Erdung der Sat-Anlage im Blockhaus / Holzhaus

Diskutiere Erdung der Sat-Anlage im Blockhaus / Holzhaus im Blitzschutz, EMV, Erdung & Potentialausgleich Forum im Bereich ELEKTRO-INSTALLATION & HAUSELEKTRIK; Hallo und guten Tag. Seid Tagen beschäftigt mich das Thema Blitzschutz. Da ich einen guten Bekannten die Hauselektrik in seinem 80 qm...

  1. Guido

    Guido

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    Hallo und guten Tag.
    Seid Tagen beschäftigt mich das Thema Blitzschutz. Da ich einen guten Bekannten die Hauselektrik in seinem 80 qm 1Familien-Blockhaus installieren soll (wird jetzt erst aufgestellt), stellt sich bei mir die Frage, in wie weit der Blitzschutz der Sat-Anlage notwendig bzw. erforderlich ist.

    Ich las mit großem Interesse die Themen in diesem Forum und musste aber feststellen, das es da nicht immer Einigkeit über Erdung und Potentialausgleich gibt.

    Dieses Haus besitzt eine Ring-Erdung und es wird mit keinerlei Blitzfängern (Blitzableitern) versehen.
    Meine Vorgehensweise währe:
    - Von der Ring-Erdung mit 16 mm² zur Potentialausgleichschiene
    - Vom der Potentialausgleichschiene mit 4 mm² an die Wasserleitung
    - Vom der Potentialausgleichschiene mit 16 mm² ins Bad, dann mit 4 mm² an die Badewanne
    - Vom der Potentialausgleichschiene mit 16 mm² auf den Dachboden und mit 4 mm² an die Sat-Anlage

    Da bei einem Blitzeinschlag wahrscheinlich sowieso nichts von dem Haus übrig bleibt und die Erdung letztendlich nur eine versicherungstechnische Sache wird, frage ich mich dennoch wie ist es am besten.
    Eine externe Erdung von der Sat-Anlage außen am Haus direkt in den Boden (Staberder), was die Optik sicherlich zerstört und vielleicht nicht erwünscht ist? Eine Erdung durch das Haus (als Brandbeschleuniger (-: )? Wieso einen Potentialausgleich an der Schüssel, da im Falle eines Blitzeinschlags während eines gemütlichen Bades sicherlich Stimmung aufkommt. Sollte ich lieber direkt mit 16 mm² auf die Schüssel gehen oder mit 4 mm² und hoffen das er sofort durchbrennt.

    Ich würde mich über jeden Einwand, Hinweis oder Denkanstoß freuen!!

    Viele Grüße
    Guido
     
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  3. Gretel

    Gretel

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    SAT Erdung Blitzschutz Potentialausgleich

    Hallo Guido , erstmal Willkommen im Forum !

    Um einen Blitzschutz(eigentlich nur Erdung der SAT-Antenne) überhaupt erst machen zu müssen sollten nachfolgenden Punkte beachtet werden !

    Bzgl. Blitzschutz bei SAT-Antennen:

    Bei Aussenantennen , welche sich mehr als 2m unterhalb der Dachkante und weniger als 1,5m vom Gebäude ; oder Antennenanlagen, die sich innerhalb von Gebäuden ; befinden ist keine Schutzmassnahme erforderlich.

    (Nach DIN VDE.0855.T1.(03-94).Abschnitt 10)
    In allen anderen Fällen müssen Antennenanlagen nach Abschnitt 10.2 geerdet werden.
    Als geeigneter Erdungsleiter gilt ein Einzelmassivdraht mit einem Mindestquerschnitt von 16 mm² Kupfer, isoliert oder blank, der auf kürzestem Weg mit einer Erdungsanlage verbunden werden soll.
    Alternativ geht auch das zweckmässige Einbinden in eine evtl. schon vorhandene Blitzschutzanlage !
    -
    Änderung in DIN VDE 0855-300 Abschnitt 12.3.3 (Juli 2002):
    "Als geeigneter Erdungsleiter gilt ein Einzelmassivdraht mit einem Mindestquerschnitt von 16 mm² Kupfer, isoliert oder blank,...
    Mehrdrähtige Leiter sind nur erlaubt, wenn die für diese Leiter vorgesehene Klemmvorrichtungen entsprechend der auftretenden Blitzstrombelastung von 100 kA geeignet ausgeführt sind".

    Die Ausführung kann entweder durch eine Verbindung zu einer vorhandenen Blitzschutzanlage, durch
    Verbindung mit dem Erdungssystem des Gebäudes oder durch Verbindung zu einer Erdungsanlage erfolgen, die
    aus wenigstens zwei horizontalen Erdern von mindestens 5m Länge oder einem vertikalen Erder von 2,5m besteht.
    Der Mindestquerschnitt des Erders beträgt 50mm² Kupfer oder 80 mm² Stahl. Die Ausführung sollte durch ein Fachunternehmen erfolgen, dabei sollte auch ein entsprechender Schutz gegen Überspannungen und ein ordnungsgemäßer Potentialausgleich beachtet werden.

    -> Deshalb die Bitte (beim Zutreffen der Gegebenheiten) einen aussenliegenden Erder zu erstellen und dessen Funktion messtechnisch und schriftlich (für die Versicherung) nachweisen zu lassen !

    --------------------
    Einlesen kann man sich über Erdungssysteme :
    http://eltechnik.50webs.com/erdungsanlage_e.htm

    und über Potentialausgleiche:
    http://eltechnik.50webs.com/potential_e.htm

    und Baderäume (zusätzlicher, örtlicher PA) :
    http://eltechnik.50webs.com/0100-701_e.htm


    Gruß ,
    Gretel
     
  4. edi

    edi

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    Erder Blockhaus Fundamenterder

    @Gretel

    Hallo,

    ist für so ein Blockhaus/Gartenhaus grundsätzlich
    ein Erder zu erstellen ........also z.B ein Fundamenterder?
     
  5. Gretel

    Gretel

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    Notwendigkeit Fundamenterder

    Hallo ,

    ja, nach DIN 18015 Teil 1

    Bei jedem Neubau ist ein Fundamenterder für das Gebäude und seine Installation vorzusehen.
    Er ist an der Potentialausgleichschiene anzuschließen.

    Ist eine Blitzschutzanlage geplant, so ist der Fundamenterder als Blitzschutzerder auszubilden. Für die Planung und Ausführung von Fundamenterder gelten die Richtlinien für das Einbetten von Fundamenterdern in Gebäudefundamente. Herausgegeben von der Vereinigung Deutscher Elektrizitätswerke e.V.

    Natürlich muss man unterscheiden zwischen privatem (kleinerem) Gartenhaus ohne grosse Erschliessungen
    (Wasser-Gas-Strom) oder einem Wohnhaus (aus Holz,Tiermist, Gras/Heu, Lehm,Beton,Stahl,Glas, etc... ) welches nach den TABs der Versorgungsunternehmen angeschlossen wird !

    Ob eine Nachrüstpflicht für bestehende Objekte besteht - entscheidet (u.a. über die Gefährdungsbeurteilung) der dafür Verantwortliche in Eigenverantwortung !

    Ein generelles Muss sehen aber viele Anlagenaltteile (mit z.Bsp. TN-C-Netzsystemform zur Stützung des EVU-PEN) nicht vor !


    Gruß,
    Gretel
     
  6. Guido

    Guido

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    Hallo Gretel,

    vielen Dank für deine rasche Antwort!

    Deine Links waren sehr aufschlussreich!
    Ich habe mir alles gut durchgelesen!!

    Der Sockel ist bereits gegossen und der Fundamenterder ist gesetzt :D .
    Ich gehe mal davon aus, das am Fundamenterder zwei Fahnen sitzen.
    Da die eine als Potenzialausgleich dient, währe die andere als Blitzschutz für die Sat-Anlage zu verwenden ohne einen zusätzlichen Potenzialausgleich zu setzen.
    Nun stellt sich für mich nur noch die Frage, wenn die Fahne des Fundamenterders nicht im Anschlussraum sitzt, ist es besser die Hauptpotenzialschiene an die Fahne zu setzen und die Leitungen in 16 mm² dort aufzulegen oder sollte die Hauptpotenzialausgleichsschiene in die nähe des Schaltkastens angebracht werden und eine Verbindung zwischen PAS und Fahne gelegt werden? Welchen Querschnitt sollte die Verbindung dann haben, ich denke eine 16 mm² - Leitung dürfte dann nicht mehr ausreichen?
    Schön währe es auch wenn es eine gute Illustration über die verschiedenen Netzanschlusse im Internet gibt (TN-C-S.Netz, TT-Netz, PEN) also vom Transformator zum Hausanschlusskasten und deren Verteilung auf Panzersicherung, PAS, FI usw..

    Vielen Dank im Voraus!

    Gruß
    Guido
     
  7. Gretel

    Gretel

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    Erdung Potentialausgleich Blitzschutz Fundamenterder

    Hallo ,

    grobe Übersicht der Netzsystemformen :
    http://www.mostec.de/Anhang/Netzformen.html
    -
    Blitzschutzplaner (Fa.Dehn) :
    http://www.dehn.de/www_DE/PDF/BLITZPLAN ... _small.pdf

    Da werden die jeweiligen Sachverhalte im Einzelnen geklärt !
    -
    Letztendlich Technische_Anschluß_Bedingungen (TAB2000):
    http://www.elektro-fachplanung.de/Fachinfo/EVU/body_tab2000a1/body_tab2000a1.htm

    dort gibt es weiterführende Links !

    Bitte bei Deinem zuständigen EVU nach deren TAB fragen !
    Dort stehen solche wichtigen Dinge "HAK-HV/Zähleranlage/Netzsystemform" mitdrin !


    Gruß,
    Gretel
     
  8. edi

    edi

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    Hallo,

    @ Gretel
    Danke erstmal.
    Leider kann ich deine Aussage nicht ganz deuten:
    Muß ich nun (für meine Hütte 5x4 m) oder muß ich nicht ?
     
  9. Gretel

    Gretel

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    Gartenhaus ohne/mit Erschließung Erdung PA

    Hallo Edi,

    die endgültige Frage nach dem "Was muss, was kann" wird letztendlich über die Versicherung geklärt.





    -> Anmerkung <-
    die Deutung geht in die Richtung, daß ein Versorgungsunternehmen seine "Versorgungsstelle" gesichert haben möchte.
    Für ein Gartenhaus gänzlich ohne eigenen Anschluß heißt das natürlich keinerlei Bedingungen, für direkte Versorgung das komplette Paket (Ausnahmen können spezielle Versicherungspolicen s.u. beinhalten) !

    Für Versorgung aus dem Hauptgebäude sind je nach Aufwand zu verfahren, also bei Wasser- und Gasleitungen ein PA , für Stromzuleitungen mit separater UV evtl. Zusatzerder - siehe sogar Blitzschutzplaner seitens Dehn.

    Für nur Stromanschluß über Hauptgebäude mit FI ist soweit nichts vorgeschrieben.

    Sollte das Gartenhaus versicherungstechnisch in einen dementsprechenden Vertrag mitaufgenommen werden, können Forderungen der Versicherung bzgl. Anschlusswerte und FI , etc.... Vertragsbestandteile sein !
    Genauso die Geräteversicherung bzgl. Blitzschutz (Ableitersysteme in den jeweiligen UVs, sowie den Steckdosenstromkreisen)
    -
    Im allgemeinen ziehe ich persönlich ein örtliches TT-Netz allem anderem vor, d.h. eigener (Schutz-) Erder mit Einbeziehung in mögliche PAs vorort !

    Das ist aber nur meine Vorliebe !!

    Gruß,
    Gretel
     
  10. edi

    edi

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    Hallo @ Gretel,

    danke für deine Erläuterungen.
     
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