Schutzleitungssystem

Diskutiere Schutzleitungssystem im Installation von Leitungen und Betriebsmitteln Forum im Bereich ELEKTRO-INSTALLATION & HAUSELEKTRIK; Hallo! Ich hätte eine Frage zur Schutzmaßnahme Schutzleitungssystem mit Isolationsüberwachung. Es handelt sich um ein isoliertes...

  1. #1 manuel82, 07.08.2013
    manuel82

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    Hallo!

    Ich hätte eine Frage zur Schutzmaßnahme Schutzleitungssystem mit Isolationsüberwachung.
    Es handelt sich um ein isoliertes Gleichspannungsnetz mit 220V Nennspannung.
    Die Spannung wird einer zentralen Batterieanlage entnommen - es werden Sicherheits- bzw. Notleuchten damit versorgt.

    Wie wird im konkreten Fall die Funktion der Schutzmaßnahme entsprechend DIN-VDE dokumentiert?

    Leider gibt es in der ÖVE keine ausführliche Beschreibung dazu. Es wird lediglich erklärt, dass beim ersten Fehler eine Meldung erfolgen muss und beim zweiten Fehler durch die vorgeschaltete Sicherung zuverlässig abgeschaltet werden muss (Kurzschlussauslösung der Sicherung, wie bei der Nullung).

    Würde mich freuen, wenn jemand genauere Infos dazu hat...

    Mein gedanklicher Ansatz wäre:

    Messung des Schleifenwiderstandes für jeden Stromkreis (nur der ohmsche Widerstand). Ermittlung des Innenwiderstandes der Stromquelle und Berechnung für den schlechtesten Fall unter Berücksichtigung des Gesamtwiderstandes, ob es zu einer sicheren Abschaltung kommt.

    Gruß Manuel
     
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  3. #2 Octavian1977, 07.08.2013
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    Dazu baut man eine Isolationsüberwachung ein.
    Das ist jetzt nichts außergewöhnliches für IT Netze.

    Isolationsmessung vor in Betriebnahme der Anlage erfolgt wie auch beim normalen TN und TT Netz mit Wechselstrom.

    Der Spannungsfall ist natürlich auch zu beachten, Für Notbeleuchtungen gilt auch vor allem die VDE 0108, die ASR, BGV, und die Bauordnung des jeweiligen Bundeslandes.
     
  4. #3 Octavian1977, 07.08.2013
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    eine Schutzmaßnahme "Schutzleitungssystem" kenne ich nicht, kann mir auch nicht vorstellen, daß es diesen Begriff in der VDE gibt.
     
  5. #4 werner_1, 07.08.2013
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  6. #5 Octavian1977, 08.08.2013
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    Der Artikel ist doch recht konfus, jedenfalls hat dies nur sehr wenig mit den unter Fachleuten gängigen Begriffen der DIN-VDE zu tun.
    Hier ist wohl die Schutzmaßnahme der Schutztrennung gemeint und das daraus resultierende IT System.

    klasse finde ich folgenden Satz: " ...Die älteste aber heute kaum noch anzutreffende Schutzerdung..."

    Ich kenn keine Netzform in der die Schutzerdung nicht zur Anwenung kommt, ansonsten würde der FI z.B. nicht funktionieren.

    Hochschulen...
     
  7. fuchsi

    fuchsi

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    Ein Schutzleitersystem ist im Prinzip ein IT System, nur mit dem Unterschied, dass sämtliche Gehäuse zwar über einen Potentialausgleich miteinander verbunden sind, aber im Gegensatz zum IT nicht geerdet sind.


    Mal überlegen, wenn ich bei unserem Einbaugenerator im Löschfahrzeug meiner Feuerwehr 2 Tauchpumpen betreibe, sind beide Tauchpumpenghäuse über den Schutzleiteranschluss der CEE Steckdosen verbunden jedoch nicht geerdet. Das netz selbst ist wie beim IT auch nicht geerdet.

    Der Begriff selber ist imho nicht aussagekräftig, aber ein rein in Österreich dafür verwendeter begriff.
     
  8. #7 Octavian1977, 08.08.2013
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    das nennt sich dann Potentialausgleich.
    Der Leiter ist dann ein Potentialausgleichsleiter.
    Möglicherweise unter dem Oberbegriff Schutzleiter.

    Ist bei der Schutzmaßnahme Schutztrennung, bei der Verwenung von mehr als einem angeschlossenem Gerät je Trenntrafo notwendig
     
  9. #8 werner_1, 08.08.2013
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    Das ist nicht ganz korrekt. Wenn ein FI verbaut ist (korrekt), ist es eine FI-Schutzschaltung. Schutzerdung ist (war) eine eigenständige Schutzmaßnahme, bei der alle leitfähigen Teile (PE) an eine sehr niederohmige Erdung angeschlossen wurden, damit keine gefährliche Körperspannung auftreten konnte bzw. bei einem Körperschluss die vorgeschaltete Sicherung auslöste (mit meinen Worten erklärt).
     
  10. #9 Octavian1977, 08.08.2013
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    Schutzerdung wird aber heute noch genau so verwendet.
    Zusätzlich kommt noch die Schutzmaßnahme des Fi Schutzschalters hinzu. Beide Maßnahmen werden gleichzeitig angewendet.

    wird ein leitfähiges Gehäuse eines Gerätes nicht an den PE angeschloßen, also "schutzgeerdet" bleibt im Fehlerfall eine gefährliche Spannung auf dem Gehäuse bestehen und der FI Schaltet nicht ab, bevor einer dran greift und einen Schlag bekommt.
     
  11. #10 manuel82, 08.08.2013
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    Re.

    Hallo zusammen!

    Zur Info:

    Sowohl in der alten ÖVE E40(1970) als auch in der EN1(1992) gab es die Schutzmaßnahme "Schutzleitungssystem" neben den Schutzmaßnahmen Nullung, Schutztrennung, Fehlerstromschutzschaltung und Fehlerspannungsschutzschaltung (Schutzmaßnahmen mit PE-Leiter).

    Nach der alten Norm E40 war es frei gestellt, ob man eine Isolationsüberwachung verwendet oder nicht.
    Die Schutzmaßnahme ist nur in isolierten Netzen anwendbar.

    In der neuen ÖVE E8001 heißt die Schutzmaßnahme "Isolationsüberwachungssystem".
    Weiters wäre in isolierten Netzen (IT) die Schutzmaßnahme Schutztrennung für mehrere Verbraucher anwendbar (wenn auch örtlich begrenzt wegen der kapazitiven Ableitströme).

    Gruß Manuel
     
  12. #11 werner_1, 08.08.2013
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    Die Schutzmaßnahme "Schutzerdung" darf nicht verwechselt werden mit der Erdung von z.B. Geräten bei der Fi-Schutzschaltung. Die Schutzmaßnahme "Schutzerdung" stellt völlig andere Anforderungen an eine Erdung als eine Fi-Schutzschaltung.

    Die Funktionsweise einer Fi-Schutzschaltung ist mir schon bekannt.
     
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  14. #12 manuel82, 08.08.2013
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    Re

    Bei der Schutzerdung muss sichergestellt sein, dass der Erdungswiderstand klein genug ist, dass im Fehlerfall (Körperschluss) die vorgelagerte Sicherung zuverlässig abschaltet... und das nicht bei Nennspannung, sondern bei der max. zulässigen Berührungsspannung am Gehäuse von 50V AC nach ÖVE EN1.

    Gruß Manuel
     
  15. KDJens

    KDJens

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    Hallo an Alle,
    möchte zur Definition des Begriffes "Schutzleitungssystem" etwas beitragen...
    "Schutzleitungssystem mit Gleichspannungsüberlagerung" war eine gängige Schutzmaßnahme in der ehemaligen DDR, auch "Schutz durch Meldung" genannt. Das Schutzleitungssystem ist eine "Sonderform" des IT-Netzes. Es wurde vorwiegend in Krankenhäusern (OP-Bereich) und im untertägigen Bergbau eingesetzt, z.B. bei der SDAG WISMUT, dem damals DRITT GRÖSSTEN URANPRODUZENTEN der WELT. Ich habe bei der Wismut unter Tage als Elektriker gearbeitet, im "Bergbaubetrieb Paitzdorf" in Thüringen....
    Nun zur Funktion des Schutzleitungssystems (SLS)...

    Klug Scheiß Modus AN:

    Das SLS ist eine Schutzmaßnahme, die nur in elektr. und örtlich abgegrenzten Netzsystemen zulässig ist. Das sind z.B. Betriebe mit eigenen Elektroenergieerzeugungsanlagen oder eigen Trafo-Stationen. Das SLS soll zu hohe Berührungsspannungen verhindern. Auf das Drehstromnetz wird eine Gleichspannung von 60 V "überlagert". Es weder alle zu schützenden Anlagenteile, sowie sämtliche, der der Berührung zugänglichen Gebäudekonstruktionen (Rohrleitungen, usw.) über einen Schutzleiter miteinander verbunden und gemeinsam geerdet(über Durchschlagssicherung). Das SLS kommt vor allem für solche Anlagen in Frage die nicht genullt werden können. Die Erdung des Nullpunktes ist nur als OFFENE ERDUNG möglich!! Die Anlage erhält eine Überwachungseinrichtung (NÜG-Netzüberwachungsgerät), die/das ständig den Zustand der Isolation kontrolliert und bei Unterschreitung eines Mindestwertes von 25 Ohm/V eine akustische und optische Meldung verursacht oder die Anlage abschaltet. Damit wird ein Durchschlag der Durchschlagsicherung sofort erkannt. Der Erdungswiderstand des gesamten SLS darf 20 Ohm nicht überschreiten. Kann dieser Wert nicht erreicht werden, muss die Spannung des Schutzleiters gegen Erde durch Relais überwacht und bei Unterschreitung von 50V sofort abgeschaltet werden. Man kann also ein SLS, beim Auftreten eines Isolationsfehlers, weiter betreiben (WARNUNG) und bei einem zweiten Isolationsfehlers muss es sofort abschalten, oder beim ersten Isolationsfehler, sofort "ABSCHALTEN" (Abschaltung).

    Klug Scheiß Modus AUS!!!

    Bei der SDAG WISMUT wurden die untertägigen Netze auf "Abschaltung" gefahren.. Da war die "Erdschlusssuche" (Isolationsfehler), in dem weit verzweigten Grubenfeld, teilweise größer 10 qkm, und immer alles nass, ein "kleine Herausforderung" besonders wenn du ALLEINE in der Schicht warst. UND!!! man durfte keine Schicht mit Erdschluss (Isolationsfehler) an die Nachfolgeschicht ÜBERGEBEN!!!!

    Glück Auf!!!!
    Jens
    der Bergmann

    Ich bin Bergmann, wer ist mehr?

    PS: Quelle... Hausarbeit zur Meisterprüfung - Meister der Elektrotechnik - Teil 1 - praktische Prüfung - "Halden-Laugenhaltung der NDH Entsorgungsbetreibergesellschaft mbH - Steuerung / Pumpstation" Kapitel 3.9.2.2 "Schutz durch Meldung" vorgelegt von Jens B. 1998 bei der HWK Leipzig
     
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