Umfangreiche Fragen zum Thema EMV/PA

Diskutiere Umfangreiche Fragen zum Thema EMV/PA im Blitzschutz, EMV, Erdung & Potentialausgleich Forum im Bereich ELEKTRO-INSTALLATION & HAUSELEKTRIK; Hi, ich bin gerade dabei eine strukturierte EDV Verkabelung im Haus zu installieren. Neues Rack, neue Hardware (Server, Switch etc). Diese...

  1. #1 kleinem, 19.10.2020
    Zuletzt bearbeitet: 19.10.2020
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    Hi,

    ich bin gerade dabei eine strukturierte EDV Verkabelung im Haus zu installieren.
    Neues Rack, neue Hardware (Server, Switch etc). Diese Komponenten möchte ich natürlich so gut wie möglich schützen.

    Folgende Themen wollte ich mit meinem Eli besprechen, der meinte leider nur mit EMV und PA hat er sich nicht wirklich beschäftigt,
    da müsste er beim HF Kollegen nachfragen. Sprachs und ging wieder :(

    1) Den KabelTV Anschluss mit einem galvanischen Trennglied trennen und natürlich in den PA aufnehmen. Kabel Anschluss terminiert nur im Rack am Modem, kein TV. Laut Kabelnetzbetreiber Standardmäßig nicht ausgeführt, aber erlaubt.
    2) Eventuell die Montageplatten der Access Points (AP) in den PA aufnehmen.
    Klingt komisch, Cisco empfiehlt es für gewisse Funktionen der APs wie Clean Air.
    3) Die SAT Schüssel ist ausserhalb des Schutzbereichs an der Gartenmauer mit einer Wandhalterung montiert und nicht geerdet. Es gibt keinen Multiswitch.
    4) Es gibt keine formale HES da nur PVC Rohre, sondern nur im Schaltschrank einen Klemmblock an dem PEN Brücke, Schutzleiterklemmblock, PA des Racks und Erdung zusammenlaufen.
    Die Erdung geht leider quer durch den halben Keller (sieh Bild) da beim Bau 1995 auf die Mauerdurchführung vergessen wurde :(
    5) Netzform seit Freitag TNCS, davor TT. Ich meine mich zu erinnern, dass die Erdung bei der Herstellung schon relativ grenzwertig war.


    Folgende Fragen ergeben sich für mich
    1a) Soweit ich verstanden habe brauche ich keinen Überspannungsschutz mehr wenn ich ein Trennglied installiere. Korrekt?
    1b) An welcher Stelle (3 braune Kreise) sollte ich das Trennglied platzieren? Soweit ich verstanden habe immer "frühest möglich beim Eintritt in die Gebäudehülle"
    1c) Wenn ja wohin? neue Pot Schiene im DG, und von dort in den HV? oder direkt in den HV? oder in den Keller ins Rack ziehen?
    2a) Macht Sinn?
    2b) Wenn ja wohin? neue Pot Schiene im DG, und von dort in den HV? oder direkt in den HV? oder in den Keller ins Rack ziehen?
    2c) Macht es Sinn die Schirmung des Cat6 Kabel an diese Stelle - noch einmal (also Zusätzlich zur Brücke im Rack) - mit dem PA zu Brücken?
    3a) Blöde Frage, aber ist es möglich mich zu schützen ohne die SAT Schüssel zu erden? (Ich fürchte ich kenne die Antwort schon) Ist baulich mM leider nicht schön zu lösen.
    Alle Lösungen die ich gefunden habe, zb DEHN DGA GFF TV setzen eine korrekt geerdete Anlage voraus.
    3b) Gehen wir mal von einer geerdeten SAT Schüssel aus. Welchen Überspannungsschutz benötige ich dann? bzw selbe Frage wie vorhin. Wo/Wie führe ich das am besten an den PA?
    4) Das Thema Pot Schiene zieht sich durch das Thema. Aus meiner Sicht gibt es mehrere Möglichkeiten. a) neue Schiene im DG, von dort mit Stich in den HV b) Sternförmig direkt in den HV c) Sternförmig in den Keller ins Rack ziehen.
    5) Nachgemessen hat der Kollege am Freitag nichts. Gibts da seit der Umstellung was zu beachten?

    Allgemeine Frage zur Schirmung meiner CAT6 Kabel. Soweit ich verstanden habe sollte man diese immer an beiden enden in den PA aufnehmen.
    Macht ja auch Sinn, in einem Datacenter geht ein Panel von Rack zu Rack, da ist das kein Thema.
    Bei Endgeräten mit Schukostecker auch kein Thema, da häge ich ja an der Erdung.
    Aber hab ich dann bei Endgeräten ohne Schuko Stecker ein Problem? zb Access Point (siehe Frage 2c), TV mit Euro Stecker, Kabelmodem etc.


    Ich weiß das ist relativ viel, aber ich fürchte mein Elektriker hier am Land ist damit ein bisschen überfordert.
    Drum hoffe ich auf eure Hilfe.

    Vielen Dank und lg.

    upload_2020-10-19_9-23-4.png
     
  2. patois

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    Wieso gibt es zwei "AP" ?
     
  3. #3 kleinem, 19.10.2020
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    AP steht hier für Access Point
     
  4. patois

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    Danke
     
  5. #5 kleinem, 19.10.2020
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    Ich bin mir nicht sicher ob deine Frage bzw. Antwort ernst gemeint waren?
    Vielleicht hast du die Begriffe Access Point (AP) und Potentialausgleich (PA) irgendwo verwechselt?
    Oder ich an einer Stelle?

    Ich gehe jedenfalls davon aus, das jedem hier klar ist warum man mehrere Access Points in einem Gebäude installiert.
    Nämlich um die entsprechende Abdeckung zu erreichen.

    Ich bin jedenfalls etwas irritiert ob deiner Posts.
     
  6. karo28

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    Wenn die Montageplatte keine Spannungen, Potentiale verschleppen kann, dann nicht erforderlich im Sinne Schutzpotentialausgleich. Aber möglich, das der Hersteller der AP einen Funktionspotentialausgleich empfiehlt.

    HES/HPA in KG/Verteiler, von dort die evtl. erforderlichen öPA-Schienen mit passenden Querschnitt anfahren.

    Wieso Cat6, Standard heute duerfte Cat7 sein? Zusaetzliches Auflegen der Schirmung sollte hier nicht erforderlich sein, sauberer PA, einseitig aufgelegter Schirm.

    Wenn die Sat-Schüssel fernab vom Gebäude steht, würde ich die einkommenden Leitungen ins aus blitzstrombelastet betrachten und diese mit entsprechenden ÜSP am Gebäudeeintritt behandeln.

    Was willst du immer im DG mit dem PA? Wenn der Hausanschluss umgestellt wurde, sollte es in Nähe des HAK eine HES geben, Auftrennung TN-C-S dann ab HAK oder in NAR des Zaehlerplatzes. Ist das bei dir anders ausgefuehrt oder geplant? Oder redest du von Dachständer/Dacheinspeisung???

    Ja, DIN VDE 0100-600.
     
  7. #7 Octavian1977, 19.10.2020
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    Octavian1977 Moderator

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    Warum gibt es keine HES? (Haupterdungsschiene)?
    Wo geht denn der Fundamenterder des Hauses drauf?
    BJ 1995 wäre dieser für das Haus Pflicht gewesen.

    Es wäre für Dein Netzwerk besonders darauf zu achten, daß ab Hausanschlußkasten ein reines TN-S Netz vorhanden ist.
    Datenleitungen legt man eher nur auf einer Seite auf den PA um parallele Ströme über den Schirm zu vermeiden.
    Diese Methode ist allerdings beim Thema Überspannungsschutz wieder von Nachteil.
     
  8. #8 Dipol, 19.10.2020
    Zuletzt bearbeitet: 19.10.2020
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    Zu 1) Nach Blitzschutzzonenprinzip sollen Schirme von Kabeln aus und in LPZ 0B und danach SPD 1 Blitzsztomableiter möglichst nahe der Gebäudeeinführung in den Schutzpotenzialausgleich einbezogen werden. Blitz- und überspannungs-technisch ideal wäre wie in Bild 6 der DIN EN 60728-11 dargestellt die Reihung
    >> indirekter PA des Erdkabelschirms nahe der Gebäudeeinführung
    >> Galvanisches Trenngleid (GTG)
    >> HÜP
    >> Hausanschlussverstärker (HAV)/BVT.
    In der Praxis werden galvanische Trennglieder zumeist zwischen HÜP und bzw. am HAV/BVT montiert. Ein GTG ist normativ nur bedingt gefordert. M. E. aber auch wenn es der jeweilige KNB nicht verlangt immer sinnvoll.
    Zu 2) JA! Anschluss direkt an der noch nachzurüstenden HES mit Verbindung zum nach DIN 18014:1994 sowie davor schon VDEW-Forderungen vorgeschriebenen Fundamenterder und dem gezeichneten Vertikalerder.
    Zu 3) Nach DIN EN 60728-11 (VDE 0855-1):2019-02 sind nur solche Außenantennen von blitzstromtragfähiger Erdung befreit, die
    • sich (logischerweise einschließlich der Kabel) innerhalb von 1971 ohne wissenschaFtlicher Grundlage als sicher angenommenen Fassadenbereichen
    • oder noch im Schutzraum einer Gebäudeblitzschutzanlage befinden und
    • an denen - mit oder ohne Multischalter - nur eine Wohneinheit angeschlossen ist.
    Zu 4) Ein Schutzpotenzialausgleich ist auch bei isolierten Verbund- oder reinen Kunststoffrohren auszuführen!
    Zu 5) Siehe Nachfragen.

    Zu 1a) Falsch, beides hängt nicht zusammen!
    • GVTs verhindern, dass das BK-Erkabel als Potenzialausgleichsleiter gequält wird.
    • Davon gänzlich unabhängig sind Forderungen nach DIN VDE 0100-443/-534 für Neubauten und Grundsanierungen und nach Reihe IEC 62305 für Gebäude mit Blitzschutzsystem nach SPD 1 Blitzstrom- und/oder SPD 2 Überspannungsableitern, welche bei Erfordernis einen temporären Kurzschluss erzeugen.
    • Wenn man sich aus aus meist optischen Gründen für abgesetzte Antennenmontagen entscheidet, die nach meinem Sicherheitsranking auch mit normkonformen Erder an der Antenne und PA nahe der Kabeleinführung ins Gebäude unsicherer als konventionell geerdete Dachantennen sind, kann man den Nachteil mit energetisch koordiniertem ÜSE-Schutz reduzieren, der ohne LPS normativ aber nicht gefordert ist.
    • Das Koax ins DG ist ein "prima" Blitzfänger und das kann auch über eine normkonformer Erdung der Antenne, die mit einer nachgerüsteten HES verbunden ist, nicht nachhaltig von hinten schützen.
    Zu 2a) Seit Urzeiten hat sich weder bezüglich Erdung und PA von Antennen noch dem Standort von HES möglicht auf oder unter Erdniveau etwas grundsätzlich geändert.
    Zu 3a) Ja, z. B. ausreichenden Sicherheitsabstand von dieser mehrfach grob normwidrigen Anlage einhalten. :)

    Sollte St. Florian versagen und bei dir ein seltener Direkt- oder Naheinschlag auftreten, würde eine Antennenmontage in nicht erdungspflichtigen Fassadenbereichen immerhn dahingehend Sicherheit bieten, dass die Versicherung den Schaden regulieren muss.
    Zu 4a) Ich unterlasse die mir auf der Zunge liegenden Kommentare zugunsten einer Modifikation deiner Grafik, wenn die Nachfragen beantwortet wurden.
    Zu 5a) Dass es den "Kollegen" gibt fällt mir schwer zu glauben, denn das ist nach Erfahrung eine typische Anfrage eines User, der aus Foren Know-How für DIY saugt. :)

    NACHFRAGEN:
    Worauf gründet deine Erinnerung bzw. Meinung zur Erdung. Was war grenzwertig?
    Wo befindet sich die Anschlussfahne an den 1995 vorgeschriebenen Fundamenterder und was ist mit Mauerdurchführung gemeint?
    Material, Abmessungen, Einbautiefe des Tiefenerders und dessen Abstand zum Hausgrund?
    Womit ist der 16 mm² Kupferdraht am Erder angeschlossen?
    Wie weit und aus welchem Grund wurde die Antenne vom Haus abgesetzt?
    Wo ist der obligatorische HÜP installiert?
    Bitte erläuternde Fotos insbesondere vom Erderanschluss und dem als ungewollte Fangleitung ins DG gezogenen Koax.
     
  9. #9 kleinem, 19.10.2020
    Zuletzt bearbeitet: 19.10.2020
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    Vielen Dank erstmal für eure Antworten.

    Es ist leider (für mich) nicht so leicht die baulichen Gegebenheiten in Worten zu beschreiben.
    Darum habe ich mich ja in der Zeichnung versucht. Ist wohl leider etwas schief gegangen.

    Ich will versuchen ein paar Punkte zu präzisieren.
    Das obere Bild ist der Grundriss, das untere die Seitenansicht. Aber ich hoffe das war klar.
    HV=Zählerschrank (*editiert)
    DG=Dachboden, also unbewohnt und verstaubt

    Zum Thema HES. Der Erder geht direkt in den HAK.
    Vor der Umstellung auf eine kleine Schiene zu all den Schutzleitern der Verbraucherstromkreise.
    Nach der Umstellung gibts im HAK einen Klemmblock auf dem o.g. Schiene, Überspannungsableiter, PEN Brücke, und Rack Pot Ausgleich zusammenlaufen.
    Das ist jetzt keine HES Schiene der Marke OBO Modell xyz, sondern wie gesagt halt nur ein Klemmblock.

    Warum versteife ich mich jetzt so auf den Dachboden? Die Leerrohre der AP Anschlüsse gehen durch die Decke über den Dachboden, dann über einen "Steigschacht" hinunter in den Keller. KabelTV Einspeisung und SAT gehen ebenfalls über den Dachboden in das Haus. Es wäre also (theoretisch) einfach, dort oben eine Schiene zu montieren und dort AP Montageplatten (nicht Spannungsführend) Funktionspotentialausgleich, sowie Kabel und SAT PA dort zusammenzuführen, und dann den Klemmblock im HAK anzufahren. Oder sollte man alle PA Leiter einzeln, also möglichst Sternförmig hinunterziehen?

    Zum Thema SAT. Wenn, dann lasse das jedenfalls eine Fachfirma machen. Aber eventuell habe ich ja so die Möglichkeit vorzuarbeiten, bzw. Voraussetzungen zu schaffen, auf die diese aufbauen können. Also zb schon eine Schiene am Dachboden.

    Thema Datenleitungen ist mir soweit klar. Vielen Dank. Es sind übrigens Cat7 Kabel und Cat6a Buchsen ;)

    Bleibt noch BK. Wie gesagt, meinem Verständnis nach sollte die Trennung an der Hauseinführung erfolgen. D.h. Links oben. D.h. ich müsste paralell eine Strippe in den HAK ziehen. Das sind immerhin 25m. Oder könnte ich auch einfach nur das Trennglied links oben installieren, und die Schrimung im Rack abgreifen und in den PA führen.
    Das ist zwar nicht normgerecht, aber Links oben im letzten Eck vom Dachboden klemmt den Anschluss sicher garantiert mal eben "versehentlich" ab....
    Es gibt übrigens keinen Hausanschlussverstärker, da der HFC Knoten direkt auf unserer Gasse steht. Im Gegenteil, es gibt sogar ein 6dB Dämpfungsglied.

    *edit
    Anm.: Antwort von Dipol hat sich mit diesem Post überschnitten.
     
  10. #10 Octavian1977, 19.10.2020
    Octavian1977

    Octavian1977 Moderator

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    Das der Erder in den HAK geht glaub ich kaum, da ist auch weder Platz für einen Klemmblock noch um weitere PA Leitungen ein zu führen oder auf zu legen.
    Meinst Du hiermit den Zählerschrank?
    Auch hier wird kaum der Erder direkt in den Schank gehen, oder geht da ein blankes Zink oder VA band in den Kasten?
    Kann ich mir kaum vorstellen.

    Die HES gehört direkt an den Erder der dort aus dem Boden kommend direkt aufgelegt wird.
     
  11. #11 kleinem, 19.10.2020
    Zuletzt bearbeitet: 19.10.2020
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    @Octavian1977
    Stimmt, wieder fehler meinerseits. Mit HV meine ich den Zählerschrank.

    Hallo Dipol, auch dir vielen Dank für deine Antworten.

    An diesem Punkt muss ich erstmal erwähnen, das sich die Anlage in Österreich befindet.
    Das heisst Stichtage für Erder o.Ä. gelten nicht. Am Prinzip wie Blitzschutz oder Erdungsanlage funktionieren, sollte das aber wohl nichts ändern ;)

    Es handelt sich um das Haus meiner Mutter. Und ja, die hat vor Jahren eine Gartenmauer errichten lassen und aus irgendwelchen Gründen entschieden dass die SAT Schüssel vom Dach auf die Mauer kommen soll. Da haben dann wohl die Maurer "einfach so" das Teil von A nach B verfrachtet und gut ist.

    Durch die Aufrüstung des Hauses mit strukturierter Datenverkabelung beschäftige ich mich jetzt sehr viel mit der elektr. Anlage des Hauses bzw dem Thema allgemein.
    Wir hatten bis Freitag zb nur einen Typ AC FI, keinen Überspannungsschutz oder Nullung. Theoretisch und in einer Laborumgebung ohne Spannung würd ich das vielleicht sogar hinbekommen, aber sowas mach ich doch nicht selbst, ich bin ja nicht Lebensmüde. Klar mach ich sehr viel DIY, aber ich weiß auch wo meine Grenzen liegen. Also um nochmal auf deine Anmerkung zurückzukommen, ja den "Kollegen" gabs wirklich und es hat sich so zugetragen wie beschrieben.


    Wohlgemerkt ich war damals 14(?) und hatte meinen ersten Elektrobaukasten bekommen.
    Bei der Abnahme der Anlage war ich dabei, bei der Messung des Erdungswiederstands(?) wurden die Mienen verzogen und gemeint der sei Grenzwertig.
    Welcher Erder verbaut ist kann ich leider nicht sagen.
    Auch Frage #5 ist sehr unglücklich formuliert. Habe ich durch die Nullung andere (strengere) Anforderungen an den Erdungswiederstand als davor? Sprich, habe ich eventuell ein funktionales Problem?
    Der 16qmm Kupferdraht geht vom Zählerschrank quer durch den halben Keller zu einer Abzweigbox, dort ist er mit Rundstahl verklemmt und wird kurz darunter nach aussen geführt.
    Die Stelle wurde deshalb gewählt, weil dort die Baugrube noch nicht zugeschüttet wurde. No comment...
    Aktuelle Fotos kann ich leider nicht liefern da nicht vor Ort, aber ich hab zwei vom Zählerschrank (vor der Umstellung) entdeckt.
    Der Kabel HÜP ist ein Anschlusskasten an der Aussenfassade des Hauses, von dort gehen zwei Leerrohre auf den Dachboden. D.h. frühestens dort kann ich das GTG installieren.

    [​IMG]

    [​IMG]
     
  12. Dipol

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    Dagegen wäre in Absprache mit einer real beauftragten konzessionierten EFK nix einzuwenden, allein mir fehlt der Glaube, dass es die gibt.

    Bezüglich Antennentechnik im allgemeinen und Antennensicherheit im besonderen sind nur wenige Ausnahme-Starkstromer wirklich kompetent und ausgerüstet, gleichwohl mein üblicher Hinweis auf NAV § 13.
    Blitzströme sind auf möglichst kurzem Weg primär senkrecht nach unten in Erde abzuführen.

    Das gilt für Ableitungen von LPS ebenso wie für blitzstrombeaufschlagte Erdungsleiter aus 16 mm² Cu oder mit Teilblitzströmen belasteten PA-Leitern bis zu 6 mm² Cu.

    Auch PA-Leiter, die primär zum Schutz gegen den elektrischen Schlag gedacht sind, gehören zur Vermeidung induktiver Blitzstromeinkopplungen möglichst "schleifenfrei" geführt und wo galvanische Teilblitzeinkopplungen möglich sind, verbietet sich ein gefährlicher Umweg über das Dach noch mehr.
    Jetzt noch ein verharmlosendes "zwar nicht normgerecht" deutet daruf hin, dass du lediglich einen Persilschein für deine gefährliche grob normwidrige Ausführung suchst, wozu weder ich noch andere User befugt sind. Normativ gleichermaßen ahnungslose Claquere für unterlassene oder unsinnige Ausführungen wie z. B. normwidrige getrente Erder ohne PA zum Schutzpotenzialausgleich trifft man nicht nur m noch am ehesten in CB-Funk-Foruen an.
    RÄUSPER: Mit Vertrag bei einem KNB ist ein HÜP obligatorisch und ein angeblich ungenutztes sowie terminiertes BK-Kabel passt kein bisschen zu einem 6 dB Dämpfungsglied. :rolleyes:

    Ob das ein ungewolltes Outing war und der BK-Anschluss "schwarz" genutzt wird, ist dein Problem. Murks bei vielfach in anderen Gebäuden geerdeten BK-Kabeln ist sicherheitstechnisch ist weit weniger relevant als das gefährliche Luft-Koaxkabel ohne PA an der Einführung ins DG von einer ungeerdeten Antenne in LPZ 0A. Dagegen sind Erörterungen um GTG und Co. absolut nachrangig.

    Dann bin ich mal gespannt, ob zu den Rückfragen noch etwas folgt, denn beim Tiefenerder würde ich mich wunderen, wenn der fachgerechter wäre und für Antennenerdung genügt.

    Ich empfehle vorab auf einen legalen Kabelanschluss umzusteigen und die Blitzfänger-Koaxleitung unverzüglich wieder zu demontieren, weil sie viel teuerer werden kann als die ersparten Kabel-Gebühren.
     
  13. Dipol

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    Mit ÖVE-ÖNORMEN kenne ich mich nur oberflächlich aus und seit wann nach OENORM E 2750, von der ich nur die Ausgabe von 2006 habe, oder Vornormen Fundamenterder gefordert sind, darfst du selbst ermitteln.

    Fakt ist aber, dass die für Antennensicherheit in A u. a. harmonisierte ÖVE-EN 60728-11 für Antennensicherheit (für BK- und Satellitenantennen) durch nationale Normen überlagert wird, die aktuell bei den Maschenweiten für Fundamenterder und den Abmessungen von Erdern Typ A strenger als DIN 18014 bzw. DIN EN 60728-11 sind.

    FAZIT: Auch nach Austria-Normen, ist deine Ausführung grob mangelhaft.
     
  14. patois

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    Hoffentlich bist du jetzt in einem Alter, wo du weißt wie der Elektriker "Widerstand" schreibt :rolleyes:
     
  15. #15 Dipol, 19.10.2020
    Zuletzt bearbeitet: 19.10.2020
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    Und das gleichermaßen nach deutschen wie österreichischen Normen.

    Nachstehend Bild 1 der Vorgängernorm ÖNORM E 2790:1971-07, welche die Vorgängerausgabe von 1975-09 ersetzt hat. Die habe ich noch nicht, aber die Ausgabe von 1975 der VDEW Richtlinien für das Einbetten von Fundamenterdern in Gebäudefundamente.

    Beide Bilder ähneln sich in Stil und Inhalt bis hin zur Wanddarstellung frappant, so dass man annehmen darf, dass die ÖNORM E 2790:1975-09 nicht viel anders ausgesehen hat und in Österreich bereits 1975 Fundamenterder + Schutzpotenzialausgleich mit HES, früher Hauptpotenzialausgleich und PAS genannt, zu installieren waren.

    Erder A+B_[Fo36].jpg Erder A+B_[Fo37].jpg

    Dass Normen in Österreich Gesetzescharakter haben und nicht wie bei uns "nur" Anerkannte Regel der Technik" sind, schränkt die Spielräume für fachwidrigen Murks offenbar nicht ein.
     
  16. #16 kleinem, 19.10.2020
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    Hi, und danke nochmal für deine ausführlichen Erklärungen.

    Warum das damals so ausgeführt wurde, wer das abgenommen hat etc. kann ich nicht beurteilen.
    Meine Vermutung ist, dass einfach auf eine HES Schiene verzichtet wurde weil es keine Metallrohre oder sonstiges gab.
    Und der beschriebene Rundstahl ist wohl die Anschlussfahne.
    Vielleicht kann ich meine Mutter ja instruieren ein Foto von der Klemmstelle zu machen.
    Aber wie gesagt, das ist 16qmm CU auf 16(?)qmm Stahl der durch die Mauer nach aussen geht.

    Die BK Leitung ist meinem Verständnis nach jedenfalls im geschützten Bereich.
    Ein äusserer Blitzschutz ist vorhanden, und der (echte) HAK und BK HÜP gleich daneben an der Aussenfassade, innerhalb des geschützten Bereichs.
    Baulich leider nicht anders möglich als die übers DG zu führen.

    Wie gesagt, sorgen macht mir die SAT Anlage.
    Und wenn ich sage, ich lasse das eine Fachfirma prüfen, dann mach ich das auch so.
    Ich habe es weder im echten Leben, und schon garnicht in einem anonymen* Internet Forum nötig zu lügen.
    Aber ich möchte mich vorher informieren was zu tun wäre, um mit der Firma halbwegs auf Augenhöhe reden zu können,
    damit die mir a) keinen Mist verkaufen und wer weiß, vielleicht kann ich b) Teile oder gar alles unter deren Regie in DIY machen.
    c) Ich eigne mir generell gerne Wissen an. V.a. wenns um Elektrotechnik geht.

    Ich schätze deine Beiträge, und kann sachliche Kritik einstecken.
    Aber wenn du es nicht schaffst haltlose Unterstellungen und den tw. untergriffigen Ton zu unterlassen, dann kann ich gerne darauf verzichten und bitte dich einfach nicht mehr auf meine Beiträge zu antworten.
    Ich weiß nicht wie du zB darauf schließt das ich schwarz Kabelfernsehen beziehe, wo ich x mal ein Modem im Rack erwähne und eine SAT Anlage habe.
    Auch ein bisschen weniger Zynismus würde deine Beiträge verständlicher machen.


    Ui, da bin ich wohl ein spätzünder oder das "e" ist mir in der Hitze des Gefechts reingerutscht. :D
     
  17. #17 Dipol, 19.10.2020
    Zuletzt bearbeitet: 20.10.2020
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    Auch nach mehrfachem Nachlesen kann ich den Widerspruch zwischen den Aussagen mit BK-Erdkabel ist terminiert (also stiilgelegt) und Pegel muss ohne Verstärker noch mit einem 6 dB-Dämpfungsglied abgesenkt werden (also BK-Anschluss trotz Sat.-Antenne genutzt), logisch nicht anders auflösen.

    Die Info, dass ein Blitzschutzsystem vorhanden ist, fällt dir etwas spät ein und hat nach Reihe ÖVE EN 62305 Konsequenzen für alle Energie- und TK-Leitungen einschließlich BK- und Sat.-Antenne. Wunschgemäß werde ich mich weder dazu noch z. B. zur Verbindung von 16 mm² Kupferdraht mit einem Stahldraht von 16 mm² Querschnitt (oder 16 mm Durchmesser?) äußern.
     
  18. patois

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    .
    Manchmal ist ein Kommentar bei einer solchen Sachlage auch garnicht nötig. ;)
     
  19. #19 kleinem, 20.10.2020
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    In meinem Sprachgebraucht steht terminieren nicht für "stillgelegt" sondern Abschluss einer Leitung.
    "Ausserhalb des Schutzbereichs" impliziert einen vorhandenen (innerhalb) Schutzbereich.

    Zur Erdungsanlage kann ich auch nicht mehr sagen, es ist halt so wie es ist - jedenfalls sicher nicht normgerecht, irgendjemand hat es abgenommen.
    Ob das jetzt 16qmm oder 16mm Durchmesser sind kann ich jetzt nicht nachmessen, wie gesagt, ich bin nicht vor Ort. Aber darum auch das (?) dahinter.

    Wenn was unklar ist kann man nachfragen. Ich hab mich sicher auch an einigen Stellen etwas holprig ausgedrückt.
    Aber diese Art von Haarspaltereien vergiften einen Beitrag leider nur.
    Beim stöbern hier im Forum ist mir aufgefallen, dass das hier wohl usus ist.
    Schade.

    Trotzdem danke an alle die fachlichen Input geliefert haben.

    lg
     
  20. patois

    patois

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    1.150
    .
    Da stimme ich dir voll zu,
    aber für andere Leute sind Fremdwörter, -und diese zu verstehen -, reine Glückssache . . . :(
     
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