welche Heizung ?

Diskutiere welche Heizung ? im Installation von Leitungen und Betriebsmitteln Forum im Bereich ELEKTRO-INSTALLATION & HAUSELEKTRIK; Hi ! Ich habe vor, mir ein neues Haus, das gerade gebaut wird zu kaufen. Zufälligerweise hat mein Chef den Auftrag bekommen ein Angebot über...

  1. #1 Loewe2108, 14.12.2005
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    Hi !

    Ich habe vor, mir ein neues Haus, das gerade gebaut wird zu kaufen. Zufälligerweise hat mein Chef den Auftrag bekommen ein Angebot über die Elektroinstallation zu machen ;-). Mein Chef bevorzugt ja sehr gerne die Elektro-Direktheizung, die wir jetzt in einigen Neubauten installiert haben. Von der Wärme her ist die Heizung nicht schlecht, aber die Kosten des Stromes ??? Falls ich ja das Haus kaufe, installiere ich ja Elektro alles selbst. Leider weiss ich jetzt nicht, ob ich Gas-Heizung (die im Preis mit drin ist) oder ne Elektro-Direktheizung machen soll.

    Das Haus besteht aus einem
    Kellergeschoss: (Hobbyraum, Abstellraum, Hauswirtschaftsraum, Heizungsraum, Hausanschlussraum)

    Erdgeschoss: Wohn- Esszimmer, Küche, Diele, Gäste WC, Abstellraum

    Dachgeschoss: 2x Kinderzimmer, Elternschlafzimmer und Bad.

    Das Haus ist etwa 130m2 gross und da es gerade im Bau ist, kann ich in allen Sachen noch eingreifen.

    Kann mir da mal jemand ein Tip geben ?

    Gruss
    Loewe2108
     
  2. kawa

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    Hallo Loewe,

    gibt es in eurer Stadt keine Beratung der Energieversorger?
    Die Direktheizung mit Strom ist eine verdammt teure Sache.
    In der Anschaffung recht günstig aber vom Verbrauch :x sehr teuer.
    Den Vergleich zu einer Gasheizung wirst du beim Versorgungsunternehmen erfahren.
    Ich habe mich für eine Gasheizung (Warmwasser-Fußbodenheizung auch selbst verlegt) entschieden und habe es bis heute nicht bereut.

    Gruß Kawa :D
     
  3. #3 Loewe2108, 14.12.2005
    Loewe2108

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    Hi Kawa !

    Danke für die Antwort :) Ich will mich zuerst mal hier erkundigen, welche Erfahrungen bisher mit Elektro-Direktheizungen wegen den Kosten gemacht wurden. Mein Chef redet den Kunden halt immer ein, das Elektro-Direktheizung billiger wäre. Zumal nach seinen Ansichten Gas und Öl immer teurer wird und Strom würde billiger werden :))
    (Ich zweifle dran *gg*)

    Gruss
    Loewe2108
     
  4. edi

    edi

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    Wärmebedarf

    Hallo,

    eine überschlägige Rechnung :
    Heizwärmebedarf des Hauses(kein Niedrigenergiehaus ) geschätzt: 14000kwh/a

    1 Liter Öl oder 1m³ Gas erzeugen ungefähr 10kwh....

    Heisst also 14000 kwh Strom oder 1400m³ Gas...

    Nun kannst du mal die ( Nacht)-Strom und Gaspreise einsetzen um eine Übersicht zu bekommen.....

    Ist natürlich nur ganz grob über den Daumen gepeilt...
    Bedenke auch Nebenkosten..(Wartung Instandsetzung Schornsteinfeger usw )die bei Gas sicher höher sein werden als bei Elektro...
     
  5. R.B.

    R.B.

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    Wärmebedarfsermittlung

    Hallo,
    zuerst würde ich mir die Wärmebedarfsermittlung für das Haus und die einzelnen Räume besorgen. Mit dieser Grundlage kann man dann den Aufwand und die Kosten der einzelnen Lösungen ermitteln und vergleichen.

    Heizen mit elektrischem Strom KANN Sinn machen, jedoch nur dann wenn der Wärmebedarf extrem niedrig ist und der Aufwand für Gas, Öl, Pellet usw. dadurch verhältnismäßig hoch. Das trifft normalerweise nicht zu (meine persönliche Meinung)..

    Wenn schon elektr. Strom, dann vielleicht in Verbindung mit einer WP, doch auch hier muss man die Gesamtkosten vergleichen. WP macht nur bei niedriger Systemtemperatur (FBH) Sinn.

    Zudem sollte man die WW Aufbereitung nicht vergessen, sonst wird das unter Umständen ein teurer Badespaß.

    Ich schätze mal, daß bei dem Gebäude eine Heizleistung < 10kW ausreichend sein sollte. Öl wird dann schon uninteressant, da so kleine Kessel nicht verfügbar sind und somit ein Pufferspeicher zwingend erforderlich wird. Bleibt also Gas, WP oder evtl. noch Pellet (dann auch mit Pufferspeicher). Das Ganze evtl. noch kombiniert mit Solar für WW oder auch inkl. Heizungsunterstützung.

    Aber wie gesagt, Details kann man nur planen wenn die Wärmebedarfsermittlung vorhanden ist. Notfalls muss man das selbst rechnen.

    Gruß
    Ralf
     
  6. #6 Loewe2108, 18.12.2005
    Loewe2108

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    Hi !
    Ich danke euch für die antworten. Ich werde mich mal beraten lassen. Folgendes ist mir eingefallen, was ich ja noch machen könnte:

    Meine Schwester hat seit 3 Jahren ein Einfamilienhaus, das mit Gas betrieben wird (Baujahr ca. 1980)
    Vor 1,5 Jahren hatte ich über die Firma ein Neubau-Haus (Doppelhaushälfte) installiert, das komplett mit Elektro-Direktheizung und Durchlauferhitzer betrieben wird. Ich werde mir von beiden mal die Durchschlagsrechnungen geben lassen und vergleichen. Die Häuser entsprechen alle etwa die gleiche Grösse. Sobald ich die Daten habe, werde ich sie hier auch reinschreiben.

    Gruss
    Loewe2108
     
  7. R.B.

    R.B.

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    ACHTUNG

    Immer daran denken, nicht nur die Materialkosten sind wichtig. Schau mal ob Du auch an Infos zu den Betriebskosten und Wärmebedarf kommst (notfalls tut´s auch der jährliche Verbrauch). Bei den aktuellen Preise für Energie, (Gas, Öl, Strom) darf man das nicht unter den Tisch fallen lassen.

    Mein Bruder benötigt für sein RMH (ca. 170qm Wohnfläche, FBH) inkl. WW Aufbereitung bei 1 Person ca. 14000kWh. Für sein Gas zahlt er 1.176,- EUR im Jahr inkl. Grundgebühren usw. Bei Strom müßte man mit Sondertarif etwa 1.680,- EUR rechnen (ansonsten weit über 2.000,- EUR), würde er mit Öl heizen, dann käme er auf etwa 770,- EUR. Bei einer Pelletheizung müßte man grob mit Verbrauchskosten von etwa 500,- EUR rechnen, während bei einer Wärmepumpe so etwa 700,- EUR pro Jahr anfallen würden (je nach Typ, JAZ).

    Wir reden hier schnell über Unterschiede von 1000,- EUR pro Jahr. Bei hohem Wärmebedarf liegt der Unterschied noch weit höher. Ich benötige bei mir bis zu 32000kWh im Jahr, glücklicherweise heize ich (noch) mit Öl und konnte zu brauchbaren Preisen meine Tanks füllen. In ein paar Jahren kann es aber schon ganz anders aussehen. Energie wird stetig teurer und das Verhältnis Gas/Öl/Strom/Holz/Pellets usw. kann sich dann schnell ändern.

    Gruß
    Ralf
     
  8. #8 Loewe2108, 23.12.2005
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    Hi R.B. !

    Ich danke dir sehr für deinen Bericht. Sorry, das ich es nicht früher sehen konnte. Liege leider mit ner Grippe im Bett.

    Habe mir jetzt vorhind mal die Rechnung meiner Schwester geben lassen, die ein Einfamilienhaus ca. 140m2, 2 Erwachsene und 2 Kinder hat. Sie verbraucht im Jahr ca. 16000kwh, was im Jahr so 1199 Euro ausmacht. Kommt ja schon so etwa an deinen Bruder ran.

    Leider konnte ich mir durch die Grippe noch nicht die Rechnung der Elektro-Direktheizung geben lassen, da ich da hinfahren muss.

    Hast du die Kosten mit Strom per kwh ausgerechnet, weil du so auf etwa 1600 Euro kommst ?


    Gruss
    Thomas
     
  9. R.B.

    R.B.

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    So isses

    Wenn ich 14.000kWh benötige, dann kann ich diese durch Gas, Öl, Strom oder sonstwie erzeugen. Mit 1 Liter Öl erreiche ich so um die 10kWh, bei Gas liegt´s ähnlich. Wenn ich dafür Strom einsetze, dann kann ich verlustfrei rechnen, also quasi das was der Zähler anzeigen wird.

    Die Stromkosten liegen bei uns bei etwa 16 Cent/kWh. Sondertarife meist im Bereich 12Cent/kWh. Das muss man beim EVU anfragen.

    Also, 14.000kWh x 12Cent macht so 1.680 EUR
    zum Vergleich,
    Heizöl aktuell ca. 55Cent/Liter = 10kWh
    Stromkosten für 10kWh min. 1,20 EUR

    Gruß
    Ralf
     
  10. #10 Loewe2108, 23.12.2005
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    Hi !

    Na, danke für deine superschnelle Antwort :) Mit den Preisen HT und NT liegen wir hier genauso wie bei Euch.

    Ich finde eigentlich, das der wichtigste Punkt auch beim Durchlauferhitzer liegt. Ich weiss zwar jetzt nicht, ob man den DE auch über Nachttarif laufen lassen darf, aber Fakt ist, das Gas etwa 4 Cent pro kwh kostet und Strom etwas 12-16 cent pro kwh. Da ich im Handwerkbereich tätig bin, dusche ich halt auch öfters und somit scheint mir Gas extrem billiger zu sein als strom. Öl kommt halt in diesem Neubau nicht in frage, da kein Raum für Öltanks vorhanden wäre.

    Gruss
    Thomas
     
  11. R.B.

    R.B.

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    Na ja, Gas liegt etwas höher als 4 Cent/kWh. Rechne mal mit mindestens 7Cent, natürlich auch mit steigender Tendenz. Trotzdem deutlich billiger als Strom.
    Wenn kein Platz für Öltanks vorhanden ist, dann ist sicher auch kein Platz für eine Pelletheizung mit Speicher. Also bleibt wirklich nur Strom oder Gas.

    Wichtig bei der Planung ist eine korrekte Auslegung der kompletten "Anlage". Eine Heizung besteht eben nicht nur aus einem Heizkessel. Bei einem geringen Wärmebedarf für das Haus kann auch eine WP eine interessante Alternative sein. Es gibt eben viele Möglichkeiten.

    Gruß
    Ralf
     
  12. JJ

    JJ

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    Wenn ich mich richtig erinnere, braucht eine Pelletheizung mit Speicher den 3-fachen Platz, wie eine Ölheizung.
    In Sachen Platzbedarf ist die Gasheizung natürlich unschlagbar (z.B. im Spitzboden).
    Elektrische Direktheizung ist technisch toll, ABER der Strompreis ...
    Elektrospeicherheizung ist auch eine Möglichkeit (je nach Nutzung).

    Also wenn Gas in der Nähe ist, halte ich das für die beste Lösung.

    MFG
    JJ
     
  13. R.B.

    R.B.

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    Wärmebedarfsermittlung

    Na ja, ich kann hier keine Planung machen, aber vielleicht noch ein paar Tips für die Auswahl.

    Ich würde mir auf jeden Fall die "Standard" Heizung, die im Preis mit drin sein soll, genauer anschauen. Mit größter Wahrscheinlichkeit wird hier schon der erste Fehler gemacht. Erfahrungsgemäß dimensionieren die Jungs das Teil viel zu groß, damit ein billigerer Standardkessel verwendet werden kann, und versuchen sich dann mit Sprüchen wie "die kann doch modulieren" herauszureden.

    Aber bevor man an den eigentlichen Heizkessel geht, sollte man zuerst die "Umgebungsbedingungen" festlegen.

    WICHTIG ist natürlich eine ordentliche Dämmung und somit ein geringer Wärmebedarf. Das sollte man keinesfalls unterschätzen.

    Setzt man voraus, daß das Haus einigermaßen gedämmt wird, dann sollte bei den 130qm eine Leistung < 9kW mehr als ausreichend sein. Genaueres kann man erst nach Durchsicht der Wärmebedarfsermittlung, Heizlast usw. sagen. Da gilt es erst einmal eine passende Therme zu finden (möchte keine Werbung machen).

    Dann sollte man die Heizflächen so auslegen, daß mit einem Heizkreis und niedriger Temperatur gefahren wird. d.h. konsequent Fußbodenheizung und nicht irgendwo noch welche Radiatoren an die Wand gehängt. Die FBH sollte so ausgelegt sein, daß bei niedrigster AT (typ. -10°C je nachdem wo man wohnt auch weniger) mit einer Heizkreistemperatur von max. 35°C die gewünschte Raumtemperatur erreicht wird. Das ist eine Frage der Dimensionierung, Verlegeabstand, Spreizung usw.

    Sollten im Bad höhere Temperaturen gewünscht sein und die Bodenfläche nicht ausreichen, dann nachschauen ob man evtl. noch die Wände oder andere Flächen zusätzlich nutzen kann. Für den absoluten Notfall tut´s dann auch eine elektrische Zusatzheizung da diese sowieso nur an wenigen Stunden im Jahr benötigt würde.

    Erst wenn diese Details geklärt sind, wird die passende Therme ausgewählt. Jetzt kann man entscheiden, ob man eine Gastherme oder vielleicht auch eine Wärmepumpe verwendet. Bei geringem Wärmebedarf UND niedrigten Systemtemperaturen (FBH, s.o) kann sich eine Wärmepumpe rechnen. Damit man keine Sondenbohrungen machen (und bezahlen) muss, sollte man die Kosten für eine Luft-WP mit einkalkulieren. Die deutlichen Mehrkosten (Investition, Bohrung) der Wasser-WP können sich vermutlich durch die Einsparung beim Verbrauch kaum rechnen.

    Abschließend sollte man sich auch ein paar Gedanken über Solarkollektoren machen, evtl. mit Heizungsunterstützung.

    Wie gesagt, eine gute Heizung bedarf einer sorgfältigen Planung. Nicht auf bunte Prospekte verlassen, sonderen mehrere Meinungen einholen und informieren.

    Gruß
    Ralf
     
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