Staberder einschlagen / eingraben

Diskutiere Staberder einschlagen / eingraben im Blitzschutz, EMV, Erdung & Potentialausgleich Forum im Bereich ELEKTRO-INSTALLATION & HAUSELEKTRIK; Hallo Gemeinde, wir sind zur Zeit immer noch am (häppchenweisen) erneuern unserer gesamten Hauselektrik (1956). Unser Elektriker hat mir jetzt...

  1. #1 Andario, 03.04.2013
    Andario

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    Hallo Gemeinde,

    wir sind zur Zeit immer noch am (häppchenweisen) erneuern unserer gesamten Hauselektrik (1956). Unser Elektriker hat mir jetzt so einen 2 m Staberder für den Potezialausgleich gegeben, und meinte ich solle den entweder im Garten "reinprügeln" oder, falls das nicht hinhaut, könnte ich ihn auch einfach "liegend eingraben".
    Dazu habe ich mir jetzt ein paar Gedanken gemacht:
    Sowie ich es verstanden habe, kommt es ja haupsächlich auf einen möglichst guten Kontakt zum Erdreich an, um den Übergangswiderstand so gering wie möglich zu halten. Die Tiefe spielt dabei eine eher untergeordnete Rolle.
    Beim Einschlagen wird sehr wahrscheinlich der Zinkmantel verletzt (zum einen oben, wo man draufhaut, zum anderen aber auch entlang des Stabs, wo er an Steinen entlangkratzt), und ich habe Bilder von wegkorrodierten Staberdern gesehen. Bei intaktem Zinkmantel sollte die Korrosion eher gering ausfallen?
    Wie tief müsste ich den Erder eingraben? Reichen 50 cm? Wie sollte der Boden im Loch beschaffen sein? Kann ich da positiv Einfluss nehmen (z.B. eine Schicht Humus unter und über den Erder einbringen)?
    Wie lange hält sowas erfahrungsgemäß? Sollte man nach 10 jahren mal nachmessen (lassen)? Wenn er nur eingegraben ist, könnte man ihn ja auch bei Bedarf relativ leicht ersetzen.

    Was meint Ihr dazu?
    Grüße,
    Andario
     
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  3. #2 werner_1, 03.04.2013
    werner_1

    werner_1 Moderator

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    Nur 50 cm eingraben dürfte, je nach Bodenbeschaffenheit, nicht ausreichen, da die Bodenschichten oben relativ trocken werden können. Nur in tieferen Bereichen erreicht man feuchtere - und somit besser leitende - Schichten.
    Eine andere Möglichkeit wäre x Meter verz. Bandeisen einzugraben. Siehe auch:

    http://www.kleiske.de/ /Fachartikel
     
  4. sko

    sko

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    Blos keinen Humus drum!

    Der enthält Säuren, da kannst Du zusehen wie Metall wegrostet....

    Ciao
    Stefan
     
  5. Dipol

    Dipol

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    Noch nie etwas von Frost gehört?

    Zunächst ist zu klären ob der Erder nur für den Schutzpotenzialasugleich oder auch nach DIN EN 62305 (VDE 0185-3) Blitzschutzaufgaben oder nach DIN EN 60728-11(VDE 0855-1) für eine Antennenerdung genutzt werden soll. Beide Normen fordern für einen einzelnen Vertikalerder eine Länge von 2,5 m und für Banderder sind 2 x 2,5 Länge vorgeschrieben. Nach der Blitzschutznorm muss der Vertikalkerder auf 3 m Tiefe eingetrieben werden, die DIN EN 60728-11 (VDE 0855-1) wird in der nächsten Normausgabe daran angepasst.

    Das ist die Mindesttiefe

    Im aufgefüllten Arbeitsraum ist der Boden trockener und die Erdfühligkeit schlechter, weshalb die Erder 1 m Abstand zum Haus einhalten sollen.

    Die Haltbarkeit ist eine Orakelfrage und hängt davon ab wie unversehrt die Feuerverzinkung bleibt und wie aggressiv die Bodenverhältnisse sind. Für Blitzschutzanlagen gibt es Prüffristen, ob sich in 10 Jahren noch jemand an den Korrosionzustand des Erders erinnert ist eher unwahrscheinlich.

    Die Argumente gegen das Einprügeln hast du schon selbst genannt. Erspar dir die Fronarbeit und lass besser von einer mit Vibrationshammer ausgerüsteten Blitzschutzfirma einen NIRO-Erdspieß mit 9 m Standardlänge im Kellerboden oder außen mit 1 m Abstand zum Hausgrund versenken. Bei nicht steinigen oder gar felsigen Böden sind 9 m NIRO-Erdspieß in 15 Minuten versenkt.

    Ringerder und vom Erdreich berührte Anschlussfahnen müssen aus V4A bestehen, Erder vom Typ A dürfen wenig logisch feuerverzinkt sein.
     
  6. #5 Andario, 03.04.2013
    Andario

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    Super!
    Danke schonmal für Eure Antworten.
    Die Erdung soll nur ein reiner Schutzpotenzialausgleich sein, kein Blitzschutz.
    Das mit dem 9m NIRO-Stab setzen lassen klingt für mich recht einleuchtend, auch wenn sich 9m erstmal recht lang anhört.
    Ich werde mich dann mal nach einer passenden Firma in der Umgebung umsehen, und mal fragen, was das kosten würde.

    Viele Grüße,
    Andario
     
  7. Dipol

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    Tippfehlerberichtigung: Es muss natürlich VDE 0185-305 lauten
     
  8. #7 Andario, 03.04.2013
    Andario

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    Kann das sein, dass 1,50m "DEHN+SÖHNE Tiefenerder Typ AZ D20 L1500 NIRO 620 902" ca. 100€ kosten? Dann wären 9m ja mal eben geschmeidige 600€ zzgl Versenken... Nicht eben ein Schnäpchen!
    Wie tief muss man denn eigentlich? Grundwasser ist bei uns nicht sonderlich tief, ich denke 4-5 m, könnte das aber sicher genau in Erfahrung bringen. Würde Grundwassertief reichen?

    Grüße,
    Andario
     
  9. Dipol

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    Maßvorgaben gibt es nur für Antennenerdung und Blitzschutz.

    Bezüglich der Erdfühligkeit kann man sich nur an den < 10 Ohm der DIN EN 62305 (VDE 0855-305) orientieren. Unterhalb dieses Grenzwertes sind auch für Blitzschutz kürzere Erder vom Typ A zulässig.

    Hier noch ein dezenter Hinweis für alle Heimwerker der sinngemäß auch für nachgerüstete Erder vom Typ A und Antennenerdungen gilt:

    Mehr dazu bei www.kleiske.de/body_fachinformation.htm insbesondere im Kapitel TREI-Schein.
     
  10. T.Paul

    T.Paul Moderator

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    Ja. Das wäre sogar fast günstig für einen Handwerksbetrieb. Standard-VK (netto) 108,10€ hier, Preisempfehlung VK Großhandel 119,11€. Du darfst den natürlich auch für 85€ Brutto im Internet bestellen, aber dann musst du beim Handwerker (wenn er rechnen kann und du überhaupt einen findest) mit einem höheren Stundenverrechnungssatz rechnen, da dieser i.d.R. durch den Materialaufschlag gedeckelt wird.

    Qualität kostet nunmal.

    Material, Lohnkosten, Kfz-Pauschale, Verbindungs- und Kleinmaterial - da kommen sicher 600 - 1.000€ Brutto auf Dich zu. Das Ding soll ja auch an die HES angebunden werden!? Du könntest den Graben (falls Außen gesetzt) erstellen, das spart Arbeitszeit ...
     
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