ungewöhnliche Adernfarben

Diskutiere ungewöhnliche Adernfarben im Grundlagen & Schaltungen der Elektroinstallation Forum im Bereich ELEKTRO-INSTALLATION & HAUSELEKTRIK; Hallo, ich habe heute mal in der Garage die Verteilerdose geöffnet, weil ich dort eine zusätzliche Steckdose anschließen möchte. Dabei ist...

  1. #1 ts_2020, 15.12.2006
    ts_2020

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    Hallo,

    ich habe heute mal in der Garage die Verteilerdose geöffnet, weil ich dort eine zusätzliche Steckdose anschließen möchte.

    Dabei ist mir aufgefallen, dass das Kabel, was vom Haus aus zur Garage geht (blauer Gummimantel mit schwarzer Gummileitung/evtl. Erdleitung) doch sehr ungewöhnliche Aderfarben hat.

    Es handelt sich um eine vieradrige Leitung mit den Farben 2x blau, 1x grau, 1x schwarz.

    Am schlimmsten dabei ist jedoch, dass der graue Leiter als Schutzleiter verwendet wird, und weil jemand die blauen Adern wohl nicht auseinanderhalten konnte, wurden einfach mal beide in eine Klemme geschraubt.

    Wenn die Installation nun vor 1970 ausgeführt worden wäre, hätte ich mich nicht großartig darüber gewundert, aber das Haus ist nunmal von 1980 und die Garage von '85.

    Ich denke, dass es zu diesem Zeitpunkt doch schon die neuen Aderfarben verbindlich gab, oder (gn/ge=PE)?

    Ich muss für die Änderung die Verteilerdose versetzen, aber kann ich jetzt eigentlich diese Leitung noch verwenden?

    Da es ungemein aufwändig wäre, die Leitung auszutauschen, hatte ich mir gedacht, den grauen mit gn/ge-Klebeband oder Schrumpfschlauch zu kennzeichnen, als tragbarer Kompromiss (Ich weiß, dass die einheitliche Kennzeichnung eigentlich über die gesamte Länge gehen müsste.)

    Schonmal Danke für eure Antworten!
     
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  3. elo22

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    Tja da must Du jetzt durch. Es hilft nix die Leitung muss getauscht werden.

    Lutz
     
  4. ego1

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    Wenn die Leitung für die Spannung bemessen ist, lässt sich das Problem eventuell mit einem örtlichen TT-System lösen! Iregenwie kommt mir deine frage bekannt vor, hast du das nicht schonmal irgendwo gefragt?
     
  5. #4 baum-max, 16.12.2006
    baum-max

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    Hallo,

    Ich sehe (nach überfliegen :wink: ) kein Problem, wenn a) der Querschnitt passt b)du keinen Drehstrom brauchst c)Eine dauerhafte Kennzeichnung der Adern an den Enden sowie ein Entsprechender Hinweis an der Verteilung möglich ist.(Das ist zumindest nach ÖNORM ÖVE so erlaubt.)


    grtz
    BM
     
  6. #5 matthias, 16.12.2006
    matthias

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    Könnt mir vorstellen dass du nur Wechselstrom hast und jemand 2 Phasengleiche Ausenleiter verlegt hat! (max. 32A daher auch der größere Nullleiter) --> klassische Nullung?! :?: :!:
     
  7. #6 Nullvolt, 16.12.2006
    Nullvolt

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    Ohne hier auf Details eingehen zu müssen, eine Leitungstype mit den Aderfarben blau/blau/grau/schwarz war zu keiner Zeit, auch nicht vor 1970 in der E-Inst zulässig.

    Meines Erachtens kann es sich nicht um eine zulässige Leitung handeln. Leitungen, die für die E-Inst vorgesehen sind, werden in der VDE 0293 beschrieben. Ein solche Leitung ist dort und auch in keiner mir bekannten Vorgängernorm enthalten. Die Leitung muss demnach raus!

    0V

    PS: Trotzdem würde mich mal der tatsächliche Leitungstyp interessieren. Kannst Du ein Foto machen?
     
  8. #7 Nullvolt, 16.12.2006
    Nullvolt

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    Selbst wenn das stimmen sollte, muss das jetzt, wo es entdeckt wurde, geändert werden. Denn für Pfusch gibt es keine Bestandsschutz. Ein Nulleiter hätte vor 1967 grau und danach grün-gelb sein müssen. blau war in Deutschland zu keiner Zeit zulässig!

    0V
     
  9. #8 ts_2020, 16.12.2006
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    Schon mal vielen Dank für eure Antworten!

    Ich kann heute Abend mal ein Foto von der Leitung machen, die sieht echt ziemlich ungewöhnlich aus..

    Die Leitung ist nicht direkt in der Heuptverteilung, sondern im Keller in einer Abzweigdose (AP) angeklemt. Von dort aus geht sie durch die Wand, unter der Einfahrt her, zur Garage. Sie liegt fest im Erdreich.

    Als ich heute die Dose im Keller geöffnet habe, ist mir aufgefallen, dass es sich um eine flexible Leitung handelt. Die feinen Drähte waren einfach ohne Endhülsen in den Schraubklemmen festgedreht.
    Ich habe heute die gesamte Verdrahtung auseinander genommen und Endhülsen festgequetscht, um wenigstens diesen Mangel zu beheben.

    Nochmal zu meiner Netzform: wir haben im Haus einen Drehstromanschluss, das Netz ist in TN-C-S ausgeführt, ein Fundamenterder ist vorhanden, die gesamte Verdrahtung ist im harmonisierten Farbcode (mit gn/ge) ausgeführt.

    Mittlerweile habe ich jedoch einen Verdacht, was diese Leitung angeht: Es könnte sich um eine Steuerleitung für Maschinen (wie sie hier z.B. im Bergbau verwendet wurden) handeln.

    Es könnte also sein, dass gespart wurde und einfach mal eine Leitung genommen wurde, die irgendwo an der Arbeitsstelle herumlag, ohne auf die Farben zu achten.
     
  10. #9 ts_2020, 16.12.2006
    ts_2020

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    Das kann ich ausschließen, da ja der graue als PE zweckentfremdet wurde und die blauen als N ausgeführt sind.
     
  11. Bert

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    Eine Perle für Nullvolt.

    Eine Perle für Nullvolt.

    Darf ich vom Thema abweichen? Zulässige Aderfarben - nun ja, du weißt, daß ich unermüdlich davor warne, sich nach Farben zu orientieren. Neulich hatte ich ein Farbenrätsel vor mir, ich habe das Rätsel nach kurzer Überlegung gelöst, aber vielleicht erfreut dich die Frucht deutscher Meister-Elektriker (Jahr: etwa 1969), und vielleicht rätselst du auch gerne. ;-)


    [​IMG]
     
  12. #11 Nullvolt, 17.12.2006
    Nullvolt

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    Hallo Bert,

    herzlichen Dank! Du hast mich erkannt. Ich rätsele tatsächlich gerne. Sehr schönes Bild! Eine echte Perle....

    Aber zum Thema: Kann es sein, dass Dir bei der Beschriftung ein Fehler unterlaufen ist? Die Verdrahtung ist ja wirr wie ein Nudelsalat. Da es keine Leitung mit sw/br/gnge gibt, habe ich auch die "blauen" gestarrt und bin der Meinung, dass von oben rechts eine vieradrige kommen muss mit

    gnge/sw/bl/br und

    von recht/oben dann nur eine zweiadrige mit

    gnge/sw

    Wenn dem so ist, möchte ich lösen:

    In der Dose ist eine Wechselschaltung zu sehen. Die beiden Korrespondierenden sind braun und blau der 4adrigen. Der anderen Wechselschalter ist direkt unter der Dose über die von unten kommende dreiadrige angeschlossen. Hier wurde unzulässiger Weise grüngelb als eine Korrespondierende benutzt. Die andere ist auch auf blau. Das ist ok. Der Bockpol des Schalters kommt auf schwarz zurück und geht an schwarz der zweiadrigen rechts/oben. Demnach führt diese Leitung zur Leuchte. Alle die verbleibenden grüngelben sind die Nulleiter. Die schwarzen von links, oben/links und oben/rechts sind der ungeschalteter Außenleiter ("Dauerphase"). Eine Leitung ist die Zuleitung das andere sind Abgänge. Um die auseinanderzuhalten benötigt man Zusatzinfo.

    0V
     
  13. Bert

    Bert

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    Hallo Nullvolt.

    Hut ab! Ja, in der Mitternachtsmüdigkeit ist mir tatsächlich ein Fehler unterlaufen, bei copy/paste habe ich den falschen bl gelöscht, als ich die Leitungen für dich umbeschriftet habe, sorry. Aber es ist so, wie du schreibst (ich, ein Elektrodepp, habe nur eine andere "Terminologie"); oben/rechts sw/br/bl/gnge, rechts sw/gnge - ein Wechselschalter von unten, eine Leuchte von rechts, zwei Aufteilungen (sw/gnge) nach links und nach oben/links, und die "Versorgung" von oben/rechts für beide Stromkreise (1. StrKr: sw=L1/gnge für die beiden Aufteilungen und 2. StrKr: br=L2 für den W-Schalter und die Leuchte).
    Falls dir das aufgefallen ist, der Elektriker hat die "unzulässige" gnge Ader (Außenleiter für den W-Schalter) mit einem braunen Strich (ob es damals schon Edding gab?) gekennzeichnet :). Daß man für die Abschaltung dieser Abzweigdose zwei "Sicherungen" ausschalten muß, hat er nicht vermerkt, aber außer VDE sieht das kaum jemand so eng... ;-)

    [​IMG]
     
  14. #13 Nullvolt, 17.12.2006
    Nullvolt

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    Hallo Bert!

    Na freut mich, dass ich noch wach genug war... Hab ich denn jetzt etwas gewonnen?

    0V

    PS: Den braunen Strich hab ich nicht gesehen, muss ich nochmal schauen. Korrekterweise hätte hier eine Leitung NYM-O3x1,5 eingesetzt werden müssen. Diese hätte genau die benötigten Farben sw/bl/br gehabt!
     
  15. Bert

    Bert

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    Gewonnen hast du an Erfahrungen ;-), davon kann man(n) nie genug haben.
     
  16. djobi

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    Zurück zum Thema:
    'nur' wegen der falschen Aderfarben wird sich wohl niemand die Mühe machen und die Leitung ausbuddeln. Also bitte richtig kennzeichnen :!:
    Wenn das jedoch kein Erdkabel ist, sondern irgendwas was über war würde ich doch empfehlen den Spaten in die Hand zu nehmen und Erkabel zu legen!
     
  17. #16 Nullvolt, 19.12.2006
    Nullvolt

    Nullvolt

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    Hallo djobi!

    Du hast einerseits recht, widersprichst Dir aber irgendwie auch.

    Natürlich buddelt keiner der falschen Farben wegen ein Kabel aus. Aber da es (wie ich ganz anfangs meinte) niemals eine zulässige Leitung/Kabel mit diesen Farben gegeben hat, muss der Leitungstyp zwangsläufig raus, da er mit ziemlicher Sicherheit nicht für den Einsatzzweck zugelassen/geeignet ist.

    0V
     
  18. djobi

    djobi

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    nur zur Erklärung meines Postings:
    - wenn das Kabel im Erdreich für Verwendung als solches ausgelegt ist und nur falsche Ader-Farben hat würde ich es liegen lassen und ordentlich kennzeichnen.
    - wenn das Kabel wirklich Gummileitung o.ä. ist und nicht für die dauerhafte Verwendung unter der Erde geeignet ist würde ich es tauschen.

    in sofern sollte und wollte ich mich eigentlich nicht widersprechen.
    (Und gebe dir -0V- auch zum Teil recht :wink: )
     
  19. ego1

    ego1

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    Selbst wenn die Leitung zur verlegung im Erdreich zugelassen ist, sagt das noch lange nichts über die Bemessungsspannung aus! Mit anderen Worten: Telefonleitung zur Erdverlegung ist für 230V auch nicht automatich geeignet!
     
Thema:

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