Welcher RCD für PV Anlage im TT Netz

Diskutiere Welcher RCD für PV Anlage im TT Netz im RCD (FI), PRCD, RCBO. Schaltungen und Probleme Forum im Bereich ELEKTRO-INSTALLATION & HAUSELEKTRIK; Hallo zusammen, ich habe nun verschiedene Aussagen zu einem notwendigen RCD für unsere neue PV Anlage gehört, die im Sommer kommen soll. Wir...

  1. #1 xor, 25.01.2023
    Zuletzt bearbeitet: 25.01.2023
    xor

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    Hallo zusammen,

    ich habe nun verschiedene Aussagen zu einem notwendigen RCD für unsere neue PV Anlage gehört, die im Sommer kommen soll.

    Wir haben ein TT Netz und die Elektroinstallation ist aus 2018 (also mit SLS und AC ÜSS und Zweirichtungszähler) und es kommt eine kleine 5,4kwp PV Anlage mit Überschusseinspeisung auf unser kleines Süddach. Der Wechselrichter wird ein Growatt MOD 5000TL3-X.

    Es gab Aussagen wie es muss gar kein RCD verbaut werden, weil wir beim Anschluss von dem Wechselrichter nicht von einem Endstromkreis reden und auch nicht die Gefahr besteht, dass die AC Leitung vom WR zum Zählerschrank angebohrt werden könnte (Aufputzverlegung im Rohr)...

    Dann gab es Aussagen, dass natürlich im TT Netz ein RCD verbaut gehört. Und zwar im Fall einer PV ein Typ B, aber ob nun 30mA oder 300mA wurde auch fleißig diskutiert.

    Wie seht ihr das? Der Wechselrichter ist IP66. Wenn aber doch mal durch einen Fehler eine Spannung auf dem Kühlkörper hinten am Gerät liegen sollte den man berühren könnte, dann muss da doch ein 30mA RCD (Typ B) hin, damit man da eine Chance hat?

    Wir haben ein Angebot mit RCD Typ B 300mA, 40A, 3xB16 und dann natürlich dem DC ÜSS auf dem Dach. Aber wir haben eben auch andere wo das nicht vermerkt ist...

    Vielen Dank schon mal für Eure Einschätzung.
     

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  2. EBC41

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    Normalerweise sitzt doch gleich nach dem Zähler bei TT-Netz ein selektiver Haupt- RCD 300mA.
    Ist das bei Euch nicht der Fall?

    Ich würde die Zuleitung des WR über diesen vorhandenen 300mA RCD laufen lassen.

    Im Datenblatt steht, dass der WR eine Fehlerstromüberwachung hat. Daher kein extra RCD erforderlich, denke ich.

    Bei Festanschluss, wie bei WR allgemein so üblich, gibt es auch keine Verpflichtung für RCD (außer im TT-Netz)


    In letzter Zeit hatte ich von mehreren Installateuren gehört, die ursprünglich 30mA RCDs vor den WR verbaut hatten, dass sie diese nun rauswerfen und gegen 300mA Typen ersetzen, um Leckstromprobleme in den Griff zu bekommen, die sich nach ein paar Jahren Betrieb der PV ergaben.
     
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  3. EBC41

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    Absicherung mit 3xB16A finde ich ok.
     
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  4. #4 Octavian1977, 26.01.2023
    Octavian1977

    Octavian1977 Moderator

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    Nach Norm ist da ein 300mA FI ausreichend.
    Der Typ ist abhängig vom Wechselrichter, wenn dieser einen Schutz vor glatten Gleichfehlerströmen mit maximal 6mA liefert kann da ein Typ A oder F ausreichen.

    Ich persönlich halte einen 300mA FI allerdings für viel zu hoch, da selbst für ein Ganzes Wohnhaus ohne wirkliche Fehler auch mit PV ein Fehlerstrom von maximal 10mA zu erwarten ist würde ich einen FI mit maximal 30mA für den Umrichter vorsehen.
    Am Besten einen Typ EV, dieser kann auch einen vorgelagerten im TT Netz üblicherweise nötigen selektiven Typ A vor Gleichfehlerströmen schützen.
     
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  5. #5 werner_1, 26.01.2023
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    @xor, in der Beschreibung steht, dass eine Fehlerstromüberwachung eingebaut ist. Also brauchst du nur einen FI für die Zuleitung mit 300mA, sofern die PV nicht hinter einem 30mA_FI angeschlossen wird.
     
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  6. #6 Hemapri, 26.01.2023
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    Welche aktuelle Norm beschreibt so etwas? In alten TT-Netzen war so etwas anzutreffen. Seit alle Strommkreise mit RCD überwact werden, ist das im TT-Netz vollkommen ausreichend. Wir haben hier ausschließlich TT-Netze und da wird kein selektiver FI vorgeschaltet.
     
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  7. xor

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    Vielen Dank schon mal.

    Also wir haben nur vor dem Zähler unten im Feld den SLS und ÜSS und nach dem Zähler die 30mA RCDs Typ A für die ganzen Stromkreise im Haus.
     
  8. EBC41

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    Ja, das ist auch ok, wenn die 30mA RCDs für die Endstromkreise gleich nach dem Zähler folgen und keine Zuleitung zu weiter entfernten Unterverteilungen existieren.

    Das heisst, es gibt mehrere 30mA RCDs bei euch.

    Ich würde nur für die Zuleitung zum neuen Wechselrichter (an deren Anfang beim Zählerschrank) hier einen 300mA Typ A setzen.

    Natürlich könnte man den WR auch auf einen der vorhandenen 30mA RCDs hängen. Die Betriebssicherheit wäre aber mit dem eigenen 300mA Typ höher.




    Ja, hast schon recht.
    Ich ging in dem Fall fälschlicherweise von einer Anlage aus, die weiter entfernte Unterverteilungen enthalten könnte, die dann mit einer 5 adrigen Leitung angespeist werden, (mit PE in gemeinsamer Umhüllung).
     
  9. Octavian1977

    Octavian1977 Moderator

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    Die Norm schreibt für TT Netze keine FIs grundsätzlich vor.
    Es sind die Abschaltbedingungen ein zu halten, im TT Netz 0,2s/1s welche auch kleiner sind als im TN Netz (0,4s/5s)
    Üblicherweise klappt das im TT Netz aufgrund des Erdungswiderstandes nicht mit einfachen Sicherungen und man benötigt dann den FI.
    Wenn Dein Erdungswiderstand extrem schlecht ist langt dann auch kein 300mA FI, was aber eher ein theoretisches Konstrukt ist, denn so ein schlechter Erder wäre mal in stand zu setzen.
     
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  10. Hemapri

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    Richtig, es ging ja auch darum, dass überhaupt nicht üblich ist, bei TT-Netzen zuallererst einen selektiven RCD zu setzen.
     
  11. EBC41

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    Man kann nicht sagen "überhaupt nicht üblich".
    Wenn es eine Anlage mit dezentralen Unterverteilungen ist, ist es durchaus üblich, gleich nach dem Zähler einen sel. 300mA RCD zu setzen.

    Man kann auch zentral mehrere 30 mA RCDs setzen und in den abgesetzten Unterverteilungen dann keine mehr.
     
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