DDR Elektrik noch zulässig?

Diskutiere DDR Elektrik noch zulässig? im Grundlagen & Schaltungen der Elektroinstallation Forum im Bereich ELEKTRO-INSTALLATION & HAUSELEKTRIK; Ich wohne seit ca. 3 jahren in einer Mietwohnung in Sachsen-Anhalt. Ich habe festgestellt, dass Die Elektrik aus dem Jahre 1969 stammt. Das heißt...

  1. #1 Funker87, 29.11.2010
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    Ich wohne seit ca. 3 jahren in einer Mietwohnung in Sachsen-Anhalt. Ich habe festgestellt, dass Die Elektrik aus dem Jahre 1969 stammt. Das heißt konkret:
    - Aluleitungen wohin die Wohnung reicht
    - 2 Stromkreisläufe (Licht und Steckdosenring (so die Beschriftung))
    außerdem sagte mir ein Elektriker, dass die Wohnung mit 2-Leitersystem Steckdosenring ausgestattet sei (was auch immer das heißen mag). Der Lichtkreislauf ist mit 6 Ampere abgesichert und der Steckdosenring mit 10 Ampere.
    Noch eine Eigenart der Elektrik: Wenn eine Glühbirne "den Geist aufgibt" gehen alle anderen auch kaputt.
    Desweiteren ist es nicht möglich Kühlschrank und Waschmaschine gleichzeitig zu nutzen sonst fliegt die Sicherung.
    Ein Elektriker sagte mir mal, dass die Elektrik unter Bestandschutz fallen würde. Stimmt das oder ist das so nicht mehr zulässig?
     
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  3. #2 79616363, 29.11.2010
    79616363

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    So leid es mir tut, Dein Kumpel hat Recht. Das ist halt die blöde Regelung, dass entweder erst was kaputt gehen muss oder gar was passiert, bis da was geändert werden muss.

    Dass diese Regelung natürlich Schwachsinn ist, brauchen wir hier nicht zu diskutieren - Iss halt so :-(
     
  4. tome

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    Hallo,

    es gibt keinen Bestandschutz für eine elektrische Anlage. Der Begriff kommt aus dem Baurecht und hat nichts mit Strom zu tun. Soviel dazu ;)

    Solange keine akute Gefahr für dritte besteht, dann ist die Installtion so wie sie ist in Ordnung. Ob die Installation für deinen Bedarf ausreicht steht auf einem anderen Blatt. In wie weit man mal mit dem Vermieter redet und Ihn drauf hin weist das man keine Geräte die heut zu tage Standard sind gleichzeitig benutzen kann und in wie weit das dann in den Augen des Vermieters ein Grund ist das er die Anlage ernuert bzw. erweitert, kann dir aber auch nur dein Vermieter sagen...

    Die Absicherung scheint mir für Aluleitungen durchaus gerechtfertigt.

    Seh es so, du mietest dir einen Leihwagen und stellst nach zwei Tagen fest das du deinen Wohnwagen nicht voll bepackt damit ziehen kannst, das ist genauso dein problem ;)
     
  5. #4 spannung24, 30.11.2010
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    Ja stimmt ist wohl so, die Frage allerdings wie lange
    hält dat noch...? :lol:
    Die DDR-ALU-Leitungen hatten meist 2,5qmm trotzdem
    darf diese so auch die Aussage eines Kollegen nur oder höchstens mit 10A abgesichert werden, deshalb wurden
    auch in der DDR die meisten Endstromkreise mit 6 und 10A ausgestattet Drehstrom zuweilen auch mal mit 16A
    in der regel aber auch da nur mit 10A.
    Nun ja man darf auch nicht vergessen in den alten DDR
    Hausanschlusskästen hatten wir meistens nur 3x35A
    in vielen Fällen auch nur 25A in der Zählertafel 20-25A manchmal auch nur 16A oft diente die obere
    Reihe der Zählertafel mit ihren DII Sockeln auch als
    eine Art Unterverteilung für Endstromkreise dann waren auch dort nur 10A Sicherungen drinn.
    Für die Verhältnisse der 50-80iger in der DDR wo
    vielleicht nur Fernseher,Kühlschrank,gegebenfall ein kleiner E-Boiler drann war reichte es aus heute
    normalerweise nicht mehr ein FI (oder auch mehrere)
    sind bei einer 2ader auch nicht möglich.
    Man ist schön am A...wenns ne Mietwohnung ist und man sich damit abfinden muss :(
     
  6. #5 Hemapri, 01.12.2010
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    Stimmt nicht ganz, auch 2,5 mm² Alu durfte mit 16 A abgesichert werden, wenn Leitungslänge und Verlegeart das zulässt. 2,5 mm² Alu wird genauso gehandhabt, wie 1,5 mm² Cu. In der Praxis war es meist so, dass die Steckdosenringe mit 10 A abgesichert wurden, direkte Steckdosen, z.B. für Waschmaschine, Heizstrahler ect. hatten 16 A.
    Herdanschlüsse wurden in der Regel mit 3x4 mm² ausgeführt, wobei 2x16 A (je einmal für Platten und Backofen)verwendet wurde. Die 3. Ader war für den PEN.

    MfG


    auch in der DDR die meisten Endstromkreise mit 6 und 10A ausgestattet Drehstrom zuweilen auch mal mit 16A
    in der regel aber auch da nur mit 10A.
    Nun ja man darf auch nicht vergessen in den alten DDR
    Hausanschlusskästen hatten wir meistens nur 3x35A
    in vielen Fällen auch nur 25A in der Zählertafel 20-25A manchmal auch nur 16A oft diente die obere
    Reihe der Zählertafel mit ihren DII Sockeln auch als
    eine Art Unterverteilung für Endstromkreise dann waren auch dort nur 10A Sicherungen drinn.
    Für die Verhältnisse der 50-80iger in der DDR wo
    vielleicht nur Fernseher,Kühlschrank,gegebenfall ein kleiner E-Boiler drann war reichte es aus heute
    normalerweise nicht mehr ein FI (oder auch mehrere)
    sind bei einer 2ader auch nicht möglich.
    Man ist schön am A...wenns ne Mietwohnung ist und man sich damit abfinden muss :([/quote]
     
  7. #6 spannung24, 02.12.2010
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    Hm, wäre jetzt für mich neu, will ich aber auch gar
    nicht in Abrede stellen, nur heute würde ich es bei
    alten ALU-Leitungen die vielleicht schon 30ig Jahre unter Vollast gefahren wurden wohl nicht mehr machen
    sondern eine geringere Absicherung wählen, bei 4mm
    ALU spricht hingegen nichts gegen 16A solange es nicht
    sonst wie lang ist.
    Bei einer anstehenden Renovierung würde ich AL aber durch CU ersetzen wenn es durchführbar ist (manchmal muss man bei schwer zugänglichen Decken mit dem Kompromiss AL leben wenn man da nicht rankommt und AP
    unerwünscht ist, ISO sollte aber durchgeführt werden
    Zuleitung in CU meist haben die Deckelampen auch nur
    eine geringe Leistung).
     
  8. #7 Hemapri, 03.12.2010
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    Ich habe Anfang der 80er meine Ausbildung in der DDR gemacht und habe das selbst alles mitgemacht. Es gab nicht nur Alu, sondern auch Kupfer, wobei im zentralen Wohnungsbau fast nur Alu verwendet wurde. Die Vorschriften für Alu und Kupfer waren eigentlich die gleichen, nur für Alu zählte immer einQuerschnitt höher, also 2,5er Alu = 1,5er Cu, 4er Alu = 2,5 CU usw.

    Würde ich auch, zumal Alu mit dem Alter recht brüchig wird. Zudem waren die Alu-Leitungen in aller Regel nur zweiadrig verlegt, Küchen und Badezimmer in den 80ern mal ausgenommen.

    MfG
     
  9. #8 spannung24, 03.12.2010
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    Gabs also doch irgendwo Kupfer in der DDR das wurde dann wohl nur für Erichs Bungalow in Waldheim verwendet?
    Ne, Spass beiseite bin selbst in der DDR aufgewachsen meine Ausbildung habe ich aber in der Wendezeit gemacht
    Es gab auch so genanntes ALCU Kabel wie ich mich erinnern kann das war so "gedreht" wie das Alu sah aus wie solche Nudeln von außen das war Alu aber die Oberfläche mit CU veredelt. :)
     
  10. sepp_s

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    Hallo bist du dir sicher dass es innen Alu war,ich bezweifle das so etwas möglich ist.
    Bei uns /Österreich gab es bei Freileitungen bis 1960 noch vereinzelt Stahlleitungen welche sehr gut mit Kupfer überzogen waren, man musste ziemlich kratzen bis das Eisen sichtbar wurde. Alu Neuinst. gab es sicher noch bis 1955 .Man findet in alten Häusern noch immer Aludrähte .Was die Absicherung angeht so hieß es auch bei uns 1,5 Ku = 2,5 Alu .Aludrähte vertrugen allerdings kaum mehrmaliges klemmen /biegen. mfg sepp
     
  11. #10 spannung24, 04.12.2010
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  12. #11 Hemapri, 05.12.2010
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    Eigentlich nicht. Alu wurde fast ausschliesslich im Wohnungsbauprogramm verwendet. Die "echten" Elektriker konnten sich auch Kupfer bestellen. Das war aber kein NYM, wie wir es heute kennen, sondern 3-5 adrige Leitungen mit in sich verdrillten Adern, welche direkt mit einem PE-Mantel überzogen waren. Allerdings gab es da auch Kontigente. Es wurde aber gar nicht mal ein so großer Wert auf Kupfer gelegt, weil man oft lieber Alu nahm, da diese preiswerter Waren. So kam es manchmal sogar vor, dass manche Typen nicht in Alu vorhanden war und man das teurere Kupferkabel sogar nehmen musste oder man hätte gar nichts bekommen. Bei uns hier im Haus wurden gleichzeitig 3 Arten von Leitungen verwendet, nämlich Mantelleitungen mit Alu-Adern, Stegleitungen mit Alu-Adern (alles 2,5 mm²)und besagte Leitungen mit Kupferadern (1,5 mm²). Die wurden alle im Zuge der Modernisierung der elektrischen Anlage in den 70ern verlegt. Vorher gab es nur eine spartanische Installation aus der Vorkriegszeit, mit stoffumwickelten Leitungen in Bergmannsrohr.

    MfG
     
  13. #12 Strömler, 07.12.2010
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    Ich geb hier mal einen für damalige Zeiten grassierenden Fachbegriff zum Besten, das AlCu wurde auch umgangssprachlich als kupferplatierter AluminiumDraht bezeichnet!
    Und als Koax-Antennenleitung gab es glaube ich auch so einen Blödsinn bei Fernesehtechnikern (Fritzen).
    Die Sparsamkeit für die normale Wirtschaft trieb damals schon seltsame Blüten.
    Bei Projekten für die Landesverteidigung (NVA/LS+LV /Polzei/MFS/Partei=SED...) und die Staatssicherheit kamen solche popeligen Materialen natürlich nicht zum Einsatz.
    Da wurde aus dem "Vollen gewirtschaftet", und seltsamerweise war dafür auch alles Mögliche plötzlich vorhanden.
    Nur dumm daß diese Bereiche keinerlei Anteil an der produktiven Volkswirtschaft, also dem Schaffen von materiellen Werten hatten.
    Eher im Gegenteil, dort wurden Unmengen Kapital und Ressourcen platt gemacht, für recht zweifelhafte Ideologien.
    Das war dann wohl auch der Grund, warum wir uns erst so spät am Ende des 20.Jahrhunderts dazu hinreißen lassen mußten, nicht mehr nach Erichs Pfeife zu tanzen.
    Paläste und Interhotels bauen, zwei Mauern quer durch Deutschland ziehen und "unterhalten" (bewachen), aber 10 Jahre auf so eine witzige Kiste wie den Trabbi warten müssen.
    Von den anderen höher-/höchstwertigen Konsumgütern, wofür im damaligen Ministerrat sogar gesetzl. Höchstgrenzen für EVP (Endverbraucherpreise) festgelegt wurden (ein Farb-TV dufte z.B. nicht mehr als 8 Tausend Mark der DDR kosten), gar nicht zu reden.
    Mit Öffnung der Grenzen Richtung Bundesrebublik stelllte sich plötzlich eine ungeahnte Inflationsumkehr ein, allerdings nur für zahlreiche Luxuskonsumgüter.
     
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  15. #13 2brück, 16.12.2010
    2brück

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    Es gab auch so genanntes ALCU Kabel wie ich mich erinnern kann das war so "gedreht" wie das Alu sah aus wie solche Nudeln von außen das war Alu aber die Oberfläche mit CU veredelt.

    AlCu (drall-markiert)gab es . Al bzw. AlCu 2,5 und 4qmm wurde mit Alpresshülsen die fettgefüllt waren, durch Kerbpressung verpresst. Hülse für 2-3 und 4 Adern (durch Ring gekennzeichnet). Isolierung durch Plastekappe. Nachteil- bei Änderungen bzw. Defekt musste die Presshülse abgeschnitten werden. Also immer Reserve eingeplant. Hält bis heute in vielen Installationen.

    Gruss 2brück
     
  16. sko

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    ALCU gab es auch als Koax-Antennenkabel:
    Innenleiter Alu mit Kupferaußenschicht und Schirm aus Alufolie mit ein paar dünnen Drähtchen.
    Wir hatten mal ca. 12m senkrecht vom Dach runterhängen lassen und haben Mittag gemacht...
    ---nach ca. 1 Stunde war der Innenleiter aus dem Kabel etwa 1m nach außen gewachsen weil sich das Zeug schon durch die Schwerkraft selbst langgezogen hatte :)

    ... und wenn man dann endlich den 6m Teleskopmast mit 32 Elemente Yagi ausgefahren hatte, spätestens dann war dieses Sch.... Kabel wieder in der Antennenanschlußdose weggebrochen :-(

    P.S.
    Es gab sogar mal Klingeltrafos mit Alu-Wicklung...!

    Ciao
    Stefan
     
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