Frage zum Kabelquerschnitt.

Diskutiere Frage zum Kabelquerschnitt. im Forum Installation von Leitungen und Betriebsmitteln im Bereich ELEKTRO-INSTALLATION & HAUSELEKTRIK - Guten Tag, ich lasse gerade die Elektrik in meinem Haus neumachen und bin da bei einem Thema anderer Meinung als der Elektriker und Frage deshalb...
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wii07

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Guten Tag,

ich lasse gerade die Elektrik in meinem Haus neumachen und bin da bei einem Thema anderer Meinung als der Elektriker und Frage deshalb hier um Rat. Ich selber bin Informatiker, zu meiner Studienzeit bestand das Studium allerdings noch zu 80% aus Elektrotechnik und Mathematik, ganz fremd ist es mir also nicht, wie Strom "funktioniert".

Es geht um die Abseiten im Obergeschoss, ich habe das Haus dort komplett entkernt und schon die Dachdämmung bis auf den Betonfußboden drinne. Um später keine Schräge bis auf den zu Fußboden haben, werden dort später noch (relativ) kleine, auch gedämmte Trockenbaustellwände als Abseiten reingezogen, dort hinter werden dann Stromkabel laufen, um eben in alle 4 Ecken der Zimmer zu kommen.

Ich habe den Elektriker nun gebeten, mir doch einfach komplett bei den Zimmern mit den Abseiten 2,5mm² Kabel zu verlegen bis zum Verteilerkasten, allerdings lehnt er dies ab. Danach hatte ich dann eine ausgiebige Diskussion mit Ihm, was es denn heißt, das Leitungen in der Dämmung liegen oder eben nicht.

Laut dem Elektriker würden in dem Fall die Leitungen nicht in der Dämmung liegen und deswegen ist dort 1,5mm² ausreichend, das würde er schon fast 40 Jahre so machen und schließlich hat es immer so funktioniert.

Dazu hätte es jeder Altbau ja auch so und wenn dort dann Leute nachträglich dämmen und sich Abseiten "ausblasen" lassen, müsste das dort dann ja überall brennen, tut es ja aber schließlich nicht.

Und jetzt die Frage: Ist das wirklich in Ordnung so und ich übertreibe/bin ein "Theoretiker", oder wird bei sowas eigentlich zwingend 2,5mm² verlegt? Die längste Kabelstrecke wäre in einem Zimmer ~15m vom Verteilerkasten zur letzten Steckdose, restlichen Kabelstrecken wären kürzer.

Und was genau bedeutet Stromkabel in der Dämmung aus der Sicht eines Elektrikers (für mich ist das bei mir schon in der Dämmung, für ihn nicht)?

Im Sicherungskasten alles dann nur mit 10a absichern, wo etwas durch eine Abseite geht, würde ich ungern (unabhängig davon möchte auch hier der Elektriker eh alles 16a Sicherungen benutzen).
 
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Hier werden jetzt sicher wieder viele Leute antworten die anderes sagen, aber 1,5qmm sollte reichen. Natürlich ist das trotzdem noch von verschiedenen weiteren Umständen abhängig. Grundsätzlich verlegt man aber nicht aus Prinzip einen höheren Querschnitt wenn es nicht notwendig ist.

mba
 
Du bist der Kunde.

Wenn du dir das wünschst, verstehe ich nicht, wieso das abgelehnt wird.

2.5mm^2 kann hier definitiv erforderlich sein!

Abhängig von vielen variablen.

So absurd finde ich diesen Wunsch definitiv nicht.

Und wenn der Elektriker seinen Wissensstand in den letzten 40 Jahren nicht erweitert hat, ist das traurig.
 
Selbstverständlich kann man einen höheren Querschnitt verlegen, als normativ notwendig. Die Folge wäre, dass der Spannungsfall sinkt und die Stromverluste sich verringern, weil sich die Leitungen weniger erwärmen. Nachteil wäre ein höherer Preis und die Installation wäre mit dünneren Leitungen einfacher. Zudem steht hier auch noch nicht fest, ob 1,5mm² wirklich ausreichend sind. Bei 16A Absicherung ist in der Regel bei 18m Leitungslänge Schluss mit 1,5mm². Normalerweise muss immer der Elektriker dem Kunden erklären, dass ein höherer Adernquerschnitt notwendig wird. Wenn der Kunde von sich aus einen höheren Querschnitt möchte, dann hat der Elektriker diesen Wünsch zu erfüllen. Allerdings sollte das auch praktisch sinnvoll sein. Eine Querschnittsgröße höher als notwendig liegt im Rahmen, noch größer wäre praktischer Unsinn.
 
Ich vermute die Ablehnung, 2,5mm² zu verlegen liegt an Erfahrungswerten und, wie schon hier erwähnt wurde, ist es natürlich nerviger, 2,5mm² anstatt 1,5m² Kabel in Verteilerdosen/Steckdosen/Lichtschalter zu verdrahten, viel Platz ist ja nicht gerade in/hinter den Teilen.

Ich habe halt Bedenken, wie warm es im Sommer in den letztendlich doppelt gedämmten, kleinen Abseiten dann wird. Wobei da pro Zimmer (es sind beides Kinderzimmer) wohl eh niemals an die Belastungsgrenze von 3680 Watt gegangen werden würde, höchste Wattverbrauch wäre da wohl ein Staubsauger für ein paar Minuten, Dauerbelastung der Zimmer wird wohl eher maximal bei 500 Watt (TV, Spielekonsole und Licht gleichzeitig) liegen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Je nachdem wie warm es dort wird kann dort auf jeden Fall 2.5qmm notwendig sein. Der Elektriker sollte das berechnen und außerdem auch davon wegkommen generell immer nur 1,5qmm für alles zu legen.

mba
 
Danke für die vielen Antworten bis jetzt.

Ich fasse mal zusammen:

1: Passieren würde bei so einer Installation (16A Sicherung mit 1,5mm²) bei einer "normalen" Belastung wohl eher nichts?

2: Um auf Nummer sicher zu gehen eine 13A Sicherung nehmen?

Da ich am liebsten nach wie vor 2,5mm² haben möchte (obwohl mich die Antworten hier jetzt doch eher beruhigt haben als noch weiter nervös): Irgendwie "festnageln" mit einer verbindlichen Aussage aus der VDE oder irgend einer Fachliteratur kann ich den Elektriker aber nicht in Bezug auf 2,5mm² Kabel bei der Verlegung der Kabel durch gedämmte Abseiten?
 
Danke für die vielen Antworten bis jetzt.

Ich fasse mal zusammen:

1: Passieren würde bei so einer Installation (16A Sicherung mit 1,5mm²) bei einer "normalen" Belastung wohl eher nichts?
Ja.
2: Um auf Nummer sicher zu gehen eine 13A Sicherung nehmen?
Ja.
Da ich am liebsten nach wie vor 2,5mm² haben möchte (obwohl mich die Antworten hier jetzt doch eher beruhigt haben als noch weiter nervös): Irgendwie "festnageln" mit einer verbindlichen Aussage aus der VDE oder irgend einer Fachliteratur kann ich den Elektriker aber nicht in Bezug auf 2,5mm² Kabel bei der Verlegung der Kabel durch gedämmte Abseiten?
Nein. Außer die Berechnungen geben was anderes her.

Wenn dein Elektriker stur bleibt:
Warten bis er fertig ist und B13 nachträglich für 5€ einbauen. Vermeidet weiteren Stress.

Vermutlich hat der stattliche Handwerker ein Problem mit studierten Theoretiker , die ihr Geld im sitzen und ohne Anstrengung verdienen ;)
 
Wer ansagt schafft auch an. Es spricht bis auf schlechtere Verlegung und höheren Kupferpreis nichts gegen 2,5mm² . Auch wenn das deinem Elektriker so nicht passt. Du hast das sagen und nicht er! Anders sehe es aus wenn der Querschnitt zu gering wäre!
 
Es spricht überhaupt nichts dagegen, die Installation der Stromkreise generell und einheitlich mit 2,5mm² auszuführen, wenn das so gewünscht wird. Es gibt natürlich auch Stromkreise, die noch einen höheren Adernquerschnitt erfordern, z.B. DLE, aber das muss man dann immer im Einzelfall ermitteln.
 
Irgendwie "festnageln" mit einer verbindlichen Aussage aus der VDE oder irgend einer Fachliteratur kann ich den Elektriker aber nicht in Bezug auf 2,5mm² Kabel bei der Verlegung der Kabel durch gedämmte Abseiten?
Es gibt VDE-Normen, in denen ist das definiert und wenn ich mich recht erinnere, findet man dort eine Tabelle, in der je nach Verlegeart, Strombelastbarkeit usw. der zu verwendende Querschnitt vorgegeben ist.

Ich bin nicht vom Fach und kenne daher nicht einmal die Normenbezeichnung und kann dir daher nicht helfen (oder nur nach aufwendiger Recherche). Ich denke aber, jemand anders hier wird so nett sein, dir diese Informationen zu geben.


Gruß

Uwe
 
Es gibt VDE-Normen, in denen ist das definiert und wenn ich mich recht erinnere, findet man dort eine Tabelle, in der je nach Verlegeart, Strombelastbarkeit usw. der zu verwendende Querschnitt vorgegeben ist.

Ich bin nicht vom Fach und kenne daher nicht einmal die Normenbezeichnung und kann dir daher nicht helfen (oder nur nach aufwendiger Recherche). Ich denke aber, jemand anders hier wird so nett sein, dir diese Informationen zu geben.


Gruß

Uwe
Hast du dir den Thread durchgelesen? :-O
 
Ja, habe ich gelesen. Hier steht, dass 2,5 qmm erforderlich sein kann, also reicht vielleicht auch 1,5 qmm. Daher hat der TE nach einer Quelle gefragt, die er dem Elektriker als Argumentationsverstärker vorlegen kann.

Um Übrigen ist es nie schlecht, wenn man solche Informationen hat oder weiss, wo sie zu finden sind.

Gruß Uwe
 
Es scheint ja nicht so einfach zu sein, eine einfache 230V-Leitung auszulegen. ;)
Das kommt aber auch daher, dass hier Infos fehlen. Das 1,5mm² ist grenzwertig.
1. Kommt die Zuleitung von einer Unterverteilung oder vom Zählerschrank?
2. Wie lang ist die UV-Zuleitung und wie ist sie abgesichert?
3. Wird die Leitung in einer Dämmung verlegt (Verlegeart A) oder frei im Dachraum?

Anahme 1: Zählerschrank; Dachraum; 15m: >1,5mm²
Anahme 2: Zählerschrank; Wärmedämmung; 15m: >2,5mm²
Anahme 3: UV; Dachraum; 15m: >2,5mm²
Anahme 4: UV; Wärmedämmung; 15m: >2,5mm²

Man könnte 1,5mm² vertreten, bei einer Absicherung von 13A oder der Gewissheit, dass sowieso kaum Last dran hängt oder mich ein paar W Verlust nicht stören.
Man könnte aber auch 2,5mm² für die längsten Stücke nehmen und den Rest in 1,5mm².

Oder man legt sich auf die sichere Seite bezüglich der Normen und verwendet für alles 2,5mm² (würde ich nicht machen).

PS: Die kalkulierten Zahlen kommen aus meinem Excel-Tool unter Berücksichtigung der Norm-Tabellen.
 
was ist der Unterschied Annahme 1 und 3. Ist es nicht egal ob aus dem Zählerschrank oder einer UV, wenn es beide Male 15m sind?
 
Ab Zähler sind max. 3% Uf zulässig. Wenn ich jetzt auf der UV-Zuleitung schon 2% verbrate, bleibt nicht mehr viel übrig.

Mir ist schon klar, dass das alles auf Maximalwert ohne Berücksichtigung von Gleichzeitigkeitsfaktoren berechnet ist.
 
Die ermittelten Werte sind die Mindestvorgaben, nicht die nach VDE festgelegten Querschnitte. Höhere Querschnitte, als die vorgegebenen kann man immer nehmen. Das sollte natürlich auch wirtschaftlich und von der Installation her sinnvoll sein. Praktisch ist eine Querschnittsgröße höher aber immer als sinnvoll anzusehen. Wenn der Kunde das so möchte, sehe ich keinen Grund für Einwände.
 
Thema: Frage zum Kabelquerschnitt.
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