Überspannungsschutz von Dehn in Einkundenschrank

Diskutiere Überspannungsschutz von Dehn in Einkundenschrank im Blitzschutz, EMV, Erdung & Potentialausgleich Forum im Bereich ELEKTRO-INSTALLATION & HAUSELEKTRIK; Guten Abend, Ich habe vor kurzem eine Einkundenanlage verdrahtet(TN-S 3L), nun ist es so das der E-Planer einen Überspannungsschutz zusätzlich...

  1. #1 cybermoo, 18.06.2008
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    Guten Abend,
    Ich habe vor kurzem eine Einkundenanlage verdrahtet(TN-S 3L), nun ist es so das der E-Planer einen Überspannungsschutz zusätzlich haben möchte.Mein Chef hat einen 4poligen von Dehn(1 x DG M TNS 275) besorgt, in dem Klemmplan sind vor dem Überspannungsschutz noch drei Automaten (schwach)eingezeichnet. Werden die gebraucht??? Welche Absicherung brauche ich (reichen 3xB16A)?
    Dann ist ja noch die Platz frage, ich wollte wie folgt verdrahten...
    vom Zähler auf den Hauptschalter(63A)
    vom Hauptschalter auf den Überspannungsschutz und dann auf die Automaten Reihen.Kann ich mir Null und Pe von der Klemmschiene holen?? Es ist leider sehr voll in der Anlage und ich hab noch nie einen Überspannungsschutz eingebaut.Ich brauch schnell hilfe.

    http://www.dehn.de/design07_frame/frameset_d.html

    MfG cybermoo
     
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  3. #2 Octavian1977, 18.06.2008
    Octavian1977

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    Zunächst erstmal sollte die Zuelietung mindestens 16mm² ausgeführt sein.
    Der Überspannungsschutz muß immer abgesichert werden.
    Die Höhe der Sicherung wird vom Hersteller angegeben.
    Das Problem ist allerdings, wenn der Überspannungsschutz defekt ist und die Sicherung auslöst interessiert das eigentlich keinen, da die Anlage weiterhin funktioniert. Am Besten ist wenn die Vorsicherung der Analge ausreicht um den Überspannungsschutz mit abzusichern, dann läßt sich die Anlage mit defektem Überspannungsschutz nicht einschalten. Hat allerdings den Nachteil, daß bei defektem alles dunkel bleibt.

    Ein richtiger Überspannungsschutz besteht allerdings nicht nur aus einem Bauteil sondern aus Grob, Mitttel und Feinschutz bzw Klasse 1-3
    der Grobschutz kommt so nah wie möglich an die Hauseinführung sowie an alle Kabel und Leitungen die in das Haus gehen bzw es verlassen, sofern diese nicht anders geschützt sind.
    Der Schutz Klasse 2 kommt in die Unterverteilungen.

    Also einfach irgendwo mal so schnell einen Überspannungsableiter einbauen ist nicht ausreichend
     
  4. #3 cybermoo, 18.06.2008
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    Also die Zuleitung vom HA ist 25². Vom Zähler an gehts mit 10² einadrig flexibel weiter.
    Ich kann es leider auch nicht ändern, das nur in den Verteilungen der einzelnen Etagen ein Überspannungsschutz rein soll, ich muß das tun was mir gesagt wird.
    Es gab ja mal einen E-Planer, aber der hat sich mit dem Bauherren verstritten und kommuniziert nur noch über Anwalt.
    :cry:
    Kann mir keiner erklären wie ich jetzt am günstigsten den Überspannungsschutz rein bekomme??
    Wenn ich jetzt also vom Hauptschalter auf die Vorsicherungen und dann auf den Ü-Schutz gehe und dann zu den Sicherungsgruppen, sollte doch alles funktionieren oder?
     
  5. #4 Octavian1977, 18.06.2008
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    Ja das sollte so funktionieren.
    Aber Bitte beachten, daß die zulässige Absicherungsgröße für den Überspannungsschutz nicht überschritten wird.

    ist die Vorsicherung der UV z.B. 35A und der Überspannungsschutz darf nur mit mximal 25A abgesichert werden, bekommt der Überspannungsschutz direkt vor sich noch eine Vorsicherung für sich selbst.
    Version a:
    Vorsicherung35A
    |
    Sicherung 25A - UV
    |
    Überspannungsschutz

    Version b:
    Vorsicherung 25A
    |
    Überspannungsschutz - UV

    Version B hat den Nachteil, daß bei späterer Erhöhung der 25A Vorsicherung die zusätzliche Sicherung für den Überspannungunsschutz garantiert vergessen wird.
     
  6. #5 Fentanyl, 18.06.2008
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    Bitte komplett lesen!

    Wir brauchen mehr Daten, insbesondere solche, die Aufschluss darüber geben, ob B-Ableiter (Grobschutz) installiert werden müssen und ob Außenleitungen zu schützen sind. Argumente dafür sind u.A.:
    - Dachständerversorgung des Hauses
    - Dachständerversorgung im Umkreis von 1000m und weniger
    - Vorhandensein eines äußeren Blitzschutzes (Blitzableiter)
    - Vorhandensein von Blitzschutz-geerdeten Antennen bei exponierter Lage

    Für den Mittelschutz von Dehn gilt:
    - Vorsicherung maximal 125A gL (Dehnguard)
    - Vorsicherung minimal 25A gL
    - V-Verdrahtung ist der T-Verdrahtung vorzuziehen
    - FI dürfen NICHT in Schutzrichtung vor den Ableiter geschaltet werden (Ausnahme Leistungsschalter-FI-module, spezielle FI-Relais)
    - Die Netzform muß mit der des Ableiters übereinstimmen oder die kombination muss möglich sein (kein TNS-Ableiter für TT-Netze)


    Prinzipiell funktioniert ein gutes Überspannungsschutzkonzept so:

    - Leckstromfreie und idealerweise koordinierte B-Ableiter zwischen HAK und Zählerschrank (möglichst nah am HAK, optional können zur Trennung Leistungsschalter und Lasttrennschalter in plombierbaren Gehäusen installiert werden (der VNB muss keine B-Ableiter im Vorzählerraum erlauben, die meisten tun es aber sinnigerweise, daher schriftlich anfragen).

    - In den Nachzählerbereich und/oder die Unterverteilungen kommen C-Ableiter wie der Dehnguard.

    - D-Ableiter müssen mindestens 5m (Leitungslänge) vom C-Ableiter entfernt sein oder sie sind durch Induktivitäten (min. 5µH) zu entkoppeln.

    - Leitungen, die extensive Außenanlagen speisen, sind genau andersherum zu schützen.

    - Telefonleitungen sind ebenso in diesen Schutz einzubeziehen, SAT-Leitungen und alle anderen, das Haus erreichende oder abgehende Leitungen auch.

    - Mit Eigenbauableitern (siehe anderer Thread, ich werde demnächst noch andere Baupläne nachliefern) lassen sich viele Situationen sehr gut lösen und kostengünstig dazu. Im Unternehmensbereich ist dies noch etwas problematisch wegen der Zulässigkeit, im Privatbereich funktioniert es aber super!

    - Als Anschlußleiter für B-Ableiter sind nur mehrdrähtige und feindrähtige Leiter zu verwenden, wenn nicht Querschnitte von über 120mm² eingesetzt werden. C-Ableiter können auch feindrähtig angeschlossen werden.

    - Die Querschnitte betragen mindestens:
    - B: 10mm²/16mm² (empfohlen: 16mm²/25mm²)
    - C: 4mm² (empfohlen 10mm²)
    - D: 1,5mm² (empfohlen 2,5mm²)
    - unter einigen wenigen Voraussetzungen kann man die Querschnitte unterschreiten, aber das ist komplex und es ist immer besser, sogar nur die empfohlenen zu nehmen.

    - FI und standard-LS nicht(!!!) vor C-Ableiter (in Schutzrichtung). Das Schutzgerät muss mindestens eine gleich hohe Abschaltkapazität haben, wie die Ableitkapazität des Ableiters ist, plus 10%!

    - Auch mehrere Mittelschutzblöcke können je nach Leitungslänge und örtlichen Gegebenheiten notwendig werden!

    - Die Überspannungsableiter sind regelmäßig zu prüfen und bei Defekt zu ersetzen oder reparieren.

    In deinem fall bedeutet dies:
    Der Mittelschutzblock wird, evtl über einen Trennschalter, der UV parallel geschaltet. Eigene Absicherung braucht der in dieser Konfiguration nicht!

    Ansonsten: Es ist immer ratsam, nach wunden Punkten des Auftraggebers zu suchen und sich über dessen Persönlichkeit eingehende Gedanken zu machen. Es ist oft garnicht so schwer, andere Menschen zu manipulieren. Man sollte zunächst einmal versuchen zu ergründen, WARUM der gute Mann gegen ein umfassendes Konzept ist und ob diese Ängste rational sind oder nicht. Jemand, der finanziell gerade auf dem Zahnfleich geht und sich beim Bau vielleicht übernommen hat, wird deutlich umgänglicher mit dem Vorschlag sein, schon ein komplettes Konzept einzurichten, dies jedoch nach und nach zu tun. Die Wichtigkeit muss er natürlich verstehen. Zumeist ist es so, dass wenn die Leute erstmal technisch halbwegs begriffen haben, warum man dies oder jenes braucht, auch eher zusätzliche Investitionen einsehen. Natürlich gibt es auch Leute, bei denen garnichts hilft, aber man kann sich dann zumindest sagen, es versucht zu haben!

    MfG; Fenta
     
  7. #6 Octavian1977, 19.06.2008
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    Auf Dich hab ich ja schon gewartet :)

    Bin völlig Deiner Meinung allerdings will der Kunde hier wohl nur einen Ableiter in die UV haben.
    Das das Ganze dann nicht wirklich sinnvoll funktioniert steht hier meines Erachtens nicht zur Debatte.

    WAs hat mein Chef noch gesagt?
    Wenn der Kunde das will bauen wir den Schaltschrank auch an die Decke.
     
  8. #7 Fentanyl, 20.06.2008
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    Ich schreibe trotzdem, was ich denke! Und bei mir bekommt der Kunde nur sinnvolle Lösungen, Ausnahmen sind da sehr selten!
    Wobei ich das auch nicht als Beruf mache und daher nur das annehme, was mir persönlich gefällt!

    MfG; Fenta
     
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