Welche FI-Anordnung ist "üblich"

Diskutiere Welche FI-Anordnung ist "üblich" im Forum Grundlagen & Schaltungen der Elektroinstallation im Bereich ELEKTRO-INSTALLATION & HAUSELEKTRIK - Hi Leute, nachdem ich feststellen musste, dass der 4-polige FI_Schutzschalter in unserem Einfamilienhaus nur eine Belastbarkeit von 40A hat...
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gerd33

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  • Welche FI-Anordnung ist "üblich"
  • #1
Hi Leute,

nachdem ich feststellen musste, dass der 4-polige FI_Schutzschalter in unserem Einfamilienhaus nur eine Belastbarkeit von 40A hat und im Extremfall überlastet werden könnte, möchte ich die Anlage ändern. Was ist derzeit "Stand der Dinge"?

Ein einziger 4-pol. FI mit 63A Belastbarkeit vor den weiteren Sicherungen und vor dem FI ein 3 fach Neozed-Element mit jeweils 63A Schmelzsicherungen

oder:

3 jeweils 2-pol FI mit jeweils 63A Belastbarkeit, für jeweils eine Phase (ist zwar teurer, aber man steht beim Auslösen nicht im Dunkeln)

Oder werden FI's nur in Stromkreise mit Steckdosen geschaltet, aber nicht für z.B. Herdanschlussdosen, Nachtstromspeicherheizungen etc.?

Andere Frage: Wenn ich ein 63A Neozed-Element vor meinem FI-habe, aber im Hausanschlusskasten ebenfalls 63 A NH-Sicherungen sind. Welche löst zuerst aus? Oder ist das eher Zufall??

frdl. Grüße an alle hier im Board

Gerd
 
  • Welche FI-Anordnung ist "üblich"
  • #2
Hi!

Ich glaub da scheiden sich die Geiser etwas. Für meinen Teil würd ich die 4 poligen nehmen (im Hinblick auf Drehstromkreise), allerdings davon mehr als einen verbaun. (z.B. einen für eine Reihe) etc.

Dan kanst die 'billigen' verwenden, hast beim Drehstrom nicht die Krise, und stehst wenn einer fällt nicht ganz im dunkeln.

Wenn du das eh alles neu machst, kannst die FI's eigentlich vor alles hängen. Macht auch bei einem Herd, Boiler, DLH, etc. keine Probleme (wenn die Geräte in Ornung und richtig angeschlossen).

Zwechs Auslösung. wenn die beiden Nennleistungen gleich sind und beide auch wirklich gleich belastet werden spielt nur mehr die Auslösecharaktik und eine gute Portion Zufall eine Rolle.

LG
Toni.
 
  • Welche FI-Anordnung ist "üblich"
  • #3
"Üblich" sind der Vierpol vor der gesamten Installation, oder der Zweipol vor dem Bad und der Terasse - aber das, weil das die beiden Punkte sind, an denen in TT- bzw. TN-Netzen mit dem minimalsten möglichen RCD-Einsatz die Vorschriften erfüllt werden können. Daß auch in TN-C gerne nur ein Vierpol verbaut wird, liegt neben den genannten Spargründen wohl eher daran, daß auch schulungsfaulste Elektriker diese Schaltung wegen TT kennen müssen...

Daß der eine zentrale RCD zum Fluch wird, wenn die Verkabelung oder ein festinstalliertes Gerät auch nur einen geringen Erdschluß entwickelt, ist klar, Notbetrieb geht da oft nur mit den hierzulande fast nie verbauten x+N-LS. D.h. in der Praxis wird der Ausfall am Samstagabend vom Hausherrn vermutlich mit einer Kette aus Dreifachsteckdosen zum Nachbarn beantwortet, um Kühltruhe, Heizung, Glotze und Licht übers Wochenende zu retten - nicht gerade eine Steigerung der Sicherheit...

Die ganze Installation mit FI/LS auszustatten oder RCD+LS-Paare zu installieren, ist umgekehrt aber auch teurer Luxus. Sinnvoll ist, eine überschaubare Zahl Gruppen zu bilden.

Großgeräte wie Herd, Spül- und Waschmaschine, DLH u.ä. würde ich heute auch in den RCD-Schutz einbeziehen - gerade das Argument, daß diese bei Alterung und Verschmutzung zu geringfügigen Erdschlüssen neigen, kann man nicht gelten lassen, denn selbst wenn man der Schutzerdung vertrauen will, kann daraus auch ein größerer Erdschluß werden, der zuguterletzt einen Brand entstehen läßt.

Gruß Sevo
 
  • Welche FI-Anordnung ist "üblich"
  • #4
gerd33 schrieb:
nachdem ich feststellen musste, dass der 4-polige FI_Schutzschalter in unserem Einfamilienhaus nur eine Belastbarkeit von 40A hat und im Extremfall überlastet werden könnte, möchte ich die Anlage ändern. Was ist derzeit "Stand der Dinge"?

Was verstehst du unter "Extremfall"? Ist das der einzige FI? Netzform? Wie hoch ist die vorgeschaltete Sicherung? Bis jetzt sehe ich noch keinen Grund, warum es sich bei dir nicht um den aktuellen "Stand der Technik" handeln soll.

Ein einziger 4-pol. FI mit 63A Belastbarkeit vor den weiteren Sicherungen und vor dem FI ein 3 fach Neozed-Element mit jeweils 63A Schmelzsicherungen

Freilich geht das, aber warum 63A vor dem FI? Wie ist das jetzt realisiert? Was hast du gegen den 40A-FI?

3 jeweils 2-pol FI mit jeweils 63A Belastbarkeit, für jeweils eine Phase (ist zwar teurer, aber man steht beim Auslösen nicht im Dunkeln)

Wenn du beim Auslösen nicht im Dunkeln stehen willst, dann kannst du deine Stromkreise auch auf mehrere 4-polige FI verteilen, was durchaus Sinn macht. Zweipolige FI am Drehstrom machen aber keinen Sinn, es sei denn, du willst eigene FI nur für ausgewählte Wechselstromkreise installieren (z.B. einen mit 10mA-fehlerstrom für das Bad).

Oder werden FI's nur in Stromkreise mit Steckdosen geschaltet, aber nicht für z.B. Herdanschlussdosen, Nachtstromspeicherheizungen etc.?

Grundsätzlich kann man einen alles von einem oder mehreren FI überwachen lassen, was durchaus sinnvoll ist. Vorgeschrieben sind sie z.B. generell für Badezimmer und Steckdosen im Außenbereich. Abhängig von der Netzform kann es aber auch sein, dass die gesamte Anlage per FI überwacht werden muß. So ist dies in alle Regel im TT-Netz der Fall.

Andere Frage: Wenn ich ein 63A Neozed-Element vor meinem FI-habe, aber im Hausanschlusskasten ebenfalls 63 A NH-Sicherungen sind. Welche löst zuerst aus? Oder ist das eher Zufall??

Gegenfrage: Was soll das bringen? Warum willst du zwei 63A-Sicherungen hintereinander schalten? Nimm 35A Neozeds und der 40A-FI ist genau richtig. oder wird eine höhere Stromlast benötigt? Einen Selektiven Hauptleitungsschutzschalter gibt es bei dir noch nicht?

MfG
 
  • Welche FI-Anordnung ist "üblich"
  • #5
Guten abend
Mein rat ist die neozed elemente gegen 50A austauschen.
Dann einen 40A/ 30mA RCD nehmen und sämtliche Drehstromverbraucher aber seperat anzuschließen und diese vielleicht mit einem 300RCD abzusichern.
Muß aber nicht sein
auf jedenfall würde ich den Kühlschrank und die Gefriertruhe nicht auf den RCD nehmen sonst kommst du irgend wann mal aus dem Urlaub zurück und deine Wohnung/ Keller steht unter wasser weil der RCD ausgelöst hat und alles abgetaut ist
MFG
 
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  • #6
lastelektrischhero schrieb:
Mein rat ist die neozed elemente gegen 50A austauschen.
Dann einen 40A/ 30mA RCD nehmen und sämtliche Drehstromverbraucher aber seperat anzuschließen und diese vielleicht mit einem 300RCD abzusichern.

50A sind für einen 40A-FI auch noch zu hoch. Und warum 300mA? Da wäre kein Personenschutz mehr gegeben. Sinnvoll wäre es aber in der Tat, wenn man nicht nur einen RCD einsetzt.

auf jedenfall würde ich den Kühlschrank und die Gefriertruhe nicht auf den RCD nehmen sonst kommst du irgend wann mal aus dem Urlaub zurück und deine Wohnung/ Keller steht unter wasser weil der RCD ausgelöst hat und alles abgetaut ist

Vorsicht mit solchen Ratschlägen. Wenn er z.B. ein TT-Netz hat darf er diese Verbraucher gar nicht ohne RCD betreiben. Um solchen Gefahren aus dem Weg zu gehen, ist es aber nicht unzweckmäßig, seperate FI für solche Verbraucher zu installieren.

MfG
 
  • Welche FI-Anordnung ist "üblich"
  • #7
Danke allerseits,

die einfachste Lösung werde ich realisieren: 3 x 35A Neozed-Sicherungen vor den FI, dann hab ich reserven für 7,7 KW je Phase. Denke, das wird ausreichen (falls nicht die Ölheizung im Winter ausfällt und ich Elektroradiatoren aufstellen muss.)

Gerd (aus dem kalten Westerwald)
 
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