Herd Drehstromanschluss Altbau - Drehstrom vorhanden?

Diskutiere Herd Drehstromanschluss Altbau - Drehstrom vorhanden? im Installation von Leitungen und Betriebsmitteln Forum im Bereich ELEKTRO-INSTALLATION & HAUSELEKTRIK; Hallo, ich bin neu hier und hab ehrlich gesagt sehr wenig Ahnung. Ich habe ein Einfamilienhaus Baujahr 1895. Die Elektroinstallation wurde...

  1. #1 Norman6NF, 24.03.2008
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    Hallo,
    ich bin neu hier und hab ehrlich gesagt sehr wenig Ahnung.
    Ich habe ein Einfamilienhaus Baujahr 1895. Die Elektroinstallation wurde ca.1984 komplett erneuert.
    Im Zuge der Modernisierung soll jetzt alles zusammen mit dem Elektriker erneuert werden. Jetzt gehts erstmal um die Planung der Elektroinstallation. Also wo was hin soll und was benötigt wird usw.
    Auf dem derzeitigen Zähler steht Einphasen-2-Leiter.
    Sehe ich das richtig, dass kein Drehstrom vorhanden ist? Es wurde nachträglich ein Herdanschluß eingebaut, der mit 3x16A abgesichert ist. Das hat sicher aber nichts zu sagen oder? Wäre es bei einer Neuinstallation ratsam auf Drehstrom umzusteigen oder reicht die 2-Phasen Versorgung aus? Es soll mindestens bis zum HAK im Keller alles erneuert werden.
    Zur Zeit gibt es nur eine Hauptverteilung im 1.Stock mit dem Zähler.
    Das Haus hat 2 Etagen. Das Dachgeschoß soll früher oder später ausgebaut werden.
    Sollte man für jede Etage eine Unterverteilung einplanen? Welche Sachen sollte man den gleich mit einplanen? Ich denke jetzt an sowas wie Überspannungsschutz usw.?

    Ich hoffe ihr könnt mir ein paar Tipps geben.

    Gruß Norman
     
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  3. s-p-s

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    Hallo Norman

    3* 16A bei Wechselstromzähler ist eine Brandgefahr und sofort zu ändern.

    Ja auf Drehstrom umzusteigen.
    Sicher ist es Sinnvoll in jeder Etage einen Verteiler zu machen.
     
  4. #3 Matze001, 24.03.2008
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    In Sachen Überspannungsschutz würde ich sagen ist Fenta hier im Forum der Führende Mann...

    Ich würde Pro Etage eine Unterverteilung vorsehen!

    Außerdem solltest du dir gedanken über Netwerkleitungen machen, in jedes Zimmer eine Dose, Patchfeld oder nur ein Switch, Wlan, usw. Insbesondere der Überspannungsschutz für die IT solltest du dir dann durch den Kopf gehen lassen.

    MfG

    Marcel
     
  5. #4 Nullvolt, 24.03.2008
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    Dass ein ganzes Haus im Jahre 1984 nicht auf Drehstrom umgestellt wurde, würde ich schon als versäumnis bezeichnen. Aber gut, wenn keine Großverbraucher vorhanden waren, meinetwegen...

    Aber derjenige, der jetzt den Herdanschluss mit 3x 16A gleichphasig (also 48A) angelegt hat, dem gehört die Lizenz entzogen....

    Sei froh, dass es nicht gebrannt hat.

    0V

    PS: Bis zur Umstellung kann man durchaus auch mit Wechselstrom einen Herd sicher betreiben! (vorausgesetzt, man weiß wie!)
     
  6. #5 trekmann, 24.03.2008
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    Hallo,

    zur Planung kann ich dir den folgenden Link empfehlen. Er handelt Grundsaätzlich über Leitungsberechnung, lies ihr dir bitte aufmerksam durch. Das sollte auf jeden Fall berücksichtigt werden.

    http://www.mkfgf.de/Leitungsberechnung.pdf

    Mfg MArcell
     
  7. #6 Norman6NF, 24.03.2008
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    Herd Anschluss Altbau

    Hallo,
    also da sowieso alles umgebaut wird, kommt der Herd vorher nicht in Betrieb.
    Ich kann ja mal was zu meinen bisherigen Planungen sagen.
    Pro Zimmer ist 1 Netzwerkdose und 1 TV-Dose vorgesehen. Die Steckdosen für die Computer sollten an einen extra FI und mit 6A abgesichert werden. Seh ich das richtig, dass ein FI mit 25A quasi einen LSS mit einem Bemessungsstrom von 25A beeinhaltet?
    Oder haben die FI`s keine Absicherung?
    Wie der Überspanungsschutz dann realisiert werden kann habe ich noch nicht herausgefunden.
    Bei den Leitungen würde ich auf die Tipps vom Fentanyl zurückgreifen.
    Also 7x1,5mm² für 3 Lampenauslässe und 5x2,5mm² für 3 Steckdosenkreise abgesichert mit je 13A.
    Wobei mir der genaue Anschluß der Kabel noch nicht ganz klar geworden ist.Leitungslänge wäre dann nicht über 30m.
    Telefon, TV und Netzwerk sollen dann jeweils in separaten Leerrohren laufen.
    So das wars soweit erstmal.

    Gruß Norman
     
  8. #7 Matze001, 24.03.2008
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    Der Nennstrom von 25A bei RCD heißt das dieser nicht mit mehr als 25A belastet werden darf weil er sich dann ein wenig auflöst... also umbedingt vorsichern!

    4Pol RCD am besten mit 40A Nehmen und dann mit 35A Vorsichern.

    MfG

    Marcel
     
  9. #8 Fentanyl, 25.03.2008
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    Bringen wir mal ein bisschen Ordnung da rein!

    1.: Drehstrom sollte auf JEDEN FALL nachgerüstet werden, weil ansonsten die 5x2,5mm² für drei Steckdosen nicht möglich ist und man Elektroherde nicht anständig anschließen kann! Jedes halbwegs fortschrittliche Haus hat Drehstrom - einerseits, weil zwei Spannungsebenen zur Verfügung stehen und somit zwei Klassen von Lastgeräten ideal gemeinsam betrieben werden können und weil viele Geräte Drehstrom benötigen. Außerdem natürlich deshalb, weil die Lastverteilung wesentlich besser ist und die Hauptleitungen geringere Querschnitte haben können (FAIK muss bis 100A ausgelegt werden bei Wechselstrom, bei Drehstrom nur bis zu 63A).

    2.: Der Herd darf nicht in Betrieb genommen werden, ohne dass man die Leitung anders verklemmt hat (alle drei Außenleiter auf einen B20-LS oder B25-LS (eventuell!!). War er schon in Betrieb, muss die Leitung überprüft werden, diese kann schon schwer beschädigt worden sein!

    3.: Wie schon gesagt wurde: Ein FI beinhaltet KEINERLEI Kurzschluss- oder Überlastschutz! Die Innenverdrahtung von FI lässt wenig Reserve, ein FI muss daher unbedungt ausreichend gegen Überlast geschützt werden!

    4.: In jede Wohnung gehört eine UV, die mindestens dreireihig sein sollte, ich persönlich würde mindestens vierreihige nehmen! Die Kosten nicht viel mehr und schaffen Platz für zukünftige Erweiterungen (allein der Überspannungsschutz kann eine ganze Reihe beanspruchen, je nach Ausführung, mindestens jedoch 4 TLE). Eventuell will man später auch mal irgendwo den N mitsichern oder mehr FI einbauen. Auch das beansprucht Platz. Man sollte nie unterschätzen, wieviel Platz ein paar LS und FI beanspruchen, von den anderen Sachen ganz abgesehen. Wahrscheinlich ist die 4-reihige UV nach dem Einbau der ganzen Sachen schon fast voll. Wenn ihr also zweifel habt, ob das reicht, scheut nicht die kosten für größere Verteilungen, das ist besser, als später wieder stemmen zu müssen. Und dank des modernen Designs der UVen verschandelt es auch nicht den Gesamteindruck der Wohnung, wenn man z.B. zwei dreireihige UVen nebeneinander oder untereinander platziert.

    5.: Jeder Raum sollte mindestens eine mit B13/C13 abgesicherte Schukosteckdose haben, das Licht mehrerer Räume kann zusammen an einen B10/C10-LS!

    6.: Schuko sollten nur bis 13A abgesichert werden, IT-Steckdosen können oft mit 6 oder sogar 4A abgesichert werden, wobei man dann oft auf die Charakteristiken C, K oder sogar D zurückgreifen muss wegen der hohen Eisnchaltströme. In der Regel ist also B10 eine ganze Ecke einfacher.

    7.: Die Küche sollte folgendes erhalten:
    - 5x2,5mm² für den Herd (3x B16)
    - 5x2,5mm² für Spülmaschine und zwei weitere Laststeckdosen (3x B13/C13)
    - 3x1,5mm² für den Kühlschrank (B10/C10)
    - 3x1,5mm² fürs Licht (gemeinsamer Stromkreis, B10/C10)

    8.: Das Bad sollte folgendes erhalten:
    - 5x2,5mm² für zwei mit B13/C13 abgesicherte Schukosteckdosen und einen Heizstrahler (B10)
    - 3x1,5mm² fürs Licht (gemeinsamer Stromkreis)
    - evtl. ein 7x1,5mm² oder zwei 5x1,5mm² für weitere Sachen, z.B. Ventilator oder Sensoren, ... etc

    9.: Arbeitsräume und Räume, in denen voraussichtlich viel Elektronik sein wird (Wohnzimmer z.B.), sollten mindestens drei Steckdosenstromkreise bekommen, alternativ kann man es auch so machen:
    - 5x2,5mm² für drei Steckdosen B13/C13
    - 5x1,5mm² für drei Steckdosen B10/C10
    - 7x1,5mm² für Steuerungszwecke, z.B. geschaltete Steckdosen
    - 5x1,5mm² fürs Licht

    Alternativ kann man auch in jeden Raum statt dem 3x1,5mm² fürs Licht ein 5x1,5mm² legen, um mehr Freiraum zu haben, z.B. bei steuerungstechnischen Sachen oder so. Mit "Steckdose" ist "Steckdosenstromkreis" gemeint.

    Besteht interesse an Steuerungstechnik (geschaltete Steckdosen in Zimmern, Kindersicherheitsschaltung für die Küchengeräte, Wassersensoren im Bad, Rauch-, Gas-, ...-Alarm, ... etc)?

    10.: FI-Aufteilung: Jede Wohnung braucht mindestens einen FI 4-pol./40A/30mA. Besser ist es, zusätzlich einen FI für Kühlschrank und EDV-Stromkreise vorzusehen. Auch ein extra-FI (zweipolig) für das Licht ist sinnvoll. Das Bad kann optional einen eigenen 10mA-FI erhalten.

    11.: Die Leitung zur UV sollte mindestens 5x10mm² haben (am besten Leitungstyp NYCWY/NYCY oder NYY!). Besser (und manchmal auch notwendig) ist 16mm², das zu biegen allerdings erfordert etwas Erfahrung und sollte von geübten Händen installiert werden. Bei Verlegung als Steigleitung im Stichleitungssystem wäre mein Minimum NYY 5x35mm² RM, Was die Kabelabgangskästen versorgt und NYY 5x16mm² für die UV-Speisung

    12.: Jede UV sollte einen Hauptschalter oder Neozed-Lasttrenner erhalten (letzteres ist besser). Auch die Absicherung über Leistungsschalter ist möglich, wird euch aber zu teuer sein. Es muss eine generelle Freischaltmöglichkeit für alles geben!

    13.: Überspannungsschutz:
    - 1.: In jede UV muss ein Mittelschutzblock
    - 2.: In die HV sollte ein Grobschutzblock
    - 3.: Die Heizung benötigt zusätzlichen Feinschutz und evtl Netzfilter

    Der Mittelschutz muß in den UVen VOR den FI installiert werden, daher ist auch der Zusätzliche Neozedlasttrenner/Hauptschalter eine gute Sache!

    Der Grobschutz wird am besten im Vorzählerbereich installiert und zusätzlich über NH oder Leistungsschalter gesichert. Dazu muss man vorher den VNB fragen, ob dieser die Vorzählerinstallation leckstromfreier Blitzstromableiter Kat. B und Leistungsschaltern in plombierbaren Gehäusen erlaubt!

    Die Telefonleitung sollte zumindest mit einem Grobschutz geschützt werden, also in dem Fall mit LSA-Magazinen mit Gasableitern. kompletten Schutz erreicht man mit zusätzlichen Kombiableitern in den Wohnungen.

    Wie stark ist denn der Hausanschluß?

    MfG; Fenta
     
  10. #9 Norman6NF, 25.03.2008
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    Hallo,
    also da hab ich ja ne Menge was ich nicht genau weiß.
    @Matze001:muss der FI unbedingt eine Vorsicherung haben oder reicht es zu, wenn ich mit den nachfolgenden Leitungsschutzautomaten unter dem Nennstrom des FI bleibe? Also wenn nach dem 40A FI zweimal 10A und einmal 13A LSS verwende?

    @Fentanyl: Drehstrom soll nachgerüstet werden, deswegen auch die geplante Verkabelung der Steckdosen mit 5x2,5mm²
    2: Der Herd war meines Wissens schon in Betrieb. Die Leitung wird aber auch erneuert, bzw. anders verlegt.
    4: Ich kenne mich mit den Standards der Installation nicht aus. Aber geplant war im Erdgeschoß ein Hauptverteiler mit Zähler und dann für die 1.Etage und das Dachgeschoß UVen. Für die Unterverteilungen wollte ich den Hager Volta 2 Kasten 4-reihig verwenden. Bei den Kästen, wo der Zähler Platz hat, habe ich noch nicht nachgesehen was es da so gibt. Empfehlungen?
    6:IT Steckdosen also mit B10 absichern?
    9:Spricht etwas dagegen für alle Steckdosen das 5x2,5mm² zu nehmen und dann je nach Bedarf mit 10A oder halt 13A abzusichern?
    Wieviele Steckdosen würdest du an einen Steckdosenstromkreis nehmen?
    10: Geplant ist ein FI für das Licht einer Etage, ein FI für die IT Steckdosen. Wenn ich die normalen Steckdosen auch noch über einen FI laufen lasse, muss ich dann trotzdem den 3-poligen "Haupt-FI" mit 40A verwenden oder erspare ich mir das?(In dem Fall, dass in der Etage nur Licht und Steckdosen sind. Also kein Bad oder Küche)
    11: Als Lasttrennschalter hatte ich den Siemens 5SG7-132 ins Auge gefasst

    so das wars erstmal.

    Gruß Norman
     
  11. #10 trekmann, 25.03.2008
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    Hallo,

    ich würde einige Sachen etwas anders Lösen. Generell würde ich 2,5mm^2 für die Stromkreise nehmen. Wenn man das Dokument weiter oben durchliest weis man warum. Hier nochmal ein Zitat:

    Ich würde es estwas anders machen in der Küche.
    Ich würde
    5 x 2,5mm^2 zum Herd
    3 x 2,5mm^2 GS
    3 x 2,5mm^2 Arbeitssteckdosen
    3 x 2,5mm^2 Küche Allgemein
    Mit der Passenden Absicherung und einem 40A RCD, ist dieses komplett belegt mich den Küchenstromkreise. Also auf jeden fall einen RCD nur für die Küche planen.

    MFg MArcell
     
  12. #11 Norman6NF, 25.03.2008
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    Das war ja auch meine Frage oben, ob man einfach für alle Stromkreise 2,5mm² nehmen kann und dann nur entsprechend absichert.
     
  13. #12 trekmann, 25.03.2008
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    Hallo,

    2,5mm^2 für alle Stromkreise ist ein guter Ansatz. Alleine schon wegen dem Thema Spannungsfall. Je höher der Querschnitt, desto geringen der Spannungsfall und es wird weniger Leistung sinnlos auf den Leitungen verbraten.
    Ich würde auf jeden fall überall 2,5mm^2 nehmen. Über die Absicherung kann man sich vor Ort am besten Gedanken machen, dort spielen Faktoren rein wie

    - Verlegung
    - Häufung
    - Länge
    u.s.w.!

    Aber generell sollte es nur wenige Ausnahmen geben in denen 2,5mm^2 nicht mit 13 oder 16A abgesichert werden kann.

    Mit freundlichen Grüßen MArcell
     
  14. #13 Fentanyl, 25.03.2008
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    Generell 2,5mm² für Steckdosen geht natürlich! Außer bei extremen leitungslängen, da kann dann je nach Fall sogar mehr erforderlich sein, wird bei dir aber wahrscheinlich nicht vorkommen. Grob kann man sagen, dass die Leitung bis zur Letzten Steckdose nicht länger als 30m sein sollte bei 5x2,5mm² und 13A Absicherung und Verlegeart B.

    FI können auch über nachgeschaltete LS gegen Überlast geschützt werden, wobei dann auch der Kurzschlußschutz gewährleistet sein muss, also in der Regel maximal 63A Vorsicherung für einen 40A-FI! Ich persönlich realisisere den Überstromschutz fast immer über vorgeschaltete Sicherungen - außer z.B. bei FI, an denen nur ein oder zwei LS hängen, da mache ich es auch oft über die LS!

    Hager VOLTA2 ist sehr gut! Schutz- und Schaltgeräte nehme ich immer von moeller (Serien PXL (LS), PXF (FI) und NZM (Leistungsschalter) sowie in Sonderfällen FAZ und AZ (Hochleistungs-LS)), Neozedlasttrenner von Siemens (der angegebene 5SG7-132 ist auch mein Favorit für einen D02-Trenner!).

    Zählerschränke nehme ich auch immer von Hager, der genaue Typ hängt von der Region ab!

    Die Herdzuleitung muß auf jeden Fall komplett erneuert werden!

    Gibt es bzgl. Überspannungsschutz schon genauere Vorstellungen?

    MfG; Fenta
     
  15. #14 Norman6NF, 25.03.2008
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    Hallo,
    ich muss doch nochmal Fragen, da ich die Sache noch nicht ganz verstehe.
    Wenn ich die Steckdosenstromkreise mit 5x2,5mm² anschließe, habe ich 3 einzelne Stromkreise. Ich würde jeden Stromkreis mal angenommen mit 13A absichern. Wieviele Steckdosen kann man pro Steckdosenstromkreis betreiben?
    Ich hatte bis jetzt angenommen, dass ich pro Raum ein 5x2,5mm² verlege und diese 3 Steckdosenkreise hab. Wenn ich einen 4poligen FI mit 40A verwende, kann ich da nur diese 3 Steckdosenkreise, mit jeweils 13A abgesichert, anschließen? Oder kann ich beispielsweise alle Steckdosenkreise und das Licht einer Etage anschließen?
    Kann ich für einen 40A FI wirklich eine 63A Sicherung verwenden? Ein paar Beiträge eher hat doch jemand geschrieben, der FI würde höchstens 40A vertragen und sollte mit 35A vorabgesichert werden.

    Bezüglich des Überspannungsschutzes habe ich wirklich noch keine Ahnung. Ich bin gerade mal dabei, nach den ganzen Begriffen zu suchen und was sich dahinter verbirgt.

    Gruß Norman
     
  16. #15 Fentanyl, 25.03.2008
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    Aalso:

    1.: Pro Stromkreis kann man theoretisch beliebig viele Steckdosen anschließen, ich persönlich schließe nie mehr als 6-8 Steckdoden an einen Stromkreis. Weniger geht natürlich auch, dann bildet man halt mehr Stromkreise, so wie ich bei mir (>70 Steckdosen an ~45 stromkreisen und 12 FI). Das ganze wird in der Praxis begrenzt durch die sich aufaddierenden Übergangswiderstände an den Klemmstellen. Ich persönlich präferiere nach wie vor bei mittleren bis großen Installationen die verwendung von Verteilerdosen, wenn man z.B. 8 Steckdosen an einen Kreis hängen will.
    Kurz gesagt: 6 ist im Hausbereich meist ideal, 8 okay und 10 an der Grenze. Mehr geht zwar teilweise, würde ich aber nicht machen.

    2.: Zum FI: Man muss unterscheiden zwischen Überlastschutz und Kurzschlußschutz. Da eine Überlast in aller Regel nur nach dem FI auftreten kann, ist es zulässig, den Überlastschutz durch nachgeschaltete LS zu realisiseren. Ein Kurzschluß jedoch kann im FI oder zwischen FI und LS auftretebm, weswegen der FI-Kreis gegen die Auswirkungen zu lange andauernder hoher Kurzschlußströme geschützt werden muss. Ein 40A-FI hat bei einer Vorsicherung mit gL63A meist einen ausreichenden Kurzschlussschutz. Es geht dabei nicht um die 63A, sondern um den Kurzschlußstrom, bei dem eine 63A-gL-Sicherung abschaltet. Signifikant mehr Kurzschlußstrom würde den FI zerstören und könnte Brände auslösen. Prinzipiell ist es aber meistens das beste, auch den Überlastschutz vor dem FI zu realisieren. Im Kurzen bedeutet das alles, jetzt mal beispielhaft bezogen auf einen Moeller PXF-40/4/003-A (FI, 40A, vierpolig, 30mA Auslösestrom, Hersteller gibt Kurzschlussschutzsicherung mit gL63 an):
    - Der FI muss entweder mit gL40A oder weniger vorgesichert sein, oder
    - Der Überlastschutz muss durch die nachgeschalteten Sicherungsorgane begrenzt werden. Wenn dies der Fall ist, darf aber die vorgeschaltete Sicherung nicht höher als gL63A sein!

    Die Angabe des Nennstromes bezieht sich jeweils auf eine Kontaktbahn - der FI kann also 40A pro Kontaktbahn führen, das bedeutet:

    9 LS zu je 13A (3x 39A)
    12 LS zu je 10A (3x 40A)
    18 LS zu je 6A (3x 36A)
    3 LS zu 16A und 6 LS zu 10A (3x 36A)

    Wie man sieht, wird man dadurch arg eingeschränkt. Und wenn später mal jemand was an den LS macht und nicht aufpasst (z.B. Stromkreiserweiterung), ist der Überlastschutz dahin. Ich würde deshalb Gruppen-FI immer vorsichern, und zwar mit etwas weniger als dem Nennstrom, 40A-FI mit 35A, 63A-FI mit 50A. Hat man dagegen nur einen FI für einen oder zwei LS (z.B. Heizung und Kühlschrank), kann man den Schutz problemlos durch die nachgeschalteten LS realisieren - oder bei einem LS - noch besser: Den FI dem LS nachschalten, also erst in den LS, dann in den FI (z.B. FI für spezielle Steuerung).

    Welche Fragen bezüglich Überspannungsschutz hast du, bzw. was ist dir noch nicht klar? Frag ruhig, dafür ist das Forum da!

    MfG; Fenta
     
  17. #16 Norman6NF, 26.03.2008
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    Hallo,
    das vereinfacht die Sache ganz schön.
    Wenn ich pro Raum einen Stromkreis, abgesichert mit 13A, mache mit 6 Steckdosen, könnte ich 3 Räume mit einem 5x2,5mm² versorgen.
    Ob 6 Steckdosen ausreichen pro Raum wird sich zeigen aber theoretisch, könnte ich die Steckdosenkreise für eine Etage über einen 40A FI führen und diesen mit einem 35A LS vorsichern. Wenn ich hoch rechne und noch extra Stromkreise mache, wären das ungefähr 6xLS mit 13A. Ich denke damit wäre ich auf der sicheren Seite!?
    Das Licht für eine Etage bekommt dann einen zweipoligen FI 25A mit einer 20A Vorsicherung.Oder ist das viel zu hoch angesetzt, da das Licht ja nur mit 10A abgesichert ist?
    Ich wollte die Küche über einen extra FI führen. Macht es Sinn für den Kühlschrank einen extra FI zu nehmen oder ist das unnötig, wenn die gesamte Küche über einen FI läuft? Also ich wollte eventuell für die Küche einen FI nehmen und den Kühlschrank extra.

    Überspanungsschutz:
    Ich hab erstmal im Internet geschaut, was die besagten Mittelschutzblöcke sind. Aber so wirklich schlau geworden bin ich nicht. Sind das Bauteile, die auch auf die Hutschienen montiert werden?
    In den Unterverteilungen kommt erst der Neozedlasttrenschalter, dann der Mittelschutzblock und dann die Aufteilung auf die FI's?
    Benötigt man für die EDV-Steckdosen einen besonderen Schutz?
    Gruß Norman
     
  18. #17 Fentanyl, 26.03.2008
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    Ich würde das mit dem Licht etwas anders machen: Entweder man nimmt 25A-FI und schaltet einfach einen oder zwei 10A-LS nach (in so einem Fall wäre eine gesonderte Vorsicherung wirklich nicht nötig. Oder man nimmt nur 40A-FI (sind nicht relevant teurer bei ih-bäh) und schaltet die gewünschte Anzahl LS nach.

    Die Mittelschutzblöcke sind vorgesehen für die Montage auf normale 35mm Hutschiene, sie werden nach der Vorsicherung und VOR den FI installiert.

    Die EDV-Stromkreise benötigen noch Feinschutzableiter für einen Kompletten Schutz. Da aber zwischen dem Mittelschutz und dem Feinschutz mindestens 5m Leitungslänge und zwischen dem Feinschutz und dem Gerät höchstens 5-10m Leitungslänge liegen sollten, ist es ratsamer, den Feinschutz entweder durch spezielle Feinschutzsteckdoseneinsätze oder Feinschutzmodule direkt an den Steckdosen zu realisieren oder hochwertige Zwischenstecker zu verwenden, der Feinschutz wäre damit dem Mieter überlassen, was in gewisser Weise auch Sinn macht, da der Mieter ja nicht dafür zuständig ist, öfter mal den Feinschutz für den Mieter zu erneuern (Feinschutzableiter reagieren empfindlicher auf Spannungsspitzen, als Mittel- oder gar Grobschutz und gehen daher öfter mal kaputt (nicht dauernd, aber alle 1-3 Jahre kann schon passieren je nach Wohnbezirk.

    MfG; Fenta
     
  19. #18 Norman6NF, 27.03.2008
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    Hallo,
    Demzufolge bräuchte ich für jeden FI einen Mittelschutzblock? Oder meinst du mit der Vorsicherung nicht die Vorsicherung des FI, die den Kurzschlußschutz gewährleistet?
    Welche Mittelschutzblöcke wären empfehlenswert?

    Was kannst du denn bei Feinschutzableitern empfehlen?

    In dem Beitrag weiter oben hattest du gesagt, dass man bei einem LSS auch den FI nachschalten kann. Könnte ich für das Licht erst einen LSS mit 10A nehmen und dann den FI mit 25A nachschalten?

    Gruß Norman
     
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  21. #19 Fentanyl, 27.03.2008
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    Der Mittelschutz kommt vor den FI, demnach benötigst du natürlich NICHT mehrere, sondern nur einen Satz pro UV - außer man muss zusätzlich nach Außen führende Leitungen schützen, dann kann man auch auf zwei oder mehr Sätze pro UV kommen.

    Qualitativ gut ist die Dehnguard-Serie von DEHN oder das Pendant V20-Cxxxx von OBO. Der V25-B+Cxxxx von OBO ist noch etwas besser aufgrund der höheren Ableitkapazität von 30kA. Ein wirklicher Kombiableiter, wie von OBO deklariert, ist er aber nicht, dafür aber ein sehr guter Mittelschutz. Natürlich kann man auch direkt die passenden SIOV Strip- oder Blockvaristoren von Epcos (bis 100kA) verwenden, die gibt es allerdings nicht für Hutschienenmontage - im Normalfall und für den normalen Anwender dürften daher Dehnguard und V25-B+C das richtige sein. Der Dehnguard hat zudem den Vorteil, dass man im Defektfall bei ih-bäh zu jeder Zeit günstig ersatz bekommt, beim OBO-Ableiter muss man teilweise zwei Monate und länger auf ein annehmbares Angebot warten!

    Zum Feinschutz: Für gewöhnliche Anwendugen reichen Standardableiter von Dehn oder anderen Firmen aus, solange die Qualität stimmt (Längs- und Querschutz, Überhitzungsschutz, gute Verarbeitung), also z.B. Dehnrail, S-Protector, SF-Protector (mit Netzfilter, bis 4A!), ... etc.)
    Für weitergehenden Schutz muss man entweder auf spezielle Konzepte (Trenntrafo, Doppelwandler-USV, Schutzrelais, spezielle Netzfilter, ... etc) ausweichen und/oder selbst Feinschutzableiter entwickeln, die durchaus, durch Induktivitäten getrennt, mehrstufig sein können.

    Wichtig bei all diesem Überlegungen ist jedoch auch die Einbeziehung von Datenleitungen in das Überspannungsschutzkonzept!

    Zum FI: Du kannst den FI auch dem LS nachschalten, sicher!

    MfG; Fenta
     
  22. #20 Norman6NF, 28.03.2008
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    Hallo,
    ich habe mal ein Bild von dem HAK gemacht.
    [​IMG]
    Das müsste doch ein TN-C-S Netz sein oder?
    Demzufolge liegt der Drehstrom ja schon an.
    Wo findet denn im Normalfall die Aufteilung von N und PE statt? Erst im Zählerkasten?
    Was mich stutzig macht, ist die Tatsache, dass in dem Kasten keine Sicherungen sind. Oder ist es auch möglich, dass die Sicherungen außerhalb in einem Kasten untergebracht sind? Ich habe im Garten nämlich auch noch so einen Kasten stehen.

    Gruß Norman
     
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