromkreise eine schwache Spannung induzieren (auch zwischen L+N gegen PE) und somit eine Riso Messung garnicht möglich ist.

Abhilfe in diesem Szenario schafft die sogenannte Leckstrom - Messzange.

Im Prinzip eine normale Messwandlerzange, welche aber die Eigenschaft hat, auch Ströme im mA-Bereich genau zu erfassen. Leckstromzangen sind ab ca. € 200,- erhältlich. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass die Zange True RMS hat und die Möglichkeit bietet, Fehlerströme mit dem Vielfachen von 50Hz (Oberwellen) auszublenden.
Ferner sollte die Zange eine sehr hohe Messwert-Erfassungsrate haben. Grund: Ist der Fehlerstrom so hoch, dass der FI gleich auslöst, lässt sich mit einer "schnellen" Zange dennoch was messen Wink

Die Handhabung ist denkbar einfach. Im Prinzip kann man sich die Zange als FI mit Monitor vorstellen. Man klemmt den Messwandler um den zu messenden Stromkreis (L und N oder L1,L2,L3 und N) und das wars. Die Zange misst einfach gesagt die Differenz zwischen dem Strom, der zum Verbraucher fließt und dem, der zurück kommt. Im Normalfall sollte die Differenz nahe bei Null liegen. Im Fehlerfall kommt aber nicht alles zurück, was auch rausfließt - ein Teil fließt über die Erde ab. Genau diese Differenz wird nun angezeigt. Dass die Werte in der Praxis nie bei Null liegen, liegt daran, dass jede Installation wie auch jeder Verbraucher einen Ableitstrom hat und auch Blindströme mitwirken.

Gemessen wird von der Wurzel aus beginnend bis zum Verursacher des Fehlers. Sollte der Fehlerstrom so hoch sein, dass der FI gleich fällt, kann man - wenn sicherheitstechnisch vertretbar (dennoch meist illegal) - den Stromkreis nur mit Nullung betreiben. In den meisten Fällen dient ja der FI nur als Zusatzschutz und die Nullung sollte funktionieren. Alternativ lässt sich mit einer schnellen Zange wie oben erwähnt auch bei Auslösung des FI's was messen. Gute Zangen bieten die Möglichkeit, den höchsten Wert zu speichern. Wichtig ist, dass während der Messung alle Verbraucher des zu messenden Stromkreises angeschlossen und eingeschalten sind! Eine Besonderheit bilden konventionelle Vorschaltgeräte von Leuchtstofflampen sowie Schütze und Stromstoßschalter (kurz gesagt alle Betriebsmittel, wo Spulen mitspielen) - hier lassen sich Fehlerströme durch Ein- und Ausschalten gut reproduzieren (-> Spannungsspitzen durch Selbstinduktion).

Einen feinen Vorteil hat die Zange noch - Sollte bei einem Stromkreis ein "falscher" N-Leiter oder Außenleiter (von einer anderen FI-Gruppe, Verteiler oder Stromnetz) den Fehler auslösen, lässt sich auch dieser sehr rasch auffinden.

Eine Leckstrom-Messzange lässt sich in der Regel auch zum Messen von Betriebsströmen verwenden.

Hier ein paar Werte aus der Praxis:

Messung beim FI in einer 100m² Wohnung - ca. 3 bis 5 mA
Messung beim FI einer Büroinstallation (ca. 20 Rechner in Betrieb) - ca. 4 bis 6 mA
Messung beim FI - Lichtstromkreise, ca. 30 Leuchten @36W mit EVG - ca. 2 - 5mA

Ab 10mA lässt sich grob sagen, dass meist schon ein Fehler vorliegt.
Ein 30mA FI löst in der Regel bei ca. 22mA aus(Durchschnitt von ca. 1000 Messungen - FI´s verschiedener Hersteller).

Zum Schluss sei vielleicht noch zu sagen, dass wohl die Schweizer als Erste erkannt haben, dass die Leckstrommessung sehr wohl eine Aussagekraft über den Zustand einer Anlage hat. Daher ist lauf NIN 1000 (Schweizer Regelwerk für die E-Installation) bei wiederkehrenden Prüfungen auch eine Leckstrommessung zulässig. Der Wert wird ins Protokoll eingetragen.

Der Grenzwert liegt, soweit ich weiß, bei 30mA pro Stromkreis.

Ich hoffe, vielleicht Einigen hier mit dieser Info eine Hilfe gegeben zu haben.

Gruß aus Österreich,

Manuel


Zuletzt bearbeitet von manuel82 am 09.12.2011 17:53, insgesamt einmal bearbeitet
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Hallo!

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AgentBRD
Inventar
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Anmeldungsdatum: 09.10.2011
Beiträge: 1598

BeitragVerfasst am: 09.12.2011 17:11    Titel: Antworten mit Zitat
Beiträge wie diese sind es, die einem Forum erst eine gewisse Würde und Authorität verleihen. Das ist eine sehr schöne Arbeit mit zusätzlichem Tutorial-Charakter.

Von meiner Seite: Gut gemacht! Danke!
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manuel82
Master Member
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Anmeldungsdatum: 25.02.2011
Beiträge: 152
Wohnort: Pyhra, Bezirk St.Pölten Land

BeitragVerfasst am: 09.12.2011 17:54    Titel: Re. Antworten mit Zitat
Danke! Very Happy
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ego1
Inventar
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Anmeldungsdatum: 12.11.2006
Beiträge: 4669
Wohnort: Köln

BeitragVerfasst am: 09.12.2011 19:15    Titel: Antworten mit Zitat
Danke für den guten Beitrag! Very Happy
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