Potentialausgleich selbst erweitern

Diskutiere Potentialausgleich selbst erweitern im Blitzschutz, EMV, Erdung & Potentialausgleich Forum im Bereich ELEKTRO-INSTALLATION & HAUSELEKTRIK; Hallo zusammen, ich bin gerade dabei eine komplette Erneuerung unserer Elektrik zu planen. TN-C System, Leitungen über 50 Jahre alt, ihr wisst...

  1. #1 Marvin777, 09.02.2020
    Marvin777

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    Hallo zusammen,

    ich bin gerade dabei eine komplette Erneuerung unserer Elektrik zu planen. TN-C System, Leitungen über 50 Jahre alt, ihr wisst was das Problem ist. Potentialausgleich gibt es nur von der Hautpverteilung zum Hausanschluss der Wasserleitung und Heizungsrohre.
    Darf ich diesen Potentialausgleich alleine erweitern? Ich bin Elektrofachkraft.
    Ich würde eine Haupterdungsschiene unter die Hauptverteilung setzen und zum Beispiel Netzwerkschrank und Gasleitung mit anschließen. Muss ich dann einen Fundamenterder setzen (lassen)? Der PEN darf ja nicht mehr alleine verwendet werden. Oder sollte das dann besser mit der kompletten Überarbeitung ausgeführt werden?
    Blitzschutz auf dem Dach ist vorhanden, wie gut die Fundamenterdung ausgeführt ist muss ich noch prüfen.

    Nächste Frage:
    Ich will eine ADS-B Antenne auf den aktuell unbenutzen Antennenmast setzen. Die Antenne selbst ist aus Kupfer, befindet sich aber in einem Kunststoffgehäuse. Muss ich da dann das gleiche Thema wie bei einer SAT-Antenne beachten oder reicht der Überspannungsableiter am Antennenkabel aus?



    Gruß
    Marvin
     
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  3. #2 Octavian1977, 09.02.2020
    Octavian1977

    Octavian1977 Moderator

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    Spätestens mit dem Blitzschutz auf dem Dach ist ein ausreichender Potentialausgleich und eine sehr gute Erdung unverzichtbar.
    Hier ist auch ein Potentialausgleich zwischen dem Blitzschutz und dem inneren System her zu stellen-> Blitzschutzpotentialausgleich.
    Dabei sind auch Blitzstromtragfähige Bauteile zu verwenden.
    Zusätzlich fehlt Dir dabei dringend der Überspannungsschutz.
    siehe hierzu den Dehn Blitzplaner aus dem Netz.
    Der Blitzschutz auf dem DAch wird höchst wahrscheinlich nicht an einem Fundamenterder angeschlossen sein, sondern nur aus einzelnen Staberdern aus verzinktem Stahl bestehen die das Ende der senkrechten Ableiter im Boden darstellen.
    Möglicherweise sind diese schon weg gerostet, das kann man aber messen.

    Das TN-C Netz selbst erfordert zunächst keinen Erder, sondern nur den PA.
    Hier sollte dringlichst die Umstellung auf ein TN-S Netz ab HAK erfolgen.
    Im TN Netz benötigt der Versorgungsnetzbetreiber den Hauserder zur Stützung seines PEN im Netz.

    Nur im TT Netz ist ein Erder in hoher Güte zwingend erforderlich.

    Das einzige was hier in den 80ern verboten wurde ist die öffentliche Wasserleitung als Erder zu verwenden, dies war zwingend um zu stellen-> Nachrüstpflicht!
     
  4. Dipol

    Dipol

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    Hallo Marvin, Willkommen im Forum!
    Wieder einmal die Frage wo endet der PA und wo beginnt Erdung, welche die Wirkung des Schutzpotenzialausgleichs verbessert.
    Die Definition einer Elektrofachkraft beinhaltet, dass man die Normen kennt und nicht erst Know-How aus Foren saugen muss. Würde das behördlich kontrolliert, gäbe es auf deutschen Baustellen einen Exodus des Personals.

    Im für Antennensicherheit maßgeblichen Normengremium ist weiterhin auch nach Rücksprache mit anderen Gremien und ZVEH strittig wer den PA von BK-Anlagen machen darf. Noch vor kurzem hätte ich deine Frage auch bei Installationen an Kundenanlagen außerhalb der Zählerschränke klar verneint. So lange man sich nicht einmal beim ZVEH auf eine Auslegung einigt, bin ich zurückhaltender.
    Bei dir hapert es ja schon an den Begriffen. An Bestandsgebäuden kann man Erder vom Typ A setzen und bestenfalls einen "Fundamenterder in Erde verlegt" nach Definition der DIN VDE 0100-540 nachrüsten. Für die Ergänzung bestehender Fundamenterder unklarer Tauglichkeit mit Stützerdern gibt es klare Vorgaben.
    Für erdungspflichtige Dachantennen auf Gebäuden ohne Blitzschutzsystem ist für Haushaltsantennen IEC 60728-11 maßgeblich, die zwischen terrestrischen oder Sat.-Antennen keinen Unterschied macht. Für Funksende-/empfangsantennen ist entgegen internationalen Gepflogenheiten die nationale DIN VDE 0855-300 mit erhöhten Anforderungen zuständig. Mit Blitzschutzsystem ist immer auch die Reihe IEC 62305 zu beachten, welche dir noch weniger vertraut sein dürfte.

    Antennen in LPZ 0A waren seit jeher mit dem längst überfälligen geerdeten (Blitz-)Schutzpotenzialausgleich, früher Hauptpotenzialausgleichb genannt, blitzstromtragfähig zu verbinden. Auf Gebäuden mit LPS mussten Antennenträger früher auf kurzem Weg mit dem LPS verbunden werden, was nicht mehr Stand der Technik ist. Auch freiwillig errichtete Blitzschutzanlagen haben kein ewiges Leben und bedürfen der Überprüfung und Wartung. Arbeiten an Blitzschutzanlagen sind normativ dafür qualifizierten Blitzschutzfachkräften vorbehalten.
     
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  5. #4 Marvin777, 09.02.2020
    Marvin777

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    Du hast durchaus recht. Ich weiß aber eben nicht genau, wer welche Anlagen erweitern darf, da ich in meinem Betrieb die Anlagen errichte und nicht abnehme.
    Deshalb wollte ich ja hier wissen ob selbst die Erweiterung eines PA einer Abnahme bedarf.

    Dann war Fundamenterder der falsche Begriff, soll dann ein Tiefenerder sein. Ich habe beruflich sehr wenig mit Blitzschutzanlagen zu tun, deshalb frage ich hier nach bevor mir die Fachfirma irgendwas andrehen will. Ich habe gerade die jahrzehnte alten Dokumente durchwühlt. Es gibt am Haus 2 Staberder (Tiefe unbekannt) für die Blitzschutzanlage. Zusätzlich ist die Hauptwasserleitung über Runddraht mit der Anlage verbunden. Der Runddraht hängt frei im Anschlussraum und ist nur über die Wasserleitung mit der aktuellen PAS verbunden. Sollte man in dem Zustand also ändern und direkt an die Hauptschiene hängen oder?

    Heißt also im Klartext, der Antennenmast wird blitzstromfähig mit der PAS, also mit 16mm² Cu massiv, verbunden?
     
  6. #5 elektroblitzer, 09.02.2020
    elektroblitzer

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    Die NAV ist da Eindeutig.
     
  7. #6 Dipol, 09.02.2020
    Zuletzt bearbeitet: 09.02.2020
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    Niemand kann mehr Hans Dampf in allen Bereichen sein, aber bei deinem Kenntnisrückstand sollte man sich selbstkritisch hinterfragen ob die Kompetenz für die Aufgabenstellung ausreicht. Hier geht es nämlich um weit mehr als eine im beschönigenden Titel vorgeschobene "PA-Erweiterung".
    Bei Blitzschutzanlagen, deren Ableitungen in eigenen Stab- oder Banderdern oder damals Ringsammelleitung genannten Ringerdern OHNE blitzstromtragfähige Verbindung zum (Blitz-)Schutzpotenzialausgleich enden, stellt sich primär die Frage, ob die bei Ersterstellung den damals gültigen Normen überhaupt entsprochen haben. Bei Ableitungen aus feuerverzinkten Runddrähten, die ohne isolierte 16 mm dicke Erdeinführungsstangen oder bei nicht isoliertem Bandstahl am Erddurchgang, ist die Frage bereits ohne Durchgangsmessungen oder Aufgrabungen zur Kontrolle der Korrosion beantwortet.
    Die PAS wurde schon lange in Haupterdungsschiene (HES) umgetauft und so heißt sie kurioserweise auch, wenn keine Erdung vorhanden ist. 16 mm² Cu massiv ist gegen die elektrodynamische Wucht von Blitzströmen leichter zu fixieren als mehrdrähtige Leiter, aber die Tage da man im Gremium für Antennensicherheit nicht wahrhaben wollte, dass die Verbinder und HES für alle Arten von Erdungsleitern nach Klasse H = 100 zertifiziert sein müssen, sind zum Glück schon einige Jahre her.

    Da die Nachrüstungspflicht eines Schutzpotenzialausgleichs schamlos überschritten wurde und somit auch kein Blitzschutzpotenzialausgleich existiert, ist jedenfalls für den Antennenträger eine normkonforme Erdung nötig. Mit Bildern der Ableitungen vor der Erdeinführung und vom Dach, aus denen zu ersehen ist ob und wie der Mast mit dem LPS verbunden ist, wüsste man schon mehr.

    Erdung und PA sind integraler Bestandteil der Elektroanlage und Installationen sollten Elektrofachkräften vorbehalten bleiben, die es intus haben was normativ verlangt ist und die messtechnisch dafür auch ausgerüstet sind.
     
  8. #7 Octavian1977, 10.02.2020
    Octavian1977

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    Prizipiell darf an elektrischen Anlagen am öffentlichen Niederspannugnsnetz nur die Elektrofachkraft des EINGETRAGENEN Fachbetriebes arbeiten, bzw nur unter deren Aufsicht.
    Einzige Ausnahme sind Reparatur und Wartungsarbeiten die hinter dem Zähler von jeder Elektrofachkraft durchgeführt werden dürfen.
    Die Definition einer Elektrofachkraft kannst Du in meiner Fußzeile nachlesen.
     
  9. Dipol

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    So habe ich das schon lange gepredigt. Dass sich der ZVEH trotz klarer Anfrage aus dem DKE/K 735 mit einer gleichlautend eindeutigen Stellungnahme ziert, dass das uneingeschränkt auch außerhalb von Zählerschranken gilt, hat offenkundig Gründe die noch nicht offengelegt wurden.
    Die Norm wie auch deine Fußzeile kenne ich freilich. Beim Rekordhalter meiner Widersprüche sind aber Zweifel angebracht, dass sich der selbst auch bei Themen daran orientiert, die offenkundig außerhalb seiner Kernkompetenzen liegen.

    Ich verrate nicht, wer das ist. :)
     
  10. #9 Octavian1977, 10.02.2020
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    Das war nicht in Deine Richtung Dipol.
     
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