Sureline Netzschutzgeräte - kennt die wer? Alternativen?

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  1. #1 Fentanyl, 01.01.2016
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    Ich bin vor einiger Zeit zufällig auf die Sureline-Netzüberwachungs-Geräte gestoßen, habe diese aber selbst noch nie verbaut oder auch nur in der Hand gehabt. Neben dem hohen Preis für diese Schutzgeräte (1000 Euro aufwärts) bin ich skeptisch hinsichtlich der Qualität der Leitungsschutzschalter, die dabei zum Schalten genutzt werden - wenn die nicht absolut zuverlässig und qualitativ erstklassig sind, kann selbst die beste Elektronik das nicht kompensieren.
    Allgemein finde ich elektronische Schutzgeräte - als Zusatz zum Basisschutz (Kurzschluss-, und Überlastschutz, Überspannungsschutz B, C und evtl doch auch D, wenn mit häufigen niederenergetischen Transienten zu rechnen ist) - recht interessant und auch sinnvoll. Die Frage ist nur (nicht viel anders als hinsichtlich der Preispolitik von mechanischen B-Typ-FI), ob das wirklich soviel kosten muss - weniger universelle, bereits seit langem etablierte Schutzrelais (die z.B. auf Überspannung überwachen), kosten viel weniger. Gut, müsste man noch einen entsprechend reaktionsschnellen Schaltaktor auswählen - ein Halbleiterrelais könnte z.B. mindestens genauso schnell schalten. Falls das nicht in Frage kommt (z.B. wegen zu niedrigen Schaltkapazitäten) dürfte es auch kein allzu großes Problem sein, einen entsprechenden Schaltaktor zu entwickeln, der auch beliebig hohen Qualitätsansprüchen genügt und dessen Qualität somit über alle Zweifel erhaben ist.

    Lange Rede, kurzer Sinn:

    - Hat irgendjemand hier Erfahrung mit diesen Geräten oder wenigstens schonmal irgendwo eines verbaut?

    - Teilt ihr meine Bedenken hinsichtlich der Qualität des Aschaltaktorteils?

    - Wie bewertet ihr die Preise?

    - Teilt ihr meine Meinung, dass solche neuartigen Schutzgeräte nicht nur eine generelle Daseinsberechtigung haben, sondern dass deren mittel- und langfristiger Einsatz - auch im Hausbereich - eine logische (und wünschenswerte) Folge technischer Weiterentwicklung und gestiegener Ansprüche an die Elektroinstallationen darstellt?

    - Wenn man aufgrund der Unsicherheiten hinsichtlich der Qualität und/oder aus finanziellen Aspekten die hier erwähnten Geräte nicht verwenden, das Konzept aber nutzen möchte (der Ansatz ist gut, aber der ist ja nicht von dieser Firma erfunden worden), wie seid ihr gegenüber einer Eigenentwicklung eingestellt? Diese würde ein Maximum an schöpferischer Freiheit bieten und die Qualität wäre über jeden Zweifel erhaben. Ein Markt gibt es auch. Das ganze könnte als offenes Projekt organisiert sein (bitte nicht gleich als Spinnerei abtun, ich kann bei Interesse meine prinzipielle Vorstellung von einem solchen Projekt anbieten, ich habe mir dazu umfassend Gedanken gemacht).

    Eine (bereits bestehende oder mit bereits erhältlichen Komponenten konfigurierbare) andere Alternativlösung darf natürlich auch gern vorgeschlagen werden!

    MfG, Fenta
     
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  3. #2 werner_1, 01.01.2016
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    Ich habe die Beschreibung nur mal überflogen und keine techn. Daten gelesen.

    Wo willst du das Teil einsetzen?
    Als FI geht nicht (2 LSS hintereinander). Als LSS (FI/LS) wird dir das keiner bezahlen.
    Das Messmodul hat keine VDE-Zulassung :(
    Das Teil schaltet selbsttätig wieder ein - geht gar nicht!
     
  4. #3 Fentanyl, 01.01.2016
    Fentanyl

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    Tja, willkommen im Club! Wirkliche Detaildaten hab ich auch noch nicht gefunden, einiges kann man sich erschließen.

    Das ist schon gleich der erste Punkt, der mich zum Alternativkonzept oder im Idealfall (zumindest im idealistischen Idealfall ^^) zur Eigenentwicklung führt: Das was ich am liebsten machen würde, geht damit nicht wirklich, nämlich eine komplette UV/Installation (naja, vielleicht aufgeteilt auf 2 Teile) überwachen, ich denke da was Überspannungen angeht, weniger an Transienten - das geht mit Varistoren mehr oder weniger genauso gut, sondern an langanhaltende Überspannung durch Anschlussfehler, Sternpunktverschiebung, Fremdpotentialeinkopplung. Dass man mittels konventionellem Überspannungsschutz und entsprechender Vorschaltung auch pseudomäßig die Energieversorgung killen kann, weiß ich natürlich, aber diese Behelfslösung ist weder anspruchsvoll, noch flexibel, noch befriedigt sie mein Sicherheitsbedürfnis.
    Für kleinere Gruppen-Stromkreise (mit z.B. 6 Einzelstromkreisen) ist die Möglichkeit der elektronischen Fehlerstromerkennung in Verbindung mit individuell konfigurier- und anpassbaren Reaktionsmöglichkeiten IMO überaus attraktiv - und auch für eine automatische Wiedereinschaltung sehe ich vielversprechende Anwendungsmöglichkeiten - das muss selbstverständlich (wie allerdings eigentlich alles) je nach Wunsch/Anwendungsfall (de)aktivierbar und frei konfigurierbar sein. Möglichkeiten sehe ich z.B. für Serverstromkreise und andere kritische Betriebsbereiche - wenn das ganze frei konfigurierbar ist, kann man aber z.B. eine abgestufte Kaskade erstellen, in der je nach Strom/Zeit-Diagramm verschiedene Reaktionen erfolgen, evtl. sogar noch unter Zuhilfenahme weiterer Faktoren und/oder Parameter. Man könnte z.B. mehrere Fehlerstrommesskreise zusammenschließen und korrelieren lassen, wenn es eine realexistierende Situation gibt, in der es gegenseitige und/oder vorhersagbare Faktoren gibt, oder in der mehrere Stromkreise eines Installationsabschnitts im Zusammenhang gesehen werden sollten.

    Wenn das wirklich mit Auslösern versehene LS sind, hast du Recht (es scheint so, aber so ganz sicher bin ich mir da nicht. Würde sonst tatsächlich nur als FI/LS Sinn machen.

    Pro Stromkreis eher nicht, das stimmt - außer man will einen ganz bestimmten Stromkreis mit sensiblen und wertvollen Verbrauchern schützen. Das Potential, was ich für die dort angewendete Technologie sehe, kann man mit diesen Geräten jedenfalls nicht ausschöpfen!
    Wobei meine persönlichen Visionen die dort eingesetzte Technologie nochmal weit übersteigen!

    Nicht? Hmm, das hab ich garnicht bemerkt - das sehe ich jetzt aber nicht als ein wirkliches Problem an, sowas kann man im Notfall auch nachträglich prüfen und zertifizieren, wenn das Teil gescheit funktionieren sollte.

    Siehe oben - es gibt diese Situationen durchaus - aber das grundlegende Konzept der automatisierten Wiedereinschaltung von Stromkreisen ist doch eigentlich eine altbekannte Sache.

    Mfg; Fenta
     
  5. bigdie

    bigdie

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    Naja wenn du die 2ms nicht brauchst, kann man das im Prinzip auch selber bauen. Als Schalter kann man jeden FI benutzen, allerdings nur zum Ausschalten. Von Döpke gibt es auch Schaltantriebe für FIs, dann ginge auch einschalten, hab aber keine Ahnung was die kosten.

    Ich denke mal in der festen Installation wirst du für sowas aufgrund des Preises keinen Abnehmer finden. Vorstellen könnte ich mir so was eher bei einer Band oder Schaustellern. Die müssen ihre Anlagen, die ja nicht billig sind oft an zweifelhafte Steckdosen anschließen.
     
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