Separater Erder für Garage sinnvoll?

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Hallo zusammen,

ich habe eine separat stehende Garage, ca 20m vom Haus entfernt. Diese ist recht groß, drei Tore, eine kleine Werkstatt sowie Gartenzubehör. Es befindet sich einiges an Elektrik hier: Licht, Tor-Antriebe, Drehstrom in der Werkstatt, ein Balkonkraftwerk auf dem Dach usw. Außerdem viel Metall wegen der drei Tore. Wall-Boxen sind zwei Stück geplant, aber noch nicht installiert.

In der Garage befindet sich eine UV vom Haus über Erdkabel kommend, die von dort ihren PE mitbringt. Im Haus befindet sich ein Fundament-Erder inklusive Potenzial-Ausgleichschiene.

Frage: Macht es Sinn bzw ist es sogar Vorschrift, der Garage einen eigenen Erder zu verpassen oder reicht der vom Haus? Falls die Antwort hier ja heißt: würde man dann in den Zuge, die UV ebenfalls an diesen mit anklemmen und dann quasi eine Verbindung zwischen beiden Erden herstellen?

Danke für jeden Tipp!
 
Vorgeschrieben ist ein separater Erder für "neue Gebäude" was auch eine Garage wäre.
Nachrüstung nicht.

Zu empfehlen ist es durchaus hier einen Staberder nach zu rüsten, da bei dieser Entfernung ein Potentialunterschied zwischen dem PE/PA des Haupthauses und dem entfernten Erdpotential der Garage nicht aus zu schließen ist.
Insbesondere für elektronische vernetzte Bauteile ist das von Vorteil und auch für den zu errichtenden Überspannungsschutz.
Dies wäre hier z.B. mal eine Situation in der der separate PA Anschluß am Ableiter zu nutzen wäre um Ihn mit dem örtlichen PA der Garage zu verbinden.

Erdermaterial sollte V4A sein.
 
Danke dir. Verstehe ich deinen letzten Satz richtig: man würde hier sinnvollerweise den PA vom Haus kommend mit dem des neuen Staberders in der Garage in der UV der Garage verbinden?
 
Den PA muß man dabei nicht noch mal mit vom Haus zur Garage ziehen, kann man wenn man will.
Die Verbindung des PE an den Erder in der Garage ist natürlich zwingend erforderlich, den PE soll man ohnehin so oft wie sinnvoll möglich mit dem PA verbinden. -> vermaschter PA/PE
 
Es wird in der Garage dann auch eine Erdungsschiene gesetzt. Der PE der Unterverteilung ist dann mit dieser zu verbinden. Sind noch andere Komponenten vorhanden, die in einen Potentialausgleich integriert werden sollten, kommen die ebenfalls da ran.
 
Hallo zusammen,

ich habe eine separat stehende Garage, ca 20m vom Haus entfernt.
Für die Garage trifft der Begriff "separat" zu.
Frage: Macht es Sinn bzw ist es sogar Vorschrift, der Garage einen eigenen Erder zu verpassen oder reicht der vom Haus?
Zur Vermeidung von Potentialdifferenzen sind alle Erder einer Elektroanlage miteinander zu verbinden. Ein separater Erder wie im Titel wäre somit unzulässig aber ein zusätzlicher Erder, der mit der Erdungsanlage des Gebäudes primär blitzstromtragfähig über einen PE verbunden ist, kann bei 20 m Abstand auch ohne ein Blitzschutzsystem sinnvoll sein.

Nach der abgelösten DIN 18014:2014-03 und deren Definition von Gebäuden war ein Fundamenterder an Garagen noch Pfllicht. In der stark liberalisierten neuen DIN 18014:2023-06 gibt es zwar Beispielbilder mit angebauten aber keines mit abgesetzten Garagen.
  • In Bild 16 mit einer angebauten Garage ohne Bodenplatte, ohne LPS und ohne Ladestation ist für die Garage keine zusätzliche Erdungsanlage dargestellt.
  • In Bild 17 ist ohne Bodenplatte und ohne LPS aber mit einer Ladestation eine Erdungsanlage abgebildet.
Soweit ich den normativ verbindlicheren Text der DIN 18014 intus habe, ist er für abgesetzte Garagen auslegungsfähig und ohne LPS gibt es entgegen vielfacher Gerüchte normunkundiger Experten auch nach DIN VDE 0100-712 in Deutschland nur dann einen Zwang für eine Funktionserdung der PV-Anlage, wenn es vom Hersteller gefordert wird.

Da es eine reine Zeitfrage ist, bis eine Ladestation installiert wird, halte ich einen auf mind. 3 m Tiefe versenkten NIRO-Erdspieß für sinnvoll. Nach aktueller DIN 18014 wären als Ersatz für einen Fundament- oder Ringerder zwei Erdspieße mit 5 m Länge an den Diagonalen der Garage gefordert. In der mit Übergangsfrist bis 01.06.2024 noch anwendbaren DIN 18014:2014-03 sind Erder vom Typ A noch nicht enthalten und bei "vergessenen" Fundamenterdern hat man sich oft auf Tiefenerder nach Blitzschutznormen mit 9 m Länge geeinigt.
Vorgeschrieben ist ein separater Erder für "neue Gebäude" was auch eine Garage wäre.
Nachrüstung nicht.
So wie es geschrieben ist, entspricht es nicht der DIN 18014 und ist irreführend. Im Gegensatz zu früher ist die DIN 18014 nicht mehr nur für Neubauten sondern bei wesentlichen Änderungen auch für Bestandsbauten zuständig.

Wegen der unterschiedlichen Definitionen von Gebäuden in Normen und Landesbauordnungen wurde die avisierte VDE-Verlautbarung zu Fundamenterdern zurückgezogen.
Erdermaterial sollte V4A sein.
SCHMUNZEL:
Die Kombination eines Fundamenterders in Beton und Erdern vom Typ A nebst Anschlussfahnen aus feuerverzinktem Stahl ergibt eine erhöhte Korrosion, siehe den Normenoldie DIN VDE 0151:1986-06.
Folglich wäre in diesem Fall auch bei einem Altbau mit Fundamenterder korrosionsbeständiges Material wie Kupfer oder NIRO ein MUSS, es sei denn der Stützerder würde über eine Trennfunkenstrecke angeschlossen.
 
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