Grundlegende Fragen zur Elektrotechnik

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sambadu

Guest
  • Grundlegende Fragen zur Elektrotechnik
  • #1
Hallo zusammen! ;)

Entwarnung vorab: Ich beschäftige mich seit einigen Wochen aus Interesse mit der Elektrotechnik. Aus der Schule habe ich quasi gar nichts mitgenommen, da mich das Thema damals überhaupt nicht interessiert hat. Das hat sich mit dem Kauf eines Energiekostenmessgeräts geändert. Seitdem versuche ich mir die Grundlagen der Elektrotechnik durch Bücher, Videos und kleine Experimente selbst beizubringen. Dabei ist mir die Gefahr der Elektrizität durchaus bewusst und mit "kleinen Experimenten" meine ich keine Spielereien an der Steckdose. Stattdessen habe ich mir in einem Elektronik-Fachgeschäft Batterien, LEDs, etc. gekauft.

Meine Fragen dienen somit einzig und allein dem Verständnis und ich habe nicht vor, nach Beantwortung meiner Fragen meinen Sicherungskasten auseinanderzubauen. Es geht auch nicht um irgendetwas Konkretes, weshalb ein Hinweis à la "Lass das 'nen Elektriker machen!" nicht nötig ist.

Mit dem fortschreitenden Verständnis kamen Fragen auf, die ich durch Bücher oder das Internet nicht ganz beantworten konnte. Deshalb hoffe ich jetzt auf eure Hilfe. Wenn jemand mir nur eine Frage beantwortet, bin ich auch schon sehr dankbar! :)

1.) Wann ist eine Sicherung notwendig? Wieso hat ein Auto für fast jeden Verbraucher eine eigene Sicherung, ein Fahrrad für die Beleuchtung jedoch nicht?

2.) Könnte ich theoretisch meinen Handyakku laden, indem ich ein Solarmodul an mein Fenster klebe und dieses durch einen Laderegler mit meinem Akku verbinde? Stelle ich mir das so zu leicht vor?

3.) Worauf muss ich bei der Verwendung eines digitalen Multimeters achten? Kann ich was kaputt machen? Und leitet das Multimeter den Strom eigentlich auch? Also würde bei einer Verbindung von Stromquelle, Multimeter und Glühbirne die Glühbirne leuchten?

4.) Durch Videos bei YouTube bin ich auf ein Projekt namens "Das Gleichstromhaus" aufmerksam geworden (http://www.dasgleichstromhaus.de). Ist das eine gute Idee? Bräuchte man bei 12 Volt Gleichstrom im Haushaltsnetz nicht einen extrem hohen Strom und somit sehr dicke Leitungen, um beispielsweise einen Herd betreiben zu können?

Ich danke euch! :)
 
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  • #2
Ungefährliche Versuche ...

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Völlig ungefährliche Versuche kann man mit einem Simulations-Programm machen.

Sogar das Durchschmelzen von Feinsicherungen kann man simulieren.

Suche im Internet nach YENKA.

Hier ein Screenshot von einem Schaltungsaufbau als Beispiel

http://s1.postimg.org/72zvif2or/Beispiel_01.jpg

Falls bei der Benutzung des Programms Fragen auftauchen, kannst du dich an mich wenden.

Greetz
Patois
 
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  • #3
1. Wenn die Stromquelle mehr Strom liefern kann, als die Leitungen aushalten.
2. würde gehen, wenn das Solarmodul groß genung ist, Sonne bekommt, und du dein Handy nur nachts brauchst
3. Im Strommessbereich ja, da kann man es auch sehr schnell kaputt machen. Im Spannungsmessbereich eher nicht.
4.Einen Herd mit 12 V betreiben wäre Unsinn. Für Beleuchtung und kleinverbraucher wie Handys Tablets usw. könnte man durchaus über sowas nachdenken. Besser wäre aber auch dort z.B. 60V auf der Leitung und an jedem Anschluss ein Stepdown Wandler, der dann 12V für die Verbraucher erzeugt.
 
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  • #4
zu 1.) jeder einzelne "Draht" der von einer Autobatterie weg führt, könnte im Fall einer Überlastung zu einem Brand des Autos führen, weil die Batterie mehr Strom liefern kann als der Draht aushält.
Bei einem Fahrrad ist das nicht der Fall.

zu 2.) genau so kannst du es machen.

zu 3.) wenn der eingestellte Messbereich für die zu messende Größe zu klein gewählt wird, kann das Messgerät kaputt gehen.

Bei der Spannungsmessung fliesst kein Strom durch das Messinstrument, sondern die Spannung liegt im Gerät nur zur Messung an.

Bei einer Strommessung jedoch, fliesst der Strom durch das Messinstrument zum Verbraucher.

zu 4.) ja, man bräuchte bei einer Versorgung mit 12V einen vielfach höheren Leitungsquerschnitt als bei den üblichen 230V.
Nur zu deinem Herd-Beispiel: nur eine einzige 1200W starke Herdplatte würde 100A ziehen, das würde die Verkabelung des Hauses fast unbezahlbar machen.

Gruß
 
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  • #5
Eine Alternative

.
Neben dem von mir bereits genannten Simulationsprogramm YENKA gibt es als Alternative das in Deutschland entwickelte Programm FRITZING.

Von manchen Leuten habe ich gehört, dass sie mit dem Programm von FRITZING besser zurecht kommen als mit dem von YENKA.

Einfach im Internet nach FRITZING suchen!

Patois
 
  • Grundlegende Fragen zur Elektrotechnik
  • #6
Das hat mir schon mal sehr geholfen! Vielen Dank an euch! :)

1.) Wie kann ich denn herausfinden, wie viel Strom ein einzelner Draht verträgt?

Und wonach wähle ich meine Sicherung? Würde ich bei einer Hupe mit beispielsweise 100 Watt also eine Sicherung von 9 Ampere nehmen?

Generell verwirrt mich die Wahl der richtigen Leitungsdicke und die Wahl der richtigen Sicherungsgröße. Welche Umstände sind dafür letztlich entscheidend?

4.) Dann werden die US-Amerikaner wahrscheinlich beim Herd auch mindestens doppelt so dicke Kabel haben wie wir, weil sie ja nur eine Netzspannung von 120 Volt haben, oder?

Yenka habe ich gestern Abend noch mehrere Stunden ausprobiert und bin echt positiv überrascht (bis auf diesen nervigen Lizenz-Kram). Danke für diesen Tipp! Fritzing werde ich auch gleich mal ausprobieren.
 
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  • #7
Dann werden die US-Amerikaner wahrscheinlich beim Herd auch mindestens doppelt so dicke Kabel haben wie wir, weil sie ja nur eine Netzspannung von 120 Volt haben, oder?

Nein, denn ein doppelt so dichter Draht hat den 4-fachen Querschnitt!!!!

Ciao
Stefan
 
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  • #8
1.) Wie kann ich denn herausfinden, wie viel Strom ein einzelner Draht verträgt?
Dafür gibt es Tabellen.
Generell verwirrt mich die Wahl der richtigen Leitungsdicke und die Wahl der richtigen Sicherungsgröße. Welche Umstände sind dafür letztlich entscheidend?
Man hat einen Verbraucher, der benötigt einen bestimmten Strom. Die Leitung wählt man dann nach Länge (Spannungsfall) Verlegebedingungen (z.B im Bündel oder in Dämmstoffen) und natürlich gibt es auch einen Mindestquerschnitt für jede Stromstärke.
4.) Dann werden die US-Amerikaner wahrscheinlich beim Herd auch mindestens doppelt so dicke Kabel haben wie wir, weil sie ja nur eine Netzspannung von 120 Volt haben, oder?
Theoretisch ja, allerdings laufen Großgeräte bei den Amis mit 230V. bei uns läuft der Herd mit 3x 230V
 
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  • #9
sko schrieb:
...
Nein, denn ein doppelt so dichter Draht hat den 4-fachen Querschnitt!!!!
...
Genau genommen hat er sogar nur den halben Querschnitt :lol: :lol:






wenn er tatsächlich doppelt so dicht ist ;-)
 
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  • #10
Die "Dichte" hat aber nichts mit der Leitfähigkeit zu tun.
 
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  • #11
Sch*** Rechtschreibkorrektur!

Ich meinte ein doppelt so dicker und nicht dichter Draht ...

Ciao
Stefan
 
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  • #12
Egal wie Dicht du bist, Goethe war Dichter.
 
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