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Potentialausgleich nachrüsten

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Elektrikforum Foren-Übersicht -> Blitzschutz, EMV, Erdung & Potentialausgleich
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Dipol
Inventar
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Anmeldungsdatum: 30.03.2008
Beiträge: 626
Wohnort: Raum Stuttgart

BeitragVerfasst am: 24.09.2016 00:25    Titel: Re: Potentialausgleich nachrüsten Antworten mit Zitat
mifau hat folgendes geschrieben:
Bei mir kommt vom Hauptzählerkasten 5x6mm2 rein (L1,L2,L3,N,PE) max 25A abgesichert. Ich hab nun meinen Elektriker gefragt, ob nun eine zusätzlich Potentialausgleich nötig ist oder die 6mm2 PE vom Hauptzählerkasten reicht, er meinte das reicht, was ich aber nicht ganz glauben kann, da ich ihn gut kenne und er ein Minimalist ist ^^ und die Blitzschutzfirma meinte das sei schon nötig.

Wo eine Blitzschutzanlage installiert ist, ist auch ein Blitzschutzpotenzialausgleich einschließlich Überspannungsschutz auszuführen. Leiter, Verbinder und Haupterdungsschiene selbst müssen nach Prüfnorm für Klasse A = 100 kA zertifiziert sein. 6 mm² Cu ist aber nur für nicht blitzstromtragfähigen Potenzialausgleich tauglich. Konzessionierte EFK sind keine Blitzschutzfachkräfte, ein einziger Blick in Grafiken zum Blitzschutzpotenzialausgleich des DEHN Blitzplaners könnte derart gravierende Falschaussagen vermeiden.

mifau hat folgendes geschrieben:
Vom Fundament-Erder gehe ich von außen, da mein Verrohrung schon ziemlich dicht, ist mit einem 16mm2 (oder reicht in meinen Fall ein 6mm2?)

Zum ich siehe weiter unten. Die Exotendefinition nach DIN VDE 0100-540 "Fundamenterder in Erde verlegt" mal ausgenommen sind Fundamenterder im Bereich der Außenwände im Fundament oder Bodenplatten verlegte geschlossene Ringe aus Band- oder Rundeisen. Wo im Gebäude keine Anschlussfahne austritt, ist auch kein Fundamenterder im Beton zu vermuten.

Ableitungen, die mit einem Fundamenterder verbunden sind, münden gewöhnlich unterhalb der Decke über UG in die Kellerwand ein, Verbindungen auf Höhe der Bodenplatte sind Ausnahmen. Wahrscheinlicher ist der Anschluss an einer eigenen Blitzschutz-Sammelleitung oder einem Ringerder. Worst case enden die Ableitungen in separaten Erdspießen mit zu geringem Wandabstand < 1 m im trockenen Arbeitsraumbereich.

Ob die Ableitungen miteinander verbunden sind, darf keine Frage mehr sein, denn auch ein im Blitzschutzbau tätiger Eisenbieger ohne VDE- oder VdS-Prüfung müsste das und den Erdausbreitungswiderstand zu allererst durch Messung geklärt haben.

BTW: Die von Lutz reklamierte Schutzbinde ist nach Blitzschutznorm für feuerverzinkte Runddrähte unzulässig, dafür sind Erdeinführungsstangen - mit 16 mm Durchmesser aus NIRO oder St/tZn isoliert - zwingend vorgeschrieben. Lediglich Anschlussfahnen aus Bandeisen waren und sind nach Blitzschutznorm mit Schutzbinde +/- 0,3 m Erdoberfläche zulässig. Korrosionsbeständige NIRO-Ringerderdrähte aus V4A müssen nicht isoliert werden



mifau hat folgendes geschrieben:
Frage ist kann ich den Potentialausgleich einfach am Fundament-Erder anschließen, sorry vl dumme Frage, aber hole ich mir bei einem direkten Blitzeinschlag nicht dadurch den Blitz ins Haus?

Du bist keine konzessionierte Elektrofachkraft und darfst nach NAV § 13 nicht. Traditionell gilt, dass es keine dummen Fragen gibt. Lies auch mal das ABB Merkblatt 10 zur Gefährlichkeit getrennter Erder, dann weißt du ob es speziell nach dem Motto "Ich hole mir nicht den Blitz ins Haus" dumme Patentrezepte gibt, die das exakte Gegenteil der Absicht bewirken.

mifau hat folgendes geschrieben:
Denke einen Potentialausgleichschiene ist nicht nötig.

In der Tat, aber wo sind hier die nach Norm zwingend vorgeschriebenen Trennstellen um im Rahmen der Prüfintervalle die Tauglichkeit nachweisen zu können? Klemmen, die nur Klasse N mit 50 kA zertifiziert sind, genügen nicht als blitzstromtragfähige Verbindung zur HES, dafür ist 8 mm Aludraht mit Isolierung und dazu passenden Klemmen vorzuziehen.

Wohngebäude sind in Blitzschutzklasse 3 für einen Schutzlevel von 100 kA auszulegen, was nicht ausschließt, dass auch ein äußerst seltener Monsterblitz wie in Menden mit 344 kA einschlagen kann. Das Risiko einer WDVS-Entflammung umgeht man am besten durch Drahtverlegung auf dem Putz, wenngleich 8 mm Stahl von einem Blitz mit 200 kA "nur" um nicht brandauslösende 211 Grad erwärmt wird. Anders sieht es schon bei Verbindern aus, da kann Funkenbildung fatale Folgen haben. Selbst wenn da nix funkelt, kann die Elektrodynamik starker Blitze das WDVS und den Putz schädigen.

Ableitungen, für die man das WDVS schlitzen muss, sind nicht nur aus EnEV-Gesichtspunkten Murks. Rolling Eyes
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elo22
Inventar
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Anmeldungsdatum: 17.03.2005
Beiträge: 4659
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 24.09.2016 04:52    Titel: Re: Potentialausgleich nachrüsten Antworten mit Zitat
Dipol hat folgendes geschrieben:

BTW: Die von Lutz reklamierte Schutzbinde ist nach Blitzschutznorm für feuerverzinkte Runddrähte unzulässig, dafür sind Erdeinführungsstangen - mit 16 mm Durchmesser aus NIRO oder St/tZn isoliert - zwingend vorgeschrieben. Lediglich Anschlussfahnen aus Bandeisen waren und sind nach Blitzschutznorm mit Schutzbinde +/- 0,3 m Erdoberfläche zulässig. Korrosionsbeständige NIRO-Ringerderdrähte aus V4A müssen nicht isoliert werden

Habe ich dich richtig verstanden das bei feuerverzinkt Rd Erdeinführungstangen nötig sind aber bei feuerverzinkt Fl nicht?

Lutz
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Dipol
Inventar
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Anmeldungsdatum: 30.03.2008
Beiträge: 626
Wohnort: Raum Stuttgart

BeitragVerfasst am: 24.09.2016 07:34    Titel: Re: Potentialausgleich nachrüsten Antworten mit Zitat
elo22 hat folgendes geschrieben:
Habe ich dich richtig verstanden das bei feuerverzinkt Rd Erdeinführungstangen nötig sind aber bei feuerverzinkt Fl nicht?

Für Blitzschutzanlagen: Ja!
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Dipol
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Anmeldungsdatum: 30.03.2008
Beiträge: 626
Wohnort: Raum Stuttgart

BeitragVerfasst am: 25.09.2016 12:39    Titel: Re: Potentialausgleich nachrüsten Antworten mit Zitat


Nachträglich ging mir ein Licht auf, weshalb mir die graue Dämmplatte so bekannt vorkam.

Als Jungspund hatte ich mal ein Dach mit Aufsparren-Styroporplatten von ETRA isoliert, die hatten die tupfengleichen Ablaufrillen. Ob das Material auch als Perimeterdämmung mit Erdkontakt taugt? Über die "Befestigung" an der Anschlussfahne schweigt der Kavalier.

Dass an diesem Baukunstwerk drei Experten der Elektro-, Blitzschutz- und Gipser-Gilden beteiligt gewesen sind, fällt schwer zu glauben.
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Strippe-HH
Inventar
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Anmeldungsdatum: 04.04.2016
Beiträge: 1388
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: 25.09.2016 13:34    Titel: Antworten mit Zitat
Blitzschutzdrähte unter WDVS Isolierungen verlegt hatte ich aber auch schon gesehen

Hier sind diese unter den Gehwegplatten und der Wand gut getarnt

aber man sieht die Fangstangen überall.
_________________
Immer das Beste draus machen
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Dipol
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Anmeldungsdatum: 30.03.2008
Beiträge: 626
Wohnort: Raum Stuttgart

BeitragVerfasst am: 25.09.2016 15:35    Titel: Antworten mit Zitat
Strippe-HH hat folgendes geschrieben:
Blitzschutzdrähte unter WDVS Isolierungen verlegt hatte ich aber auch schon gesehen



Die Kirchhoffschen Gesetze gelten auch für Blitzströme. Je mehr Ableitungen umso geringer die Erwärmung und elektrodynamische Belastung der einzelnen Ableitungen.

Die Zahl der Ableitungen ist meistens geringer als die der Fangspitzen, aber das sind vermutlich noch je 10 bis 15 m eine. Auch die müssen alle in zugänglichen Trennstellen vor dem WDVS oder in u.P.-Kästen von den Anschlussfahnen zu trennen sein, es sei denn sie wurden an natürlichen Ableitungen wie z. B. durchgehend blitzstromtragfähiger Wandbewehrung angeschlossen.

Das kann man nicht mit der von außen teilweise in die Dämmung eingeschlitzten Anschlussfahne bei @mifau vergleichen. Besonders an der seitlichen Einführung der isolierten Ableitung in den Verbinder würde sich die Elektrodynamik von Blitzen austoben. Den unansehnlichen Pfusch² einzuputzen verbietet sich von selbst.
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