70 Volt an der Steckdose?

Diskutiere 70 Volt an der Steckdose? im Grundlagen & Schaltungen der Elektroinstallation Forum im Bereich ELEKTRO-INSTALLATION & HAUSELEKTRIK; Hallo - eine Frage an alle Fachleute zu folgendem Problem: Nach einigen kurzen Aussetzern (Glotze flackerte, bzw. ging kurz aus) verabschiedete...

  1. #1 besucher, 14.05.2005
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    Hallo - eine Frage an alle Fachleute zu folgendem Problem:
    Nach einigen kurzen Aussetzern (Glotze flackerte, bzw. ging kurz aus) verabschiedete sich der Steckdosenkreis meiner Wohnung - völlig klang- und geruchlos, kein Knistern, Funken oder Schmorduft o.ä., auch der Sicherungsautomat blieb auf 'ein'.
    Nach Legen einer Notversorgung aus Küchen- und Badsteckdosen (ich liebe Verlängerungsschnüre) konnte ich wenigsten wieder Tatort gucken und Telefon nebst Rechner betreiben.
    Als ich dann neugierigerweise (nach dem Trennen aller Verbraucher) mit dem Multimeter den Steckdosen zu Leibe rückte, stellte ich fest: keine einzige war warm oder zeigte irgendwelche Zeichen für Schmorschäden. An jeder Steckdose war mit dem Multi eine Wechselspannung zwischen Phase und Null, bzw. zwischen Phase und Schutzleiter von ca. 60 - 70 Volt zu messen. Wenn ich die Sicherung ausdrückte, war alles auf null.

    Der am nächsten Tag von der Wohnungsverwaltung geschickte Elektriker meinte 'da fehle der Schutzleiter' und klemmte am Sicherungskasten über eine Verteilerdose einen noch irgendwie vorhandenen, aber bisher ungenutzen Schutzleiter an und siehe da - es funzte wieder. Ansonsten war der Kollege wohl etwas in Zeitdruck oder hatte keine Lust, näher auf meine dämlichen Fragen einzugehen - jedenfalls freundlich aber wortkarg. Abschließend meinte er nur noch, es seien alte Aluleitungen und dasselbe könne mir irgendwann wieder passieren, dann müßte man eine neue Leitung vom Verteiler bis zur ersten Steckdose ziehen. Vielleicht in einem Jahr - vielleicht in 10 Jahren...

    Darum nun meine Frage hier:
    Was war da los? Vor allem - wieso liegen 70 Volt an, wenn der Schutzleiter unterbrochen ist? Müßte da nicht irgendwo ein Kurzschluß (anstatt 'ner Unterbrechung) sein?

    Man möge mir meine laienhafte Ausdrucksweise nachsehen, aber ich wäre dankbar für eine leicht fassliche Erklärung.

    Gruß und frohe Pfingsten / der Besucher
     
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  3. Gretel

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    Dosenklemme lose.....

    Hallo Besucher .... erstmal Willkommen im Forum !
    Es wird eine abgebrannte Klemmstelle gewesen sein , dort ist dann ein grosser Widerstand entstanden , an welchem der Strom unterbrochen wurde .

    Das Messen von 230V Wechselspannungen ist mit dem Multimeter , das erfahrungsgemäß einen grossen Innenwiderstand aufweist , kritisch anzusehen - besser sind da die zweipoligen Spannungsprüfer , welche auch eine Phasenglimmlampe besitzen und über eine zusätzliche Belastungszuschaltung (Tauchspule, etc...) sämtliche Blindspannungen entlarven !
    Z.Bsp. Duspol N , .... .

    Zur Installation :
    Du wirst noch eine zweiadrige Verdrahtung haben , dann ist dort eine klassische Nullung vorzufinden , und es gibt leider keinen separaten Schutzleiter und separaten Neutralleiter , sondern einen kombinierten Leiter , welcher die Rückleitung (N) und die Schutzfunktion (PE) mitübernimmt , den PEN-Leiter .

    Gruß ,
    Gretel
     
  4. #3 besucher, 14.05.2005
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    Hallo, und danke für die Antwort.
    >Zur Installation...
    Klassische Nullung - ja vielleicht, woran merkt man das? Die Steckdosen haben alle die gängigen drei Anschlüsse (schwarz, blau, grün/gelb) und an den Decken gibt's je zwei Adern (braun, blau) - außer in der Stube, da kommen drei raus, wegen der Serienschaltung für pompöse Kronleuchter oder so. Das Deckenlicht wird komplett über 12 Voltrelais mit Drucktastern geschaltet. Das Haus stammt wohl vom Anfang der 80er (Ex-DDR). Kurz nachdem ich einzog (1998) wurde von der Verwaltung nachträglich ein FI-Schalter (0,03 A) installiert. Mehr kann ich dazu nicht sagen, bzw. weiß ich darüber nicht. Ach ja - an den Zähler-/Sicherungskästen der Wohungen im Hauskeller sind jeweils drei Ausgänge (oder Eingänge?) - schwarz, braun, blau zu sehen und nebenher läuft immer noch ein fettes grün/gelbes Kabel vorbei und verschwindet im Untergrund. Also vielleicht doch die modernere Variante (mit getrenntem Schutzleiter?).

    >Das Messen von 230V Wechselspannungen...
    Ist das so zu verstehen, daß meine Messung mit dem Multimeter (so ein kleines gelbes Dingens namens DM103 mit Display, eine Prüfspitze am Gerät, die andere an einem kurzen Kabel) vielleicht ungenau war?
    Na ja - das mag wohl sein. Aber ob das nun exakt 70 Volt waren - oder 60 oder 80 - ist nach meinem Verständnis unwichtig. Ich fand nur erstaunlich, daß überhaupt Spannung anlag. Von wegen der Unterbrechung und so??? Was könnten denn mögliche Ursachen für so eine (Rest)Spannung sein?

    Gruß / der immer noch neugierige Besucher
     
  5. #4 titus78, 14.05.2005
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    hi,

    genau aus dem grund sind Alu Leitungen heute unter 16 mm/2 nicht mehr zulässig....
    das aluminium wird mit der zeit weich und kann sogar aus klemmen die mal fest angezogen wurden Rausrutschen...
    Habe schonmal eine Wohnungsbrand gesehen wo wir eine Neueinst. am Ende gemacht haben......

    Gruss
     
  6. #5 besucher, 27.05.2005
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    Hallo,

    ich nochmal ;-). Habe heute die Rechnung (meines o.g. Problems vom 13.5.) vom Elektriker bekommen. Darauf steht handschriftlich:

    "Anlage überprüft. Steckdosenring o. Fkt. ZV überprüft Null fehlt. Leitungsader aus ZV ausgeklemmt und mit Abzweigdose neu verbunden. Messung WZ. SZ durchgeführt. Steckd. wieder i.O. Allerdings kann mit neuem Defekt gerechnet werden, da nur noch 1x Schutzl vom Ring vorhanden."

    Meine Frage: was ist - Messung WZ. SZ?

    Danke u. Gruß
    der Besucher
     
  7. Gretel

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    Kein Messprotokoll ?

    Hallo besucher , was fragt Du uns ?

    Die rechnungsausstellende Firma befragen!
    (Evtl. WZ = Wohnzimmer , SZ = Schlafzimmer ?)

    Sind denn genaue Messwerte eines/des Prüfprotokolls vorhanden , oder nur die "nichtssagende" Rechnung ?

    In einem Messprotokoll müssen die entsprechenden Meßstellen
    (z:Bsp. Steckdose Wohnzimmer hinten rechts, oder schlechtester Wert innerhalb Stromkreis/Raum)
    genau benannt , und die entsprechenden Messwerte aufgeführt werden !
    (siehe E-Check etc , .....)


    Gruß ,
    Gretel
     
  8. #7 besucher, 27.05.2005
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    Nee - Meßprotokoll gibts keins, aber Wohn-/Schlafzimmer wird wohl stimmen. Ich Depp - hätte ich auch selber drauf kommen können.
    Nur über die ominösen 70 Volt wunder ich mich noch immer :eek:. Darum noch mal ganz dumm gefragt: Wenn der Nulleiter unterbrochen ist, keine Sicherung, kein FI ausgelöst hat - müßten dann an der Phase nicht noch die vollen 230 V anliegen, bzw. zwischen Phase und Schutzleiter zu messen sein?
    Gruß
    der besucher
     
  9. #8 titus78, 27.05.2005
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    hi,

    erstmal zur Rechnung:
    das ist der Grund warum ich nicht mehr auf die Rechnung den Fehler schreibe. Nur die ausgeführten Arbeiten fertig.....Bei allen anderen dingen wird der Kunde neugierig 8) :lol:

    Das mit den 70 V ist so ne sache da du schon irgendwie Nullung hast denke ich mal das deine ganze inst nicht auf dem neusten stand ist...
    Eventuell kommen diese 70 V (da ja klasische Nullung) über deine Poti Ausgleich also aus der Verbindung zur Erde.
    So ganz oroginal kommt mir das nicht vor.
    Normalerweise sollten
    zwischen Phase und Null bzw Schutzleiter 230 V sein...
    ales andere ist merkwürdig ..... :D
     
  10. #9 besucher, 28.05.2005
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    ja - vielleicht über diesen Weg. Andererseits - hätte das nicht zur Auslösung des FI führen müssen?
    Ich bin mir nicht sicher, aber er schaltet beim Probedrücken die gesamte Wohnung ab - müßte dann doch auch auf so eine 'Fremdspannung' reagieren...
    Gruß
    der besucher
     
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  12. #10 staatl. gepr. Techniker, 04.06.2005
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    da du eine 2-leiter installation hast, ist eine ader der außenleiter und eine ader der pen-leiter (früher als null-leiter benannt).
    der grund, warum du nur 70 volt an deiner steckdose gemessen hast, ist folgender:
    irgentwo in dem stromkreis hatte der pen-leiter einen übergangswiderstand (für den leihen "wackelkontakt"), an dem ein großteil der spannung abgefallen ist.wenn eine anlage über einen potentialausgleich verfügt und z.b. deine heizungsanlage dort angeschlossen ist, hättest du ja mal spassenshalber mit deinem multimeter die spannung zwischen ausßenleiter deiner steckdose und einer blanken stelle heizung messen können.ergebniss wäre wohl gewesen, daß du ca. 230v gemessen hättest.das hätte dir schon einmal den hinweis gegeben, daß der außenleiter keine unterbrechnung oder hochohmige übergänge gehabt hat.also wäre man ein schritt weiter und hätte den fehler im pen-leiter gesucht.
    für deinen fi-schutzschalter (rcd) gibt es keinen grund auszulösen, da kein strom aus dem stromkreis an ihm vorbei zur erde geflossen ist.einen fi-schutzschalter im "2-leitersystem" ist sowieso nicht zu gebrauchen.glaube sogar, die din-vde untersagt das.
     
  13. #11 besucher, 05.06.2005
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    Guten Morgen,

    an alle 'Elektrofachkräfte'. Diese Woche traf ich zufällig einen alten Schulkumpel, der vor 40 Jahren, als ich Autoschlosser wurde - Elektriker gelernt hat. Er klärte mich wie folgt auf:
    Innerhalb der Wohnung habe ich ein TN-C-S-Netz, wobei die Deckenlampen TN-C und die übrigen Kreise TN-S sind. Und der FI schaltet doch nicht die ganze Wohnung ab, sondern nur die Steckdosen in Bad und Küche (wo halt öfter feuchte Hände vorkommen). Ich Depp meinte nur, es sei die ganze Wohnung, weil zum Zeitpunkt der Havarie und danach (als ich rat- und planlos auf allen Schaltern rumdrückte, die ich fand) mit meinen improvisierten Verlängerungsschnüren alles über ebendiese Steckdosen lief. War mein Denkfehler.
    Zu den 70 Volt: Die könnten, so meinte er, event. durchs Erdpotential (siehe Titus), oder auch durch Induktion aus den anderen Kreisen eingeschleppt worden seien. Und er meinte auch (siehe Gretel), mit meinem Bastelmultimeter hätte ich 'irgendwas' gemessen, aber bestimmt keine gedrittelte Netzspannung (wie ich glaubte). Zur gloreichen Krönung brachte er so ein imposantes, schwarzes profess. Meßteil namens M5010 mit, klapperte alle Steckdosen sowie Bad/Küche ab und meinte: Alles im grünen Bereich :mrgreen:(zw. 0,5 und 0,8 Ohm). Wenn diese Schleifenwiderstände(?) nennenswert anstiegen, könne ich wieder mit einem Ausfall rechnen. Und der FI löste nach 20 ms und bei 19,8 mA aus - auch prima :).
    Dafür tranken wir hinterher ein Bier (oder zwei oder drei... :p und das ging dann auf mich. Schade nur, daß er weiter weg wohnt :-(.

    Gruß und schönen Sonntag noch
    der besucher
     
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