Veränderung der Nennspannwerte in Berlin

Diskutiere Veränderung der Nennspannwerte in Berlin im Forum Grundlagen & Schaltungen der Elektroinstallation im Bereich ELEKTRO-INSTALLATION & HAUSELEKTRIK - Hallo! Ich habe mal eine Frage: Ich habe letztens gehört, das das Energieversorgungsunternehmen in Berlin Vattenfall vor geraumer Zeit die...
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Hallo!

Ich habe mal eine Frage:
Ich habe letztens gehört, das das Energieversorgungsunternehmen in Berlin Vattenfall vor geraumer Zeit die Spannung von 230V auf 235V erhöht hat.
Nach einem kleinen Besuch auf die Seite von denen bin ich auf einen Artikel gestoßen, in dem das so beschrieben wird http://www.vattenfall.de/www/dso/vf_dso/245388netzi/245418verso/index.jsp?WT.ac=content

Nun habe ich mal eine Frage:
Hat das Auswirkungen für den privaten Stromnutzer oder vielleicht auch für Betriebe?
Bei einem Freund von mir (bspw.) knallen sehr oft Sicherungen und Glühbirnen durch und ihm wurde gleiches (s.o.) gesagt.
Wenn man bedenkt, dass lt. des Artikels die Nennspannung ab 2008 auf bis zu 253V erhöht wird, dann verstehe ich das nicht so ganz.
Vielleicht kann mich da jemand aufklären? - Hat dies eigentlich Auswirkungen auf den Stromverbrauch? Ich stelle mir die Frage, ob nicht vielleicht bei gleichbleibendem Stromverbrauch trotzdem mehr gezahlt werden muss, da die "Variable Spannung" sich verändert....

Ich bedanke mich schonmal für eure Antworten,
Gruß
 
Ja es hat Auswirkungen auf den Stromverbrauch. Kann dir aber egal sein, da der Stromverbrauch sinkt und du nicht den Strom sondern die Leistung bezahlst. Heutige Geräte können alle locker 235V ab der daraus resultierende geringere Strombedarf sollte die Sicherungen eher weniger kommen lassen. ( P=U*I )
 
mjtom schrieb:
...da der Stromverbrauch sinkt...
Hallo,
also leuchtet eine Glühlampe also bei höherer angelegter Spannung genau so hell? Oder dunkler? Weil die Leistung ja gleich bleibt :D Oder ändert sich gar der Widerstand der Glühwendel?
*kopfkratz*

Grüße
ralfm
 
80 W sind 80W. Bei 230V brauch se 0,3478A bei 235V nur noch 0,34A. In beiden Fällen hast die gleiche Leistung. :wink:
 
Anmerkung : Glühlampe 10V mehr als aufgedruckt...

@ralfm: Schon richtig gedacht :

Die Glühlampe wird bei 240V statt 230V mit ca. 5 % Überspannung betrieben - und damit reduziert sich die Lebensdauer um 50 % (allgemein von 1.000h auf 500 h).

Deshalb sind Glühlampen stets nur für einen Spannungswert ausgelegt, d.h. hierfür gelten die Hauptkennwerte Lebensdauer und Lichtstrom. Man spricht daher auch von der Bau- oder Konstruktionsspannung (englisch: design voltage).
Kritisch sind daher höhere Werte der anliegenden Netzspannung für die Lebensdauer der Lampe.
-
Anmerkung:
Umgekehrt bedeutet eine ständige Unterspannung von etwa 5% nahezu eine Verdopplung der Lebensdauer.
-

Gruß,
Gretel
 
Es erfolgt keine Erhöhung der Spannung sondern die Toleranzen der Netzspannung werden erweitert. Die Versorger sind bestrebt 230V zu liefern dürfen aber ab 2008 nicht nur um 6% sondern sogar um 10% die Nennspannung überschreiten.
 
Hallo,

leider wird es so sein, dass die Stromlieferanten immer größere Teleranzen bei den Spannungen bekommen. Und natürlich wirkt sich das erheblich auf unseren Geldbeutel aus, warum sonst wird man das machen?

Es ist zwar richtig, wenn mjtom schreibt, 80W bleiben 80W, nur bei den eingesetzten Verbrauchern, vor allem bei den ohmschen Verbrauchern wirkt sich das erheblich aus. Ein E-Herd erhöht ja nicht seinen Widerstand, eine Glühlampe auch nicht. Wenn eine Glühlampe die mit 230V Nennspannung 100W leistet, wird sie bei 10% Überspannung 20% mehr Leistung geben, 120W. Eine E-Herdplatte, die bei Nennspannung 2000W leistet, wird mit 10% Überspannung 2400W bringen. Und natürlich bezahlen die „Kunden“ die Mehrleistung, ob sie wirklich gewünscht wird oder nicht.
Über die Lebensdauer der Verbraucher hat Gretel ja schon etwas gesagt.
Von den Stromlieferanten ist das durchaus eine „billige Masche“ um Ihren Umsatz zu erhöhen, und der Kunde kann wenig dagegen machen.


Gruß Fachmann
 
Fachmann schrieb:
...Wenn eine Glühlampe die mit 230V Nennspannung 100W leistet, wird sie bei 10% Überspannung 20% mehr Leistung geben, 120W...
Hallo,
das ist es, worauf ich hinaus wollte.
 
Fachmann schrieb:
Von den Stromlieferanten ist das durchaus eine „billige Masche“ um Ihren Umsatz zu erhöhen, und der Kunde kann wenig dagegen machen.

Gruß Fachmann

Ja, da ziehen wir Milliarden raus :evil:
Besonders wenn Ihr neue Betriebsmittel(z.B. Lampen) kaufen müsst, verdienen nur wir daran ! :?
Hier handelt es sich um Toleranzengrenzen, die erhöht werden. Warum ? Unter anderem wegen dem deutschen/europäischen Verbundnetz. Wer hat sich das einfallen lassen ? Der Gesetzgeber. Sicherlich nicht Vattenfall mit irgendeiner "Masche".
Son Schwachsinn hab ich ja noch nie gehört.
Nicht böse sein, ich präsentier nur meine Meinung. :wink:
 
Fachmann schrieb:
Eine E-Herdplatte, die bei Nennspannung 2000W leistet, wird mit 10% Überspannung 2400W bringen. Und natürlich bezahlen die „Kunden“ die Mehrleistung, ob sie wirklich gewünscht wird oder nicht.

Nein, denn bezahlt wird die elektrische Arbeit in kWh, resultierend aus dem Strom.

MfG
 
Hallo Marcel,

du glaubst also, der Gesetzgeber hat dieses „Anpassungsgesetzt“ einfach mal so gemacht und Ihr armen Vattenfall seid auch völlig überrascht davon?
Die Stromversorger haben da nicht Ihre Lobby ausgespielt und darauf eingewirkt die zulässigen Toleranzen so zu ändern. Und es hat keine wirtschaftlichen Gründe, wenn man die Netze nicht mehr so stabil halten muss.

Gruß Fachmann
 
Hm, also bevor das jetzt auch mal schnell in eine Grundsatzdiskussion über Lobbyisten und dessen Einflüssen wird, würde ich gern zurück aufs Technische kommen.

Was bedeutet es denn, wenn Netzspannungstoleranzen erweitert oder verringert werden? Ich meine, wenn man den Thread hier verfolgt, klingt es ja doch schon so, als ob sich das Problem meines Bekannten auf diese Erhöhung/physikalischen Veränderung des Stroms zurückzuführen ist. Wie kann es sonst sein, dass bei ihm andauernd die Glühbirnen rausfliegen, sonst aber alles einwandfrei ist.
Gibt es denn dort vielleicht einen Zusammenhang?
 
Hallo,

„rausspringende“ Sicherungen und auch defekte Glühlampen können viele und differenzierte Gründe haben. Mit einer Ferndiagnose oder einem flüchtigen „anschauen“ kann man einen da sicher keinen vernünftigen Rat geben.
Bei Sicherungen ist zuerst einmal nach der richtigen Dimensionierung und den am Stromkreis angeschlossenen Geräten und Verbrauchern zu sehen. Weiter sind Einschaltströme, Anlaufströme, Häufungen und solche Dinge zu beachten. Auch eine Überprüfung der einzelnen angeschlossenen Geräte kann ratsam sein. Einfach zu entscheiden woran es liegt ist es oft nicht.

Noch schwieriger sind Glühlampen zu beurteilen. Eine mittlere Brenndauer von 1000 Stunden sagt leider nichts über eine einzelne Glühlampe aus. Sie kann innerhalb der Fertigungstoleranz liegen, wenn sie nach 50 Stunden ausfällt. Weitere Einflüsse sind Fassungen in den Lampen, hier unterschätzt man oft, was „Billigfassungen“ für einen Einfluss haben können. Lampen kauft man aber nach Dessin und nicht nach Qualität. Außerdem sind Erschütterungen, Umgebungswärme, Belüftung, Dimmer und noch vieles mehr mit in eine Betrachtung einzubeziehen.

Gruß Fachmann
 
Schreib ich mal nix weiter. Da hat jeder seine eigenen Ansichten ! :wink:
Würde nur gerne Hempari zitieren !
"Nein, denn bezahlt wird die elektrische Arbeit in kWh, resultierend aus dem Strom" 8)

Zurück zur Spannung! :arrow:
Es geht hier immernoch um Toleranzen, die derzeit +/- 6% betragen dürfen. Die Nennspannung liegt weiterhin bei 230 V.
Würde mich mal interessieren, zu welcher Zeit wir wirklich mal nur ansatzweise an die 6% rankommen.
Und hier geht es desweiteren um die Spannung am HAK, nicht an der Steckdose. (Ich weiß es gibt auch kurze Zuleitungen zur UV und von dort zu evtl. Dosen, aber auch hier sollte man generell den Spannungsfall nicht außer acht lassen.)
Klar, Spannungsspitzen gibt es immer wieder mal, Toleranzen hin oder her.
Und Glühlampen müssen nicht unbedingt immer wegen der Netzspannung kaputt gehen, die vielleicht mal 233 Volt beträgt, anstatt 230V.
Da macht es auch Unterschiede, ob ich die Aldi-Glühlampe wähle oder eine Markenware (z.B. Os...).

Jeder hier im Forum erzählt von Markenwaren, egal ob Schalterprogramme, Kabel etc. da bin ich der Meinung, sollte man Glühlampen auch nicht aussen vor lassen. :idea:

Desweitern weiß keiner von uns wie die elektrische Anlage hinter dem HAK mit +/-6% aussieht.

Daher würde zumindest ich persönlich das Problem mit den Glühlampen Deines Freundes nicht zwangsläufig auf die Netzspannung am HAK (Hausanschlußkasten) zurückführen, sondern auch noch andere Faktoren ins Kalkül ziehen. Einen Zusammenhang mit der Netzspannung möchte ich aber keineswegs ausschließen!! :wink:

EDIT:
@Fachmann: Warst schneller, ich meine ja auch nur, es gibt zig Gründe dafür :wink:
 
Hm nun gut...das kann man irgendwie nachvollziehen. Also könnte man mit angrenzender Wahrscheinlichkeit sagen, dass eine Erhöhung dieser Toleranzwerte keinerlei Auswirkungen auf den heimischen Stromnutzer hat und meine Endspannung, die ich dann aus ner Steckdose bekomme, ist dann (auch nach den letzten Umstellungen 2008) nachwievor 230V?
Wenn doch, welche Auswirkungen könnte es denn haben?


Danke schonmal, da schein ich ja doch einen Punkt angesprochen zu haben. :) Scheint wohl nicht so einfach zu sein
 
Also es wird nach wie vor 230V geben. Aber den Versorgern wirds einfacher gemacht.( Hm 245V egal passt ja) Interessanter finde ich eher die Abweichung nach unten. Bei 207 V gibts arge Probleme vor allem bei elektronischen Geräten ( mit Spannungsfall rd 200V :shock: ). Und ein Laie weiß das nicht und den versorger interessierts nicht.
 
mjtom schrieb:
Bei 207 V gibts arge Probleme vor allem bei elektronischen Geräten. Und ein Laie weiß das nicht und den versorger interessierts nicht.

Das ist es ja. Genau das meinte ich, ich meine, was kann da so passieren? Ist es überhaupt wahrscheinlich, dass es Abweichungen nach unten in den Bereich der von dir angesprochenenen 207V gibt? Ich könnte mir vorstellen, dass auch bereits bei 215V alles "etwas" anders läuft oder?
 
Mein Rekord war 192V :shock: . Der Kunde wunderte sich das seine E-Heizung nix taucht und nur lauwarm wird :roll: . Nee ich glaub kaum das Abweichungen > oder < 10V warscheinlich sind.
Achso die 192V lagen am defekten Trafo des Versorgers.
 
Also die Toleranzen nach unten sind doch jetzt auhc shcon 10%, zumindest laut einer Grafik, die hier schonmal gepostet wurde.
 
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