Steckdosenleiste mit Blitzschutz

Diskutiere Steckdosenleiste mit Blitzschutz im Blitzschutz, EMV, Erdung & Potentialausgleich Forum im Bereich ELEKTRO-INSTALLATION & HAUSELEKTRIK; Hallo zusammen, Frage zu den überall angebotenen Steckdosenleisten mit Blitzschutz: Ich habe unterschiedliche Meinungen von "völlig nutzlos"...

  1. #1 Sampler, 28.05.2007
    Sampler

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    Hallo zusammen,

    Frage zu den überall angebotenen Steckdosenleisten mit Blitzschutz: Ich habe unterschiedliche Meinungen von "völlig nutzlos" bis "absolut notwendig gehört"
    Ein Hersteller bietet z.B. unterschiedliche Qualitäten an, wobei die bessere Qualität mit höherer Stromstärke (einige 10.000 A) für teurere Geräte deklariert ist. Das macht doch keinen Sinn, wie soll ich denn beim Kauf die potentielle Stromstärke eines Blitzeinschlages einschätzen können ? Hängt die vom Preis meiner Geräte ab ? Bedeutet die Angabe, dass darüber hinaus die Geräte kaputt gehen, oder dass lediglich der Blitzschutz nicht mehr gegeben ist ?

    Vielen Dank für eine mögliche Erhellung.

    Sampler
     
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  3. #2 drei_phasen_kaspar, 28.05.2007
    drei_phasen_kaspar

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    hi,
    meiner meinung nach sind die dinger für'n PC und fernseher zumindest plicht. Dabei aber auf großartig qualität zu achten finde ich blödsinn. Weil einmal ausgelöst, kann man die eh wegwerfen.

    gruß kaspar
     
  4. #3 Fentanyl, 28.05.2007
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    Aaaaahhh - Fehlinfo-Alarm!

    Überspannungsschutzleisten sind mitnichten Pflicht, zumindest solche besserer Qualität aber natürlich sehr empfehlenswert, sofern der Feinschutz nicht schon auf andere Art und Weise adäquat realisiert wurde!
    Außerdem gibt es auch kein spezifisches "Auslösen".

    Die "Stromstärke" bedeutet eigentlich "Ableitkapazität" und sagt aus, wieviel die Ableiter in der leiste maximal ableiten können. Werte über 10-20kA sind aber ein reiner Marketingtrick, denn bei 1,5mm² Leitungsquerschnitt und 30m Leitungslänge gehen in der Regel nicht mehr als 3-5kA, manchmal sogar nur 1,5-4, manchmal (eher selten) 7-8kA und kurze Spitzen bis zu 7-10kA. Bei 2,5mm² und gleicher Leitungslänge gehen normalerweise 5-12kA, teilweise auch 15kA, manchmal nur 3-5kA, spitzenwerte so um 10-20kA.
    Mehr hat normalerweise keine Steckdose.

    Zudem können Varistoren, auch Parallelgeschaltet und bei guter Qualität, große Strommengen von mehreren 10kA (~40-100kA) nicht schnell genug abbauen, dass es reichen würde, um die energie schnell genug zu reduzieren - also selbst wenn die Ableitkapazität möglich wäre, ziemlich sinnlos!
    (die oben genannten Angaben beziehen sich auf eine Wellenform von 8/20µs)

    Steckdosenleisten bringen oft nicht viel und können sogar zum Brandrisiko werden, wenn nicht ein vorgeschalteter Mittelschutz (und wenn Erforderlich, z.B bei Dachständerspeisung und/oder vorhandenem äußeren Blitzschutz, ein Grobschutz) die starken Energieanteile ableitet - ansonsten ist evtl. die Schutzleiste überlastet, zumindest aber nehmen die Leitungen im Haus bei starken Blitzteilströmen erheblichen Schaden. Überspannungsschutz fängt also in der ersten Verteilung an, geht über die Unterverteilungen und wird dann durch Feinschutz und evtl Netzfilter oder sogar USV-Lösungen komplettiert! Die Datenleitungen sind genauso zu schützen!

    Überspannungen können extreme Impule (10/350µs mit 100 und mehr kA), mittlere Überspannungsspitzen (8/20µs, 10-50kA), wie sie auch beim schalten großer Verbraucher auftreten können, oder leichte Impulse (1-15kA 8/20µs) sein, von NEMP und und Schockwellen mal abgesehen! Überspannungsschutz wird primär realisiert über Funkenstrecken/Gasableiter, Varistoren und Dioden, wobei eine Überspannung nicht den Tod des Bauteils bedeuten muss. Erst ab einer gewissen Stärke und Dauer oder einer großen Anzahl von Ableitvorgängen ist das Bauteil "verbraucht" und muss getauscht werden.

    Man sollte bei Überspannungsschutz im Feinschutzbereich deshalb auf guten Quer- und Längsschutz achten, auf einigermaßen qualitative und resistende Bauteile und gute Verarbeitung - wenn man das nötige Wissen hat, kann man sich viele ableiter auch selbst bauen.

    MfG; Fenta
     
  5. #4 drei_phasen_kaspar, 28.05.2007
    drei_phasen_kaspar

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    @fenta
    du solltest lesen lernen.

    ich sagte "meiner meinung nach"

    gruß kaspar
     
  6. #5 Fentanyl, 28.05.2007
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    Und du solltest dir überflüssige Posts ersparen, denn mein Einwand bezog sich auch auf Teil 2 deiner Aussage...
     
  7. FNet

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    Nur ein komplettes Blitzschutzkonzept bietet eine hohe Sicherheit. Allein diese Steckerleisten allerding nicht. Man darf aber nicht vergessen, dass diese zu einem vollständigen Konzept gehören. Wenn man allerdings den Grob- und Mittelschutz nicht hat nützen diese Dinger bei Blitzschlag direkt Null.
     
  8. #7 Sampler, 29.05.2007
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    Hallo zusammen und vielen Dank für die Ausführungen.

    Ein äußerer Blitzschutz ist installiert und ich glaube, ein innerer Blitzschutz folgt noch. Das sollte wohl der mittleren Absicherung entsprechen (?). Das so eine Steckerleiste lediglich den Feinschutz bietet, steht natürlich nicht auf der Verpackung, klingt aber logisch. Was "bekommt" man denn beim Elektriker, wenn man einen Feinschutz bestellt ? Ein Haufen Steckerleisten in die Hand gedrückt ? Ich vermute, da gibt es auch andere zentrale Lösungen.

    Viele Grüße aus Köln

    Sampler
     
  9. #8 Fentanyl, 30.05.2007
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    Es gibt auch Ableiter für Verteilereinbau (z.B. DehnRail), aber das geht nur, wenn die Leitungslänge bis zum Gerät etwa 5m nicht überschreitet. 6 geht so grad noch, aber 8 oder 10 ist schon suboptimal!

    Es kommt neben dem Vorhandensein der Einzelnen Stufen auch auf deren Position im Stromnetz an. Ein Grobschutz sollte möglichst dicht bei ein- und Austrittstellen von Leitungen aus dem Haus positioniert werden, der Mittelschutz muss bei ausgedehnteren Installationen auch in alle Unterverteiler (ansonsten reicht evtl ein Kombiableiter im Hauptverteiler. die Feinschutzableiter hingegen sollten möglichst nah bei den Geräten sein, mindestens aber 5m vom Mittelschutz entfernt. Der Mindestabstand zwischen normalen mittel- und Grobschutzableitern beträgt etwa 15m, bei direkt koordinierbaren, speziellen Ableitermodulen kann dieser auch entfallen.

    Neben den Feinschutzableitern in Steckerleisten und für Verteilereinbau gibt es auch schon steckdosen (zum Einbau in die Wand) mit integriertem Feinschutz, es gibt kleine module, die man UP in eine Intallationsdose oder einen Brüstungskanal neben die steckdose setzen kann, und natürlich kann man durch Selbstbau individuelle Ableiterformen erstellen.

    Beim Kauf von Feinschutzableitern muss man aufpassen - manche Produkte sind den Namen nicht wert!

    MfG; Fenta
     
  10. #9 Sampler, 30.05.2007
    Sampler

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    Nach diesen druckreifen Ausführungen bin ich nun wohl bestens informiert. Danke dafür. Werde erst mal in Erfahrung bringen, ob nun noch ein Mittelschutz installiert wird.

    Viele Grüße
    Sampler
     
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