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Strippe-HH
Inventar
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Anmeldungsdatum: 04.04.2016
Beiträge: 1393
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: 05.09.2017 18:05    Titel: Antworten mit Zitat
Dass im Elektrohandwerk immer zu wenig verdient wurde das liegt an der fehlenden gewerkschaftlichen Organisation.
Es wurde sich in der Lohnstruktur immer nur nach den Arbeitgeberverbänden CDA oder NFE orientiert und der Arbeitnehmer im Elektrohandwerk steht hilflos davor, weil es keine gewerkschaftliche Stütze gibt denn die IG.Metall fühlt sich dafür nicht zuständig.

Einen Betriebsrat hatte es in unserer Firma trotz ausreichender Mitarbeiterzahl nie gegeben.
Und so wurde nur gekuscht und geschluckt was der Lohnstruktur anbetraf.
_________________
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Moorkate
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Anmeldungsdatum: 06.07.2014
Beiträge: 1887

BeitragVerfasst am: 06.09.2017 00:52    Titel: Antworten mit Zitat
[quote="Moorkate"]
Strippe-HH hat folgendes geschrieben:
Dass im Elektrohandwerk immer zu wenig .......... nur gekuscht und geschluckt was der Lohnstruktur anbetraf.

Früher galt der ÖD als zwar als sicher, aber schlecht bezahlt oder die Struktur einfach zu starr und zu wenig Leistungsorientiert. Wer richtig Kohle verdienen wollte, ging in die Privatwirtschaft, hatte aber mit den Unwegbarkeiten der Konjunktur zu tun.
Heutzutage bezahlt der ÖD relativ gut, die Bestandsjobs sind immer noch sicher - selbst wenn ich nichts zu tun hätte, würde man mich bis zur Rente behalten.

Nur haben die auch die Outsourcerittis entdeckt. Früher hatten wir eigene Putzkräfte, jetzt putzt irgeneine Firme mit wechselden Personal auch in sensiblen Bereichen. Man gut dass die die Dokumente nicht lesen können. Der Hausmeister vom benachbarten Kindergarten kommt vom Ficilitymanagement, der Elektriker wurde mit seiner Rente outgesourct, die Grünanlagen übernimmt immer mehr ein Dienstleister, der seine Niedriglohnarbeiter losjagt und noch Lob vom Bürgermeister für seine Integrationsleistung bekommt.
Und niemanden im Rathaus interessiert es, wie die mit ihren Niedriglöhnen zurechtkommen, Hauptsache es ist billig und die Abwärtsspirale dreht sich.

Eigentlich wäre das bedingungslose Grundeinkommen eine mögliche Antwort darauf, das Problem ist ja nicht immer 'zu wenig Arbeit' - wenn ich mal von meiner Stelle absehe - sondern zu 'wenig fair bezahlte Arbeit' und die Bereitschafft auch Ältere einzustellen. Die würden gerne, dürfen aber nicht.

Nur wie soll das funktionieren? Einige der o.g. Thesen erinnert mich etwas an Kommunismus und hat meines Wissens in der Praxis nicht so richtig funktioniert.
Zudem haben wir innerhalb der EU tw. eine einheitliche Währung und Niederlassungsfreiheit. Das knirsch doch jetzt schon, mit den unterschiedlichen Steuer- und Sozialsystemen.
Man müsste ja verhindern, dass einfach größere Massen von Menschen, die wenig haben in das System einwandern können. Dazu sind die Probleme in Südeuropa einfach zu groß und die Löhne in Osteuropa zu gering. Und Altersgrenzen müsste man auch einziehen.

Die Linken, mit denen am ehesten ein bedingungsloses Grundeinkommen möglich wäre, würden auch am liebsten dem Bosporus-Adolf die sechs Millionen Flüchtlinge abnehmen. Mit der AfD - die die Zuwanderung wirksam verhindern würden- ein bedingungsloses Grundeinkommen? Niemals - die würden eher das Sozialsystem bedingungslos zusammenstreichen und die Mietpreisbremse gleich mit, damit sich einige wenige grenzenlos dumm und dusselig verdienen können Und wohin die noch abrutschen weiß keiner so genau. Der Verein erinnert mich irgendwie an 'Animal'sFarm'

Es sind keine leichten Zeiten für Wähler! In der Mitte irgendwie das Gleiche und seitlich bekommt man garantiert nicht das, was man haben möchte.

mfG
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Octavian1977
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Anmeldungsdatum: 05.10.2006
Beiträge: 14338
Wohnort: Wiesbaden

BeitragVerfasst am: 06.09.2017 08:42    Titel: Antworten mit Zitat
Der öffentliche Dienst zahlt auch heut zu tage nicht gut, es gibt nur eben welche die noch schlechter zahlen.

Für den Bereich Ingenieure, Techniker, Meister ist die Bezahlung oftmals echt unterirdisch.

Ein Freund von mir arbeitet im Öffentlichen Dienst und bekommt gerade mal 2/3 von meinem Gehalt obwohl ich "nur" Techniker bin und er Ingenieur.
Auch andere Nebensachen sind im ÖD oft zum argen Nachteil des AN geregelt. Ich würde z.B. keine Dienstreise antreten wenn die Anreise nicht als Dienstzeit gilt und ich dann noch 24 Stunden Flugzeit Nacharbeiten muß.
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anneSX
Cool Newbie
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Anmeldungsdatum: 09.02.2017
Beiträge: 20
Wohnort: Düsseldorf

BeitragVerfasst am: 06.09.2017 10:47    Titel: Antworten mit Zitat
Genau so ist es Octavian1977. Mein Mann war als Ingenieur im öffentlichen Dienst, aber hat sich nun in einem großen Betrieb bereits zum Außendienstleiter hocharbeitet. Die Bezahlung ist um Wellen besser.
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LED_Supplier
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Anmeldungsdatum: 09.03.2013
Beiträge: 697

BeitragVerfasst am: 06.09.2017 21:56    Titel: Antworten mit Zitat
Moorkate hat folgendes geschrieben:
Im diesen Sinne: [b] Was haltet ihr vom bedingungslosem Grundeinkommen?

Ich habe das früher als 'Spinkram' abgetan, kann mich aber mehr mit anfreunden. Ich habe zwar keine Ahnung, wie man das finanzieren soll, aber wenn ich mir so unsere zukünftige Arbeitswelt vorstelle mit 'Industrie und Handwerk 4.0'. Da werden noch viele in die Röhre schauen.

mfG


Ich kann mich damit auch anfreunden, aber 2 Fragen dazu:

An welche Bedingungen ist das bedingungslose Grundeinkommen verknüpft?

Welche Höhe?

Die oberste Devise in diesem Land scheint "Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser" zu sein. Du meinst, dass das mit dem bedingungslosen zu verbinden ist?
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Octavian1977
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Anmeldungsdatum: 05.10.2006
Beiträge: 14338
Wohnort: Wiesbaden

BeitragVerfasst am: 07.09.2017 07:04    Titel: Antworten mit Zitat
Bedingungslos heißt in dem Fall wirklich fast bedingungslos.
eine Niederlassungserlaubnis wird aber sicher eine Bedingung sein.
Diejenigen welche hohe Einkommen, woher auch immer haben, zahlen das automatisch über Steuern wieder zurück.

Praktischerweise entfallen somit jegliche Notwendigkeiten der Prüfung ob der Bezugsberchtigung.
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AgentBRD
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Anmeldungsdatum: 09.10.2011
Beiträge: 1598

BeitragVerfasst am: 07.09.2017 09:53    Titel: Antworten mit Zitat
Octavian1977 hat folgendes geschrieben:
Diejenigen welche hohe Einkommen, woher auch immer haben, zahlen das automatisch über Steuern wieder zurück.

Und nicht nur das: Wer bei uns auf Grundsicherung zurückfällt und aus dieser Situation nicht mehr herauskommt, der nimmt mit seinem HartzIV-Regelsatz garnicht mehr am wirtschaftlichen Leben teil. Aus dieser wirtschaftlichen Lage folgt dann der kulturelle und soziale Zerfall. Wer auf ein Treffen mit Freunden verzichten muss, weil die 2,50 € für eine Tasse Kaffee nicht drin sind oder der Geburtstage meidet, weil für Geschenke kein Geld da ist, macht das nur eine Zeit lang mit, kapselt sich aber in das eigene, direkte Umfeld ab. Für äußere Einflüsse nicht mehr erreichbar.
Das ist eine immanente Gefahr für unsere Gesellschaft an sich. Das soziale Gefüge geht kaputt. Wie eine Brücke oder Straße, die man kaputtspart. Und wie schon gesagt wurde: Investitionen in das Allgemeingut und -wesen sind Aufgabe des Staates.

Mit dem bedingungslosen Grundeinkommen schafft man einen Grundwohlstand, der dem Bürger ermöglicht, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Und von seinen Konsum lebt die bedarfsdeckende Wirtschaft.

Zitat:
Praktischerweise entfallen somit jegliche Notwendigkeiten der Prüfung ob der Bezugsberechtigung.
Eben!
Der Staat hat den Benefit, dass er seine Aufgaben mit einem Streich erfüllt. Und zwar pauschal. Die Kosten der Bedarfsprüfung - die keinen wirtschaftlichen Nutzen produzieren - fallen zu größten Teilen weg.

Und denkt mal an Niedriglöhner: Wer den gesamten Monat arbeitet und eine 35-Stunden-Woche zum Mindestlohn leistet, kann aus diesem Einkommen seinen Lebensaufwand nicht betreiten. Der muss auf's Amt, sich komplett offenbaren und entblößen und bekommt dann Aufstocker-Geld, welches das eigentliche Einkommen (Erwerb aus nichtselbstständiger Tätigkeit) in seiner Höhe sogar übertrifft. Das es diesen Leuten wie blanker Hohn vorkommt, überhaupt zu arbeiten, wird dann plastisch.

Ein konkretes Beispiel gibt's hier (gezielt ab 34:30).

Es ist ein Skandal, dass wir über die Sozialkassen noch Arbeitgeber quersubventionieren. Denn die verdienen an dieser Praxis letztlich noch Geld. Die gute Absicht des Staates wird damit von der Wirtschaft ad absurdum geführt.

Der Staat dreht den Arbeitnehmer aus der nachvollziehbaren Furcht vor Sozialbetrug erst einmal durch den Wolf. Dann legt er ordentlich drauf, um dem Betroffenen ein würdiges Auskommen zu bescheren.
Der Arbeitnehmer sieht sich permanent dem Makel ausgesetzt, dass seine Leistungen nicht in Relation zu seinen Grundbedürfnissen stehen. Das macht permanent angreifbar.
Der Arbeitgeber lacht sich derweil kaputt und darf sich die große Sozialmedaille anheften, weil er Jobs geschaffen hätte.
Und wir Steuerzahler dürfen täglich schippen um unseren Arbeitgebern auf diesem Umweg noch einen Teil unserer wertschöpfenden Arbeit in's Maul zu schaufeln.

Bizarr!
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Moorkate
Inventar
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Anmeldungsdatum: 06.07.2014
Beiträge: 1887

BeitragVerfasst am: 09.09.2017 16:44    Titel: Antworten mit Zitat
....Bedingungslosem Grundeinkommen?
LED_Supplier hat folgendes geschrieben:
.....aber 2 Fragen dazu:

An welche Bedingungen ist das bedingungslose Grundeinkommen verknüpft?

Das ist die gute Frage. Einerseits muss soetwas vor dem massenhaften Missbrauch - wenn auch legal - geschützt werden, andererseits nicht zu kompliziert geregelt sein. Man darf ja nicht vergessen, dass wir in der EU Freizügigkeit haben und geniesen. Man kann also nicht verbieten, dass ein Görlitzer in Polen arbeitet und sein ponischer Arbeitskollege auch nach Görlitz zieht, also quasi in das System einwandert. Ein solches anreiztreiches System provoziert einen Missbrauch, der nicht mal einen Betrug dastellen würde.

Also ich würde als Grundbedingung einen 18-jährigen gemeldeten und aktuell tatsächlichen Aufenthalt in Deutschland schaffen. Damit wären alle Minderjährigen und Arbeitsmigranten draußen vor, genauso wie die Auslanddeutschen, die sich z.B. auf Malle eingekauft haben und nicht zum unseren hiesigen Sozialsystem beitragen.

Kindergeld für Kinder bis 18 Jahre als Sozialleistung würde ich beibehalten, genauso Rente, wobei ich diese auf eine bedingungslose Mindesrente anheben würde.
So als Idee

Zitat:
Welche Höhe?

Momentan ist ja 1000,-€/mtl im Gespräch. Das hängt ja auch mit der Finanzierung des Systems zusammen.
Ich befürchte eher dass dies nicht über das Vermögen, sondern über den Mehrwert finanziert wird. Und dass den mit augenscheinlich guten Agumenten z.B.: Mit der europäöischen Harmonisierung des MWSt-Satzes auf 25%, bei gleichzeitiger Abschaffung des reduzierten MWSt-Satzes.
Soetwas halte ich für fatal. Damit finanzieren gerade die, die nur auf das Grundeinkommen zurückgreifen können, proportional stärker das System, da die weniger haben aber prozentual mehr für Lebensmittel ausgeben. Wenn dann noch die Mieten mit einer Mehrwertsteuer belegt wird, dann haben die untersten letzendlich noch weniger.
Ihr Problem: Die haben kaum Lobbyisten in Berlin sitzen - und die meisten Politiker kommen selber aus besseren Schichten und gehen den Einflüsteren all zu gerne auf dem Leim.

Und die Linken werden da genauso ausrutschen, wenn da welche mit Vergünstigungen locken (Geld wäre ja Bestechung). Denkt mal doch an die Anfänge der Grünen als Anti-Atom und Friedenspartei zurück. Die einstige jung verstorbene Mitbegründerin Petra Kelly rotiert doch schon seit Jahren im Grab.

AgentBRD hat folgendes geschrieben:
..........Bizarr!

Du hast ja recht, aber fassen wir uns doch mal an die eigene Nase. Sobald es um Geld geht, hört doch bei 99,5% das idealistische Denken auf. Auch ich suche meinen Vorteil und nutze das System auf meine Weise aus.

Z.B. könnte ich statt 80% auch voll arbeiten - angeboten wurde es mir schon mehrfach, auch mit Nachdruck, damit länger einer 'Präsent' ist. Mehr arbeiten müsste ich nicht mal, denn die reicht nicht mal für eine Halbtagsstelle - selbst wenn man sich Zeit lässt.
Der Vorteil, ich würde mehr Geld bekommen (20% Brutto - 10% Netto), aber ich will nicht! Ich nutze die Zeit lieber sinnvoll im Garten oder mache bei einem Bekannten etwas Produktives, als in der Schule dumm die Zeit abzusitzen. Ich bekämme dann zwar mehr, aber meinen Töchtern würde das BaföG gestrichen. Und dazu die ganzen Vergünstigungen wie kostenlose Nahverkehrsnutzung etc. wären auch weg.
So ist halt das jetzige System - man muss vorrausschauend berechen, was was bringt.

Und so mancher Hartz4er - längst nicht jeder! - nutzt das System doch auch aus, wo es geht. Die Kinder besuchen kostenlos die Kita, die Klassenfahrt bezahlt der Förderverein, Lebensmittel gibt es von der Tafel dazu, die Miete das Amt und nach drei Jahren wird der kaputte Kühlschrank ersetzt, wobei der andere schon längst bei *e321* versetzt wurde. Einer mit gering bezahlter 40zig-Stundenwoche und Fahrzeit hat doch überhaupt keine Zeit und keine Lust mehr, seine eventuellen Ansprüche anzumelden

Oder unsere Kommunalpolitiker. Einige nehmen ihr Mandat sehr Ernst und angagieren sich für ihre Wähler, andere angagieren sich in Verbänden oder sitzen in irgendwelchen Gremien sind letzendlich deren Komunalpolitisches Sprachrohr - ist ja nicht verboten, hat nur etwas Geschmäckle.
Das Komunalmandat ist zwar ehrenamtlich, aber was mein ihr wie viele öffenliche und halböffentliche gGmbH, GmbH, Institute und Genossenschaften es so auf regionaler Ebene gibt. Und jeder mit einem Vorstand und Aufsichtsrat. Ihr müsst euch mal die Mühe machen und vor Ort etwas recherchieren, wer wo sitzt und seine Tantimen dafür bekommt. Natürlich Sozialversicherungsfrei!

Und nochmals zur 'Agenda2010'. Diese wird ja als Grundübel für die soziale Schieflage im Land angesehen. Ich persönlich bin immer noch die Überzeugung, diese Reform war damals längst überfällig und richtig. Nur das Problem war einfach das rechtzeitige oder ausbleibende Gegensteuern der 'Ausnutzung von den Lücken des Systems', sei es Abdrängen in die Leiharbeit, Scheinselbsständigkeit oder sonstige prekärere Schieflage. Dazu parallel die Öffnung der Grenzen mit der Freizügigkeit billiger osteuropäischer AN.

Aber nach der Agenda hatten wir eine Regierung mit der wirtschaftfreundlichen 'Fast Drei Prozent'-Partei (Wenn die nicht an die Wiederauferstehung glaubt - Wer denn?) und Mutti hat dann doch die Früchte eingefahren und Andrea durfte etwas gegensteuern und das Geld der rentenfernen Jahrgänge verschenken.

Ich schreibe einfach wieder zuviel - und tschüss.
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AgentBRD
Inventar
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Anmeldungsdatum: 09.10.2011
Beiträge: 1598

BeitragVerfasst am: 10.09.2017 13:55    Titel: Antworten mit Zitat
Moorkate hat folgendes geschrieben:
[Ein bedingungsloses Grundeinkommen] muss [...] vor dem massenhaften Missbrauch - wenn auch legal - geschützt werden.

Nein, das muss es nicht. Wer die Grundbedingung erfüllt bekommt das bedingungslose Grundeinkommen. Fertig.
Deshalb heißt es ja "bedingungslos".
Deutsche Staatsbürgerschaft und "lebendig" muss als Bedingung ausreichen.

Zitat:
Ein solches anreiztreiches System provoziert einen Missbrauch, der nicht mal einen Betrug dastellen würde.

"Provoziert Mißbrauch" ist eine besonders leicht verdauliche Panikmache für ein "Denken der kurzen Wege".
Nach solcherlei Panikfloskeln müssten auch sofort alle Autobahnen geschlossen werden. Minirock wäre auch verboten. Waffen der Frau sowieso.
In einer Welt, in der alles weg kommt, das "Missbrauch provoziert" möchte ich nicht Leben. Dieser Tristess könnte man auch weder mit Alkohol (Mißbrauch möglich) noch mit einem Strick (Schlimm!) entkommen.

Zitat:
Also ich würde als Grundbedingung eine [Person], gemeldet und mit aktuell tatsächlichen Aufenthalt in Deutschland schaffen. Damit wären alle Minderjährigen und Arbeitsmigranten draußen vor, genauso wie die Auslanddeutschen, die sich z.B. auf Malle eingekauft haben und nicht zum unseren hiesigen Sozialsystem beitragen.

?! Bezahlt der auf Malle Lebende keine Einkommensteuer? Blödes Argument.
Außerdem ist die Freizügigkeit schon in unserem Grundgesetz garantiert. Mit der Idee "Deutscher muss in Deutschland sein" fuckst du die Idee unnötig ab.

Zitat:
Denkt mal doch an die Anfänge der Grünen als Anti-Atom und Friedenspartei zurück.
Ich denke, dass sie eine positive Bilanz vorweisen können. Obwohl überwiegend in der Opposition haben sie stetig für ihre Ziele geworben und sie damit auch nach vorne gebracht.
Prominentester Vertreter: Atom-Ausstieg. Seit den 70ern gefordert - in naher Zukunft Wirklichkeit. Nur eben die Medaille "Selbst gemacht" können sie sich nicht anstecken, weil die Regierungsparteien ihre Vorstellungen vereinnahmt haben.
Aber selbst das kann man als Erfolg werten.

Zitat:
Du hast ja recht, aber fassen wir uns doch mal an die eigene Nase. Sobald es um Geld geht, hört doch bei 99,5% das idealistische Denken auf.

Weshalb Politik keine Ein-Mann-Show sein kann. Ein Argument gegen die Vermögenssteuer ist, dass Wohlhabende bei Einführung scharenweise das Land verlassen würden. Diese Befürchtung sehe ich nicht.

Zitat:
So ist halt das jetzige System - man muss vorrausschauend berechen, was was bringt.

Das System macht sich selbst kaputt. Wenn man zwecks Kostenoptimierung verstärkt auf befristete Arbeitsverträge setzt, schafft dies ein Klima der sozialen Unsicherheit.
Der Wirtschaft streichelt das den Bauch, während der einzelne Bürger sich auf seine Grundbedürfnisse zurückzieht. Dieses Konzept ist familienfeindlich. Und ein schlauer Mann hat mal gesagt, dass die Familie die Keimzelle der Gesellschaft sei.

Zitat:
Und so mancher Hartz4er - längst nicht jeder! - nutzt das System doch auch aus, wo es geht.
Wer seine Rechte wahrnimmt, ist also ein Schmarotzer? Prekäre Rechtsauffassung.

Zitat:
Die Kinder besuchen kostenlos die Kita.

Warum nicht? Die Familie steht unter dem besonderen Schutz des Staates und die Bundesländer kämpfen mit dem Messer um ihre Bildungshoheit. Was ist falsch daran, wenn der Staat auch bei Bildung und Kindesbetreuung eine Form der Grundsicherung bereitstellt?
Zitat:
Die Klassenfahrt bezahlt der Förderverein
Wenn es einen gibt. Findest du es gerechter, wenn die Kinder aus Familien, die sich die Klassenfahrt nicht leisten können, besser zu Hause bleiben, damit sie "am eigenen Leib spüren", wie *** Armut ist?
Zitat:
Lebensmittel gibt es von der Tafel dazu
...die von Ehrenamtlichen und privaten Körperschaften getragen werden. Dort bekommen Bedürftige ohne entwürdigende Fragen und ohne bürokratischen Aufwand das lebensnotwendigste. DAS ist gelebte Nächstenliebe.
Zitat:
die Miete das Amt
Ja, verfrachen wir doch alle, die es nicht mehr selbst auf die Reihe bekommen einfach unter die nächste Brücke. Dann ist die Gesellschaft endgültig entsolidarisiert. Und dann kannst du wirklich nicht mehr ohne Bewaffnung aus dem HAsu.
Zitat:
Einer mit gering bezahlter 40zig-Stundenwoche und Fahrzeit hat doch überhaupt keine Zeit und keine Lust mehr, seine eventuellen Ansprüche anzumelden
Eben! Wer von seinem Lohn nicht leben kann, wird nicht nur wirtschaftlich sondern auch sozial verarmen.
Entweder trägt er aus Scham allein die Zeche oder der Staat springt ein. Der lachende Dritte bleibt der Arbeitgeber.
Wenn ich Steuern abdrücken muss, um eine Solidarität für Menschen zu organisieren, die wirkliche Nöte haben - dann ist das gerecht und anständig.
Aber warum soll ich dem geizigen Arbeitgeber über einen Umweg meine Einkommensteuer in den gierigen Hals werfen?

Zitat:
Und nochmals zur 'Agenda2010'. Diese wird ja als Grundübel für die soziale Schieflage im Land angesehen. Ich persönlich bin immer noch die Überzeugung, diese Reform war damals längst überfällig und richtig.
Ich glaube, dass die Agenda mit guten Absichten formuliert und verabschiedet wurde. Es zeigt sich aber, dass damit Kräfte entfacht wurden, die den Zielen der Reform entgegen laufen.
Fehler kann man korrigieren. Also los!
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Moorkate
Inventar
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Anmeldungsdatum: 06.07.2014
Beiträge: 1887

BeitragVerfasst am: 11.09.2017 20:49    Titel: Antworten mit Zitat
AgentBRD hat folgendes geschrieben:
Moorkate hat folgendes geschrieben:
[Ein bedingungsloses Grundeinkommen] muss [...] vor dem massenhaften Missbrauch - wenn auch legal - geschützt werden.

Nein, das muss es nicht. Wer die Grundbedingung erfüllt bekommt das bedingungslose Grundeinkommen. Fertig.............

Ich kann deine Agumentation nicht nachvollziehen - Sorry

Missbrauch gibt es immer und wenn die Leitlinien oder 'Grundbedingungen' zu schwach, zu gering, leicht umgehbar sind oder einfach eine wirksame Kontrolle fehlt, auch in massenhafter Ausprägung.

Sei es bei dem 'bedingungslosen Grundeinkommen', der Möglichkeit der 'Arbeitnehmerüberlassung' (zu Niedriglöhnen) oder andern selbstausbeuterische Anstellungsformen oder fehlende (schwache) Kontrolle des Kapitals zusammen mit der Möglichkeit undurchsichtiger Finanzprodukte.

Das eine prangers du zu Recht an, bei dem anderen siehst du keine Missbrauchgefahr?
Geld hat eine Magnetwirkung, die schon so manche gute Absicht ins Gegenteil verkehrt hat.

mfG
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