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Überspannungsschutz wo, wie, was?

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Elektrikforum Foren-Übersicht -> Blitzschutz, EMV, Erdung & Potentialausgleich
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Octavian1977
Inventar
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Anmeldungsdatum: 05.10.2006
Beiträge: 14338
Wohnort: Wiesbaden

BeitragVerfasst am: 28.08.2017 11:59    Titel: Antworten mit Zitat
Nach Norm kann man auf den Typ 1 ohne äußeren Blitzschutz verzichten, allerdings muß auch der Typ 2 Ableiter möglichst nahe an der Eintrittsstelle des Kabels zum Gebäude sitzen.
Eine Anordnung irgendwo mitten im Gebäude erzeugt keinen Schutz.
Zudem macht es wenn dann Sinn den Schutz komplett zu erstellen und nicht nur die Norm so eben zu erfüllen.
Bei Einschlag des Blitzes in unmittelbarer Nähe zum Gebäude wird spätestens der Typ 1 notwendig auch wenn kein äußerer Blitzschutz vorhanden ist.
Gerade bei diesen nahen Einschlägen ist ohne Schutz auch mit Schäden zu rechnen bei denen Personen zu Schaden kommen können, z.B. durch umherfliegende abgesprengte Teile von Putz.

Entweder man baut das System von vorne bis hinten richtig auf oder man lässt es gleich.
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Hallo!

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H&O
Master Member
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Anmeldungsdatum: 16.11.2013
Beiträge: 290

BeitragVerfasst am: 28.08.2017 20:13    Titel: Antworten mit Zitat
Octavian1977 hat folgendes geschrieben:
Überspannugnsschutz beutet die Umsetzung eines Konzeptes das am Eintrittspunkt aller Leitungen ins Haus anfängt.

Spätestens 0,5m Kabellänge nach Eintritt in das Gebäude wäre zunächst mal ein Typ1 Ableiter zu setzen.



Wie soll deine immer wieder gepostete 0.5m-Forderung in der Praxis umgesetzt werden?

Schon die Einspeisung in den HAK ist i.d.R. länger als 0,5m und zudem für den Kunden nicht zugänglich. Ähnliches gilt meist für die Verbindung HAK > Zählerschrank.

Die Forderung könnte im Grunde z.B. nur dadurch realisiert werden, dass direkt neben dem HAK ein zusätzlicher blitzstromgeprüfter Kasten für den Typ1 Ableiter angeordnet wird, wie er z.B. von DEHN angeboten wird (IGA 10 V2 IP54, ca. 125€!).

Gruß H&O
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bigdie
Inventar
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Anmeldungsdatum: 23.11.2013
Beiträge: 6718

BeitragVerfasst am: 29.08.2017 05:29    Titel: Antworten mit Zitat
Octavian1977 hat folgendes geschrieben:

Gerade bei diesen nahen Einschlägen ist ohne Schutz auch mit Schäden zu rechnen bei denen Personen zu Schaden kommen können, z.B. durch umherfliegende abgesprengte Teile von Putz.

Entweder man baut das System von vorne bis hinten richtig auf oder man lässt es gleich.

Das ist ziemlicher Blödsinn. Bei einem Einschlag, der den putz von der Wand sprengt, hilft auch kein Überspannungsableiter, denn das ist dann ein direkter Einschlag und da hilft erst mal nur ein äußerer Blitzschutz. Überspannungsableiter sollen in Erster Linie Geräte schützen. Für den Personenschutz ist zuerst mal der Potentialausgleich zuständig.
Und wenn ich Mieter bin, dann ist kann ich den Schutz genauso für meine Wohnung vorsehen, indem ich alle Leitungen, die in meine Wohnung kommen mit Überspannungsableitern versehe, einen örtlichen Potentialausgleich schaffe und diesen auch mit allen metallennen Rohren verbinde. Und das geht auch mit einem Typ 2 Ableiter. Bei einem Direkteinschlag ohne äußeren Blitzschutz liegen die Probleme sowieso an anderer Stelle. aber für alles andere ist das ein ausreichender Schutz.
Aber wie gesagt, man darf halt Telefon Antenne Sprechanlage usw. nicht vergessen. Genausowenig wie die Gartenleuchten in einem Einfamilienhaus.
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Octavian1977
Inventar
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Anmeldungsdatum: 05.10.2006
Beiträge: 14338
Wohnort: Wiesbaden

BeitragVerfasst am: 29.08.2017 07:56    Titel: Antworten mit Zitat
Eine Überspannung die über eine Leitung/Kabel ins Haus eindringt hat durch aus die Kraft Leitungen unter dem Putz heraus zu sprengen. Dazu muß es keinen direkten Einschlag in das Gebäude geben.

Der Einschlag in der Nähe oder auch in das Zuleitugnskabel reicht da durchaus aus.
Dies zu verhindern vermag aber kein Typ 2 Ableiter alleine.
Ein richtig zusammen gestelltes Konzept verhindert auch das entstehen von Bränden durch Überspannungen.
Wieder Personen Schutz.

Der Typ 3 Ableiter ist dann wirklich nur noch für den Geräteschutz
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bigdie
Inventar
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Anmeldungsdatum: 23.11.2013
Beiträge: 6718

BeitragVerfasst am: 29.08.2017 08:21    Titel: Antworten mit Zitat
Octavian1977 hat folgendes geschrieben:
Eine Überspannung die über eine Leitung/Kabel ins Haus eindringt hat durch aus die Kraft Leitungen unter dem Putz heraus zu sprengen. Dazu muß es keinen direkten Einschlag in das Gebäude geben.

Der Einschlag in der Nähe oder auch in das Zuleitugnskabel reicht da durchaus aus.
Dies zu verhindern vermag aber kein Typ 2 Ableiter alleine.

Jetzt weht der Wind wieder von der Märchenwiese
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Octavian1977
Inventar
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Anmeldungsdatum: 05.10.2006
Beiträge: 14338
Wohnort: Wiesbaden

BeitragVerfasst am: 29.08.2017 09:36    Titel: Antworten mit Zitat
Eine einzelne Wohnung aus einem Haus gegen Überspannung zu schützen ist nur bedingt möglich, da Überspannungen im Haus sich auch auf Rohrleitungen von Wasser, Gas, Heizung und Metallkonstruktionen des Hauses übertragen.
Innerhalb der Wohnung müsste dann ein separater Potentialausgleich geschaffen werden, auch ne Möglichkeit aber wenig umsetzbar ohne Leitungen in der Wohnung zu ziehen.
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karo28
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Anmeldungsdatum: 25.07.2013
Beiträge: 1212

BeitragVerfasst am: 29.08.2017 09:48    Titel: Antworten mit Zitat
Octavian1977 hat folgendes geschrieben:


Der Einschlag in der Nähe oder auch in das Zuleitugnskabel reicht da durchaus aus.
Dies zu verhindern vermag aber kein Typ 2 Ableiter alleine.


Warum unterscheidet wohl die Norm zwischen Schutz gegen direkten Einschlag (Typ 1 erforderlich) und Schutz gegen Einkopplungen oder Überspannung infolge von Schalthandlungen (Typ 2 ausreichend)?

Die 0,5m gelten übrigens für den Leitungsweg von Anschlusspunkt ÜSP an Hauptleitung bis HES...
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wuWewi
Newbie
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Anmeldungsdatum: 25.08.2017
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 05.09.2017 13:22    Titel: Antworten mit Zitat
Besten Dank schon mal für die bisherigen Antworten.
Jetzt weiß ich zumindest schon mal, dass es mehrere Klassen gibt und was deren hauptsächliche Arbeitsweise/Funktion/Wirksamkeit ist.
Meine Vermutung, dass "kleine" Lösungen -wie Einabauten in Steckdosen oder ähnliches- dann wohl sinnlos sind wenns richtig knallt hat sich auf jeden Fall bestätigt. Mal gucken ob ich den Vermieter zu was Soliderem/Größeren "animieren" kann.

Noch nicht so ganz klar ist mir allerdings der Schutz des Telefon/Internetanschlusses....zumal da in letzter Zeit von der Telekom sogar öfter Gewitterwarnungen mit dem Tipp die Geräte vom Netz zu nehmen kamen. Ist damit ausschließlich das Stromnetz oder auch das Netz der Telekom gemeint?
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Octavian1977
Inventar
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Anmeldungsdatum: 05.10.2006
Beiträge: 14338
Wohnort: Wiesbaden

BeitragVerfasst am: 05.09.2017 13:40    Titel: Antworten mit Zitat
Die Telekom kann nur Aussagen zu Ihrem Netz machen.
Klar ist aber, daß ein Gewitter nicht speziell für ein bestimmtes Netz auftritt, sondern an dem Ort wo der Blitz einschlägt sämtliche Netzarten gleich betroffen sind.

Zum Schutz bei Gewitter hilft es also nichts nur Telefonanschluß oder Strom ab zu klemmen, sondern immer beides.

Überspannungen im Stromnetz können zudem auch von Schalthandlungen im Netz oder defekten Geräten mit elektronischen Komponenten (z.B. FU von PV Analgen, defekte Netzteile,...) erzeugt werden.
Diese Überspannungen sind allerdings in Ihrer Energie geringer und schädigen meist nur Geräte.
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bigdie
Inventar
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Anmeldungsdatum: 23.11.2013
Beiträge: 6718

BeitragVerfasst am: 05.09.2017 21:12    Titel: Antworten mit Zitat
wuWewi hat folgendes geschrieben:


Noch nicht so ganz klar ist mir allerdings der Schutz des Telefon/Internetanschlusses..

Überspannungsableiter ist eigentlich die falsche Bezeichnung, weil die Teile die Überspannung nicht ableiten ondern nur ab einer bestimmten Spannungshöhe leiten und somit einen Kurzschluss/Erdschluss erzeugen. Ein Blitz hat aber eine riesige Energie und der Erdübergangswiderstand selbst der besten Erdungsanlage ist nicht Null ohm sondern hat einen endlichen Wert. Und wenn der Blitz einen Stoßstrom von 100kA hat, dann kannst du dir die Spannung selbst ausrechnen, die über z.B. 1 Ohm abfällt. Das gesamte Haus und auch das umliegende Gelände wird dahre Spannungsmäßig über das Erdpotential angehoben. Die Überspannungsableiter sorgen nun dafür, das Strom und auch Kommunikationsleitungen, die ja eigentlich auf Erdpotential liegen oder nicht weit davon entfernt, auf das Potential des Hauses und der Erdungsanlage angehoben wird. Dadurch werden gefählich hohe Spannungen für Geräte vermieden. Dadurch wird aber auch ein Teil der Energie über die Stromleitung abgeleitet. Und dadurch fließt natürlich auch ein Teil des Blitzstroms über Erdungsanlagen in benachbarten Grundstücken ab und auch dort wird das Hauspotential gegen Erde angehoben. Je weiter weg, um so kleiner der Strom und die Potentialerhöhung und umso geringer die Energie, die der dortige Überspannungsschutz beherrschen muss. Und da die Wahrscheinlichkeit für einen Direckteinschlag 1000mal geringer ist wie für einen Einschlag in 500m Umkreis, nützt auch die "kleine" Version von Überspannungsschutz.
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