Steckdose so sicher?

Diskutiere Steckdose so sicher? im RCD (FI), PRCD, RCBO. Schaltungen und Probleme Forum im Bereich ELEKTRO-INSTALLATION & HAUSELEKTRIK; Guten Abend, Ich bin absolut neu hier um Forum mit der Bitte um Hilfe. Zu meiner Story, wir sind neu in eine Mietwohnung gezogen und haben ein...

  1. Elektroniete

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    Guten Abend,
    Ich bin absolut neu hier um Forum mit der Bitte um Hilfe.

    Zu meiner Story, wir sind neu in eine Mietwohnung gezogen und haben ein aar merkwürdig angeschlossene Steckdosen vorgefunden.. Angeblich wurde vor Einzug ein VDE check gemacht.
    Bei Einzug hingen sämtliche Kabel unisoliert von der Decke und aus den Wänden ( PEN Leitung, Klassische Nullung) beim tapezieren bin ich dann auf die Steckdosen gestoßen und frage mich nun, hat das so bestandsschutz?

    Kabel sind immer ein Schwarzes und ein Gelb Grünes..

    Ich hänge einfach mal ein Bild an. Screenshot_20220620_132603.jpg IMG_20220613_181150.jpg IMG_20220613_105314.jpg
     
  2. Elektroniete

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    IMG_20220613_105222.jpg IMG_20220613_104508.jpg
     
  3. Pumukel

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    Klare Antwort NEIN ! Einen Bestandsschutz gibt es in der Elektrotechnik nicht ! Bei der Steckdose geht der PEN zuerst auf den Schutzleiter und danach auf den N . Bei der Leuchte ist der Schutzleiter nicht angeschlossen !
     
  4. Elektroniete

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    Okai gut zu wissen, die Vermietung beruft sich auf Bestandsschutz, das sei alles OK so und der E check hat ergeben das dies so instand gehalten werden kann.

    Diese "Lampe" ist einfach nur ein langes Kabel was fast bis zum Boden hing blank ohne isolierung der enden.

    Deshalb denke ich nicht das dort ein Elektriker durch gegangen ist..

    Ich denke jemand vom Fach hätte zumindest alles erstmal irgendwie isoliert?
     
  5. thecookie17

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    Ganz wichtig bei der klassischen Nullung, die hier vorliegt ist, dass die PEN Leiter (hier Grün/Gelb) eine gute Verbindung zueinander haben, da andernfalls eine gefährliche Spannung auf dem Schutzleiter bzw einem angeschlossenen, metallenen Gerät bestehen kann. Daher ist es wichtig, diese gute Verbindung (Niederohmigkeit) zu prüfen.
    Bei der Steckdose müsste der Grün/Gelbe Leiter zuerst auf den Mittleren Kontakt geführt werden, da er zuerst PE ist, und dann mit einer blauen Brücke zum Rechten Kontakt, da er in zweiter Linie N ist. So wie es jetzt ist, ist es nicht ganz Korrekt, aber die Schutzmaßnahme wird dennoch nicht außer Kraft gesetzt.
    Also Mal alle Klemmen anschauen, ob die Adern richtig geklemmt sind ( ich sehe auf dem einen Bild die Isolierung der Grün/Gelben Ader etwas hervorstehen) und gegebenenfalls durch Wago-Klemmen ersetzen.
     
  6. Elektroniete

    Elektroniete

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    Darf ich fragen wieso zuerst auf die Erdung?

    Gibt es irgendeine Möglichkeit uns zu schützen mit solch Fi Steckdosen?

    Falls ich irgendwie einen Elektriker organisieren kann y was soll ich genau von ihm fordern?
     
  7. Toby T.

    Toby T.

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    Siehe Beitrag #2, der PEN ist in erster Linie Schutzleiter, dann Neutralleiter. Deswegen. Mal abgesehen davon, die blanke Brücke aus Beitrag 1 Bild 1 erweckt jetzt auch nicht gerade grosses Vertrauen...
     
  8. thecookie17

    thecookie17

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    Der Nulleiter (PEN).ist für die Nullung (Erdung) des Metallgehäuses auf 0V zuständig, damit es zu keinen gefährlichen Spannungen auf geerdeten Gehäusen kommt. (Aufgrund des Stromflusses auf dem PEN wird das Potential doch etwas angehoben, aber nicht auf gefährliche Spannungen). Diese geringe Potentialanhebung ist auch der Grund, weshalb es bei vernetzen Geräten über LAN zu Problemen kommen kann, wobei ich das noch nicht erlebt habe. Da Schutz vor Funktion geht erfüllt der Leiter zuerst die Schutzfunktion (PE) und danach die eigentliche Funktion Betriebsstromleiter (N).
     
    ISO5Zole gefällt das.
  9. Octavian1977

    Octavian1977 Moderator

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    Es gilt leider immer der Satz "zum Erstellugnszeitpunkt gültigen Normen und Richtlinien" und das wird hier wohl bis auf Kleinigkeiten erfüllt.
    Trotzdem ist die klassische Nullung ein erhebliches Risiko im Bezug auf den Schutz vor elektrischem Schlag, Schutz vor Bränden und sie ist auch sehr schädlich für elektronische Geräte.

    Die Anlage ist, den Farben nach zu urteilen, zwischen 1965 und 1973 errichtet worden, zu dieser Zeit galt bereits die Regel den PEN zuerst auf den PE Bügel zu klemmen.

    FI Steckdosen helfen teilweise, aber nicht bei den besonderen Gefahren der klassischen Nullung, nämlich der Spannung auf dem Schutzleiter, die im Fehlerfall bis auf 230V ansteigen kann in manchen Fällen sogar auf 400V.

    Leider kann sich der Vermieter auf den Standpunkt stellen es sei alles in Ordnung, trotzdem bleibt die Anlage in meinen Augen eine erhebliche Gefahr.

    Aus einer solchen Wohnung mit so einem Vermieter würde ich ganz schnell wieder aus ziehen, denn da ist die Elektrik sicher nicht das einzige an dem 45 Jahre nichts gemacht wurde.
     
  10. Elektroniete

    Elektroniete

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    Hallo und vielen Dank für die ganzen Antworten!

    Ein Auszug in naher Zukunft ist bei uns in naher Zukunft absolut nicht realisierbar, Angst habe ich nun aber trotzdem..
    Es soll die Woche nun doch ein Elektriker vorbei kommen und mal schauen

    Wäre es eine Möglichkeit vom SIcherungskasten eine 3 adrige Leitung zu ziehen die über einen fi abgesicherte ist zumindest für die Küchengroßgeräte? Also eine Leitung für Kühlschrank Waschmaschine und Spülmaschine, oder wäre das zu viel für eine Leitung?

    Ist soetwas überhaupt möglich mit der PEN Leitung?

    Die restlichen üblichen Haushaltsgeräte haben ja schutzklasse 2 und damit sollte ich ja damit glaube ich absichert sein.. Oder?

    Wirklich riesen Dank für eure Hilfe.

    Falls ihr Tipps habt was ich beim Elektriker alles bemängeln soll, immer her damit :)
     
  11. Octavian1977

    Octavian1977 Moderator

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    Die Gefährdung wird nicht geringer nur weil die Geräte kleiner sind.
    Bei der Klassischen Nullung ergibt sich die Problematik, daß auf dem Schutzkontakt eine gefährliche Spannung entsteht wenn der PEN einen zu hohen Widerstand hat.

    Grundsätzlich lässt sich eine Spannung auf dem PE nicht vermeiden, die bei einer Mangelfreien Anlage zwar keine Gefahr für die Gesundheit darstellt, gerne aber zu Schäden an elektronischen Geräten führt, denn es ergeben sich dadurch Ströme zur Antennenanlge und über alles was mit Erde verbunden ist.

    Eine Teilsanierung ist zwar ein Anfang reduziert die Gefahr aber nur im Geringen Maße solange noch klassisch genullte Restteile vorhanden sind.

    Bei der Verwendung von Schutzisolierten Geräten ergibt sich zwar keine Möglichkeit der Berührung mit dem Schutzkontakt, nur wenn an dem Gerät ein Schaden ist und die Schutzisolierung nicht mehr wirksam eben keine Abschaltung.
    Das an eine solchen Schadstelle (z.b. aufgescheuerte Zuleitung) eine so gut Leitende Verbindung entsteht, daß ein Strom von 80-160A zum fließen kommt um eine Sicherung rechtzeitig auslösen zu lassen ist äußest unwahrscheinlich.

    Klassische Nullung ist ein Sanierungsfall für die Ganze Wohnung.
     
  12. thecookie17

    thecookie17

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    Angst ist unangebracht.. Respekt sollte man haben vor der Sache und Bescheid wissen, aber wenn die Klemmstellen in Ordnung sind, ist es Panikmache, wenn man sagt, die Installation sei gefährlich..
     
  13. Octavian1977

    Octavian1977 Moderator

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    Und Bescheid wissen hilft einem dann wenn man an der Leitung hängt?

    Wenn die Klemmstellen JETZT in Ordnung sind heißt das nicht, daß dies so bleibt.
    Regelmäßige Prüfung wird es wohl kaum geben, auch wenn jetzt mal zum Mieterwechsel ein E-Check gemacht wurde.
    Wurden da auch alle Dosen geöffnet und alle Schraubklemmen nachgezogen?
    Wird das dann spätestens alle 4 Jahre gemacht, wobei ich bei klassischer Nullung eher zu Jährlicher Prüfung raten würde.
     
  14. thecookie17

    thecookie17

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    Eine Möglichkeit wäre es, die Schraubklemmen durch Wago Klemmen zu Tauschen. Dann wäre ein PEN Bruch schon sehr unwahrscheinlich.
     
  15. Octavian1977

    Octavian1977 Moderator

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    Es wäre durchaus ein Sicherheitsgewinn, allerdings ist dann immer noch kein FI einbaubar, was ein wesentlicher Faktor für die Sicherheit ist.
     
    patois gefällt das.
  16. thecookie17

    thecookie17

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    Ich verstehe die Auffassung der Gefährdung nicht.. Die Anzahl der Verkehrstoten ist 60x höher als die der Stromtoten... keiner würde darauf kommen davor zu warnen, am Straßenverkehr teilzunehmen. Und wer weiß wie viele komplett ungewartete, veralterte Installationen mit klassischer Nullung noch existieren.
    Ich hab gestern erst wieder eine Installation mit Stoffadern im Bergmannrohr gesehen, die jetzt erneuert wird.

    Nachtrag: Das soll nicht relativierend sein, jeder Tote ist einer zu viel, dennoch kann man mit dem Mittel Wago-Klemme und Fi-Steckdose die Sicherheit erhöhen.
     
  17. eFuchsi

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    Da ist Deutschland leider etwas hinten. Hier gilt bei Altanlagen leider der Bestandsschutz keine Aufrüstpflicht an aktuelle Normen.

    In Österreich greift hier unabhängig von VDE bzw. ÖVE das Mieterschutzgesetz, dass RCD Schutz VERPFLICHTEND vorschreibt. Bei jedem Mieterwechsel ist auch eine Überprüfung der Anlage durchzuführen.
     
  18. Elektroniete

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    Vielen Dank für den ganzen input!

    Die fi steckdose schützt aber nur vor Fehlern hinter dem Fi Stecker? Also quasi technischer Defekt im Gerät, da würde er bei Kontakt auslösen aber wenn der pen gebrochen ist irgendwo davor habe ich schlichtweg Pech?

    Kann man nicht einfach einen fi direkt hinterm sicherungskasten an der pen anschließen? Dann wäre ja immerhin alles ab da geschützt oder?
     
  19. eFuchsi

    eFuchsi

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    Leider nein, denn dann brauchst Du in den Wänden zu jeder Steckdose/Lampe eine 3-adrige Leitung.
     
  20. Elektroniete

    Elektroniete

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    Oh je, was würde denn soetwas kosten auf 70qm Wohnfläche? Leerrohre sind vorhanden, wie man das da durchfädelt wüsste ich aber nicht.

    Aber es wäre ein großes Plus an Sicherheit wenn man in der Küche zb eine Steckdose verlegt vom sicherungskasten an mit fi und die restlichen schutzklasse 2 Geräte an fi Steckern betreibt?
     
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