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Sat Anlage in Netzwerkschrank Schleifen Problem

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Elektrikforum Foren-Übersicht -> Blitzschutz, EMV, Erdung & Potentialausgleich
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tatin_sin
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Anmeldungsdatum: 27.10.2013
Beiträge: 194
Wohnort: Düsseldorf

BeitragVerfasst am: 08.09.2016 16:08    Titel: Sat Anlage in Netzwerkschrank Schleifen Problem Antworten mit Zitat
Hallo zusammen

habe mir ein recht großen Serverschrak im Keller an die Wand gehangen, weil ich Netzwerk und Sat Anlagen Komponenten in einen Schrank packen wollte.

jetzt hab ich im Netz gelesen das das nicht geht da sich sonst eine Schleife bilden würde. Da Netzwerk und Sat über das Metallgehäuse des Schrankes verbunden wären.

Wie kann man dieses Problem lösen ? Damit dennoch alles in eim Schrank bleiben kann?

oder muss ich den Schrank wieder verkaufen und 2 kleinere besorgen?


vorerst wäre es kein Problem.
Netzwerk wird funktionieren und die Sat Anlage erst dann wenn die Sache mit dem Blitzschutz irgendwann geklärt wird.

die alte Satanlage hab ich abgebaut da diese nicht geerdet war und auch nicht im Schutzbereich lag

aber irgendwann sollte alles schön in einem Schrank sein

habt Ihr eine Idee?

würd mich auf eure Antworten freuen
lg
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Dipol
Inventar
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Anmeldungsdatum: 30.03.2008
Beiträge: 626
Wohnort: Raum Stuttgart

BeitragVerfasst am: 08.09.2016 21:07    Titel: Re: Sat Anlage in Netzwerkschrank Schleifen Problem Antworten mit Zitat
tatin_sin hat folgendes geschrieben:
Wie kann man dieses Problem lösen?

Ohne Normdiskrepanz gibt es nur eine Lösung:

Erdungspflichtige Dachantennen nicht mehr direkt erden sondern nach dem Stand der Technik durch getrennte Fangeinrichtungen von einer qualifizierten Blitzschutzfachkraft schützen lassen. Nur so sind Antennenanlagen und die daran angeschlossenen Enndgeräte gegen Teilblitzstromeintragungen optimal gefeit, weshalb diese Schutzform seit 2000 nach Blitzschutznorm empfohlen wird.

tatin_sin hat folgendes geschrieben:
oder muss ich den Schrank wieder verkaufen und 2 kleinere besorgen?

Nach aktueller DIN 18015 sollen zentrale Kommunikationsverteiler installiert werden, nach dieser Norm gehören Multischalter ohne Wenn und Aber in den Schrank.

Normen-Basics:
  1. Der PA von aus Blitzschutzzone ein- oder ausgeführten Leitungen ist stets möglichst nahe der Gebäudehülle auszuführen
  2. Bei konventionell direkt geerdeten Antennen ist der PA ausschließlich schleifenfrei am geerdeten Antennenträger anzuklemmen,
  3. bei Direkterdung an ein Blitzschutzsystem aber nicht schleifenfrei am Antennenträger und zusätzlich an der HES zu vermaschen.

tatin_sin hat folgendes geschrieben:
Netzwerk wird funktionieren und die Sat Anlage erst dann wenn die Sache mit dem Blitzschutz irgendwann geklärt wird.

Die Normendiskrepanz steckt auch noch in der letzten Ausgabe der IEC 60728-11:2016 drin, wird somit auch in die neue DIN EN 60728-11 (VDE 0855-1) einfließen und uns bei konventioneller Antennendirekterdung noch Jahre erhalten bleiben.

Bei Kombination direkt geerdeter Antennen mit einem BK- oder Festnetzanschluss kann nur wie bei Direkterdung an Blitzschutzanlagen ein nicht schleifenfreier PA ausgeführt werden, der am Antennenträger angeschlossen und der HES vermascht wird. So wird dies auch im Dibkom-Kabelnetzhandbuch propagiert.

Wie der PA bei Schutz mit getrennter Fangstange auszuführen ist, kann man z. B. im DEHN Blitzplaner oder meinen breit gestreuten Folien nachsehen und dass dessen Installation nach NAV § 13 konzessionierten EFK vorbehalten ist, sei der Vollständigkeit halber auch noch erwähnt.
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tatin_sin
Master Member
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Anmeldungsdatum: 27.10.2013
Beiträge: 194
Wohnort: Düsseldorf

BeitragVerfasst am: 09.09.2016 05:20    Titel: Antworten mit Zitat
Danke DIPOL für deine Fachlich und Sachliche Antwort

wir haben momenan nix
kein HES / kein erder
durch Moderniesierungen ist am PAS nix mehr angeschlossen da alles in Kunstoffrohr ausgeführt wurde

verstehe ich das Richtig ?

egal ob Direkt Erdung oder per Fangstange

eine HES die mit irgendeiner Art von Erder
( Kreuzerder, Stabberder, Banderder usw) verbunden ist, muss so oder so gesetzt werden ?

Aus Finanziellen Gründen muss diese Geschichte etwas warten, habe andere Prioritäten die mir wichtiger sind.

solange reichen uns auch DVB-T Zimmerantennen

für mich ist in erster Linie wichtig das ich die Lan & Sat Kabel erstmal vom LAN / SAT Schrank bis in alle Räume ziehen kann. Und vom Garagendach bis zum Schrank wo LAN & SAT Technik rein kommt.


Wenn dann die Sat Schüsssel aufs Garagendach kommt, muss Zeitgleich der Blitzschutz erledigt werden

wollen kein großen Schnick Schnack, nur das was die Norm vorschreibt damit eine Satanlage in Betrieb genommen werden kann

wenn wir uns jetzt gegen eine Sat Schüssel entscheiden würden und einen Kabelnetzbetreiber auswählen, würde dieser auch die Fehlende HES bemängeln ?

Kannst du mir auch sagen wie Teuer sowas ungefähr werden kann ?

hoffe das sind nicht zu viele Fragen die ich gestellt habe

lg
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Dipol
Inventar
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Anmeldungsdatum: 30.03.2008
Beiträge: 626
Wohnort: Raum Stuttgart

BeitragVerfasst am: 09.09.2016 06:40    Titel: Antworten mit Zitat
tatin_sin hat folgendes geschrieben:
verstehe ich das Richtig ?

egal ob Direkt Erdung oder per Fangstange

eine HES die mit irgendeiner Art von Erder
( Kreuzerder, Stabberder, Banderder usw) verbunden ist, muss so oder so gesetzt werden ?

Ein kompletter Schutzpotenzialausgleich ist auch ohne Dachantenne als elementare Schutzmaßnahme längst überfällig und eine Erdungsanlage muss spätestens seit der Montage einer erdungspflichtigen Antenne ausgeführt sein.

tatin_sin hat folgendes geschrieben:
Kannst du mir auch sagen wie Teuer sowas ungefähr werden kann ?

Das ist ohne Kenntnis der örtlichen Gegebenheiten und regionalen Löhne nicht möglich. Angebote musst du von konzessionierten Elektrobetrieben einholen.
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tatin_sin
Master Member
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Anmeldungsdatum: 27.10.2013
Beiträge: 194
Wohnort: Düsseldorf

BeitragVerfasst am: 09.09.2016 18:37    Titel: Antworten mit Zitat
also kann ich ohne Probleme alle Leitungen für Sat und Lan ein ein Zentralen Ort im Keller ziehen

die restlichen Sachen wie der Schutzpotenzialausgleich und Erdungsanlage können danach irgendwann errichtet werden

ein Potentialausgleichskabel 4mm² werd ich mit den Sat Leitungen jedenfalls mit einziehen


warum ist eine Direkt Erdung den so schlecht ?

du schreibst ja das es besser ist eine Fangstange zu nehmen

die Garage steht neben dem Haus und ist demnach viel tiefer, ein Blitz würde doch eher ins Haus einschlagen als in die Tieferliegende Satschüssel die ausherhalb des Schutzbereiches steht


muss dann die Fangstande wo anders hin oder kann diese dennoch bei der Schüssel bleiben ?

Paar adressen hab ich mir rausgesucht, nächste Woche lasse ich mir mal einen kommen der sich das ganze mal anschaut und mir mal sagt was hier Sache ist.

Etwas hab ich mich ja schon eingelesen, so das ich nicht komplett Ahnungslos da stehe

lg
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bigdie
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Anmeldungsdatum: 23.11.2013
Beiträge: 6712

BeitragVerfasst am: 09.09.2016 18:56    Titel: Antworten mit Zitat
Eins lässt Dipol immer weg. Den ganzen Ärger umgeht man, wenn man die Schüssel im Schutzbereich des Hauses installiert. Dann braucht man nur noch Potentialausgleich an der Schüssel und natürlich auch an jedem einzelnen Kabel von Außen und auch im Haus.
Übrigens mit der Garage kommen dann die nächsten Probleme Dann brauchst du dort einen Erder und fürs haus wahrscheinlich noch einen und die müssen dann verbunden sein und so wird das weiter gehen. Mittlerweile gibt es auch schon LNBs mit Lichtwellenleiter, dann ist die Schleifenbildung zumindest kein Problem. Die sind aber wohl noch selten und daher teuer.
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Dipol
Inventar
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Anmeldungsdatum: 30.03.2008
Beiträge: 626
Wohnort: Raum Stuttgart

BeitragVerfasst am: 09.09.2016 20:26    Titel: Antworten mit Zitat
tatin_sin hat folgendes geschrieben:
also kann ich ohne Probleme alle Leitungen für Sat und Lan ein ein Zentralen Ort im Keller ziehen

Sternverteilung ist auch wohnungsintern Stand der Technik und nach DIN 18015 gefordert. Als Antennenveteran kann ich den Bedarf für FBC-8fach-Tuner zwar nicht nachvollziehen, aber offenbar gibt es Leute die das brauchen. Nicht nur bei diesem Extrembeispiel kann somit auch Unicable bzw. das fortschrittlicheer JESS/SCD 2 im Neubau jedenfalls wohnungsintern die sinnvollere Alternative sein.

tatin_sin hat folgendes geschrieben:
die restlichen Sachen wie der Schutzpotenzialausgleich und Erdungsanlage können danach irgendwann errichtet werden

Das ist sicherheitstechnisch riskant, normwidrig und der verkehrte Ansatz.

tatin_sin hat folgendes geschrieben:
ein Potentialausgleichskabel 4mm² werd ich mit den Sat Leitungen jedenfalls mit einziehen

Ein 4 mm² Cu als PA-Leiter (geschützt auch 2,5 mm² Cu) ist sowohl bei Schutz mittels getrennter Fangstangen wie auch bei Direkterdungen mit abgesetzt montierten Multischaltern auf der Etage oder im zentralen Kommunikationsverteiler im UG möglichst abstandslos mit den Koaxkabeln zu verlegen.

tatin_sin hat folgendes geschrieben:
warum ist eine Direkt Erdung den so schlecht ?

Weil auch bei Blitzströmen Kirchhoff gilt und bei Direkterdungen Teilblitzströme in die Antennenanlage und die daran angeschlossen Geräte unvermeidlich sind.

tatin_sin hat folgendes geschrieben:
muss dann die Fangstande wo anders hin oder kann diese dennoch bei der Schüssel bleiben ?

Getrennte Fangstangen müssen die schutzwürdigen Bauteile nach Blitzkugel- oder Schutzwinkelverfahren in LPZ 0B stellen und zudem sind die äquivalenten Trennungsabstände einzuhalten. Das zu berechnen ist Aufgabenbereich für qualifizierte Blitzschutzfachkräfte. Wer sich für diese Blitzschutzdetails als EFK interessiert, sollte den DEHN Blitzplaner und das VdB Blitzschutzmontagehandbuch gründlich studieren.
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Dipol
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Anmeldungsdatum: 30.03.2008
Beiträge: 626
Wohnort: Raum Stuttgart

BeitragVerfasst am: 09.09.2016 20:58    Titel: Antworten mit Zitat
bigdie hat folgendes geschrieben:
Eins lässt Dipol immer weg.

Aber bigdie, so wie oft ich auf die nicht erdungspflichtige Fassadenzone verweise, kann man das nicht überlesen. Rolling Eyes

Dass die Zone nicht schützen kann, wenn man mit den Kabeln die Zone verlässt oder mit Antenne oder Leitungen z. B. Regenfallrohren usw. zu nahe kommt, ist eine Selbstverständlichkeit, die in der IEC 60728-11 nicht erwähnt wird.

Ich kenne auch noch die DIN VDE 0855 Teil 1 von 1959 mit 3 m Abstand unterhalb der Dachrinne (keine Montage auf der Giebelseite zulässig!) und 2 m Fassadenabstand. Im Gegensatz zu Blitzkugel- und Schutzwinkelverfahren hat diese willkürlichen und abweichenden "Erfahrungswerte" ohne Abstand zu den Hausecken und ebenso die Begrenzung auf 45 m Höhe nach meiner Kenntnis noch kein Hochspannungslabor untersucht. Das rechtfertigt eine gewisse Skepsis.

bigdie hat folgendes geschrieben:
Mittlerweile gibt es auch schon LNBs mit Lichtwellenleiter, dann ist die Schleifenbildung zumindest kein Problem. Die sind aber wohl noch selten und daher teuer.

Die sind schon lange am Markt und es gibt genug Anwendungsfälle bei denen LWL-LNB alternativlos sind.

Die Vorteile sind unbestritten, aber Schleifenfreiheit steht dabei nicht im Vordergrund.
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bigdie
Inventar
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Anmeldungsdatum: 23.11.2013
Beiträge: 6712

BeitragVerfasst am: 09.09.2016 21:12    Titel: Antworten mit Zitat
Zitat:
Die Vorteile sind unbestritten, aber Schleifenfreiheit steht dabei nicht im Vordergrund.

Die hat man dann aber automatisch auch bei direkt geerdetem Mast und auch überspannungsableiter kann man sich zumindest am LWL sparen. Die Frage kommt dann höchstens bei der Stromversorgung auf.
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Dipol
Inventar
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Anmeldungsdatum: 30.03.2008
Beiträge: 626
Wohnort: Raum Stuttgart

BeitragVerfasst am: 09.09.2016 21:51    Titel: Antworten mit Zitat
bigdie hat folgendes geschrieben:
Die Frage kommt dann höchstens bei der Stromversorgung auf.

Schmunzel!

Nicht höchstens sondern immer und da alle Schirme aus LPZ 0A in den PA einzubeziehen sind, dürfte es bei den grauen LWL mit Metallarmierung ein Problem geben.

Immerhin werde ich vom Generalimporteur wegen solcher Normenhinweise nicht mehr mit Existenzvernichtung bedroht. Wink
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