Potentialausgleich, blitzschutz, erdung

Diskutiere Potentialausgleich, blitzschutz, erdung im Blitzschutz, EMV, Erdung & Potentialausgleich Forum im Bereich ELEKTRO-INSTALLATION & HAUSELEKTRIK; Hi, eine Frage die mich interessiert - im Zuge unserer Sanierung wurde außen im Erdreich ein tiefenerder geschlagen. Von diesem geht nun ein...

  1. #1 ema2412, 06.11.2019
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    Hi,
    eine Frage die mich interessiert - im Zuge unserer Sanierung wurde außen im Erdreich ein tiefenerder geschlagen. Von diesem geht nun ein dicker Draht ins Haus auf die potentialausgleichsschiene.
    Ist es jetzt zulässig auf den tiefenerder auch den Blitzableiter zu hängen oder gibt es dann die Möglichkeit dass der Strom über den potentialausgleich zurück in das Haus fließt und den sicherungskasten zerstört ?

    und Zusatzfrage , wenn in eine sat Schüssel der Blitz einschlägt und der multiswitch dahinter an der Potenzialausgleichsschiene im Keller hängt , wo auch der potentialausgleich aus dem sicherungskasten angehängt ist, kann es hier dann zu einem *rückfluss* kommen der dann im Sixherungskasten schaden anrichtet ?
     
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  3. schUk0

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    Wenn ihr (tatsächlich) eine Blitzschutzanlage bekommt ist ein Tiefenerder nicht ausreichend.

    Dass die Blitzschutzanlage mit dem PA verbunden wird ist richtig, normalerweise geschieht das über den gemeinsamen Fundamenterder aus dem Fahnen für Ableiter und PA-Schiene(n) herausgeführt werden.

    Die Schüssel muss je nach Konzept, also Blitzschutz ja oder nein, entweder durch die Blitzschutzanlage geschützt (Schutzwinkel), trotzdem aber am PA angeschlossen werden
    So ist es jetzt bei euch scheinbar.

    Wenn keine Blitzschutzanlage kommt, sollte idealerweise ein eigener Ableiter von der Schüssel außen am Haus entlang auf den Erder geführt werden.

    Die Antennenkabel sind extra über Erdungsschienen zu führen und mit dem PA zu verbinden.

    Zum Blitz- und Überspannungsschutz gehört auch ein mehrstufiges System aus Überspannungsableitern... Wird oft nicht bedacht.

    Zu guter Letzt:
    Eine Blitzschutzanlage verhindert vor Allem, dass die Hütte abbrennt.
    Von dem Gedanken, dass bei einem Einschlag nichts kaputt geht sollte man sich verabschieden.
    Bei einem nachweislich guten Blitzschutz steigt aber die Wahrscheinlichkeit, dass die Schäden von der Versicherung übernommen werden.
     
  4. #3 ema2412, 06.11.2019
    Zuletzt bearbeitet: 06.11.2019
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    Danke jetzt ist mir schon einiges klarer.

    das Haus bzw. auch die sat Schüssel haben derzeit keinen Blitzableiter.

    wenn ich dich richtig verstanden habe , ist es aber in diesem
    Fall trotzdem ratsam die Koaxialkabeln an den potentialausgleich anzuschließen?

    wenn man die sat Schüssel direkt mit dem erdungsstab verbinden würde, würde hier eine dicke Leitung reichen oder müsste man da auch Runddraht verwenden ? Ginge auch eine Verbindung auf die Dachrinne wenn man in Folge die Dachrinne an den tiefenerder hängt ?

    meine Angst dass ein Blitz über den potentialausgleich der am gleichen tiefenerder hängt zurück ins Haus kommt und den sixherungskasten zerstört ist unbegründet?
     
  5. schUk0

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    Wenn alles vernünftig gebaust ja.
    So wie es aussieht, ist es das aber nicht.
     
  6. #5 Octavian1977, 06.11.2019
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    Octavian1977 Moderator

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    Wenn der Blitz in der Nähe einschlägt oder auch in eine Blitzschutzanlage, ergibt es sich immer, daß dieses Potential auch ins Haus kommt.

    Es ist nun dabei wichtig Maßnahmen zu ergreifen, daß dieses Potential dort keinen Schaden anrichten kann.
    Dies kann man nur damit erreichen einen PotentialUNTERSCHIED zu verhindern, bzw auf ein ungefährliches Maß zu begrenzen.
    Das erreicht man nur wenn man einen ausreichenden Potentialausgleich hat, der auch gut geerdet ist.

    Denn sobald hier Widerstände ins Spiel kommen ergibt sich aus den unterschiedlichen Potentialen (Ladungen) eine Spannung und die Spannung ist das was gefährlich ist.

    Im Falle von Überspannung oder Blitzschlag ergibt eine funktionierende Anlage den gleichen Effekt wie für den Vogel auf der Hochspannungsleitung.
     
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  7. #6 ema2412, 06.11.2019
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    Wie könnte in meinem Fall eine sinnvolle und kostengünstige Lösung aussehen ? Neuen tiefenerder schlagen lassen und sat dran hängen , nur potentialausgleich der sat Kabeln .....?????
     
  8. schUk0

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    Die Frage ist doch was du nun eigentlich möchtest.

    Wo hängt/steht denn die Schüssel?
    Wie tief wurde der Tiefenerder eingeschlagen bzw welchen Wert hat er erreicht?

    Ist eine Blitzschutzanlage gewünscht?

    U d grundsätzlich gilt, alles was von außen ins Haus kommt und elektrisch leitend ist, ist so früh wie möglich nach der Eintrittsstelle in den Potentialausgleich einzubeziehen.
    Also:
    Ja!

    Und:
    Nein!
     
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  9. #8 Dipol, 06.11.2019
    Zuletzt bearbeitet: 06.11.2019
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    Nicht getrennte Blitzschutzsysteme müssen min. 2 Ableitungen haben, die entweder in normkonforme Tiefen- oder Oberflächenerder vom Typ A oder zu min. 80 % erdfühlig verlegten Ringerdern (früher Ringsammelleitung genannt) oder auch dafür ausgelegte Fundamenterder einmünden müssen. Diese müssen wie schon erwähnt über den Blitzschutzpotenzialausgleich alle miteinander verbunden sein, und zwar blitzstromtragfähig.
    Blitze, die es von den Wolken kilometerweit bis zur Erde geschafft haben, sind mit 1 mm Kunststoff von Kabelmänteln oder LNB-Gehäusen nicht vom Überspringen abzuhalten. Wer Antennen gegen Direkteinschläge schützen will, muss - mit und ohne LPS - getrennte Fangeinrichtungen nach dem Stand der Technik installieren. Getrennte Erder sind gefährlich, normwidrig und bieten keine Sicherheit.

    Wie von @schUk0 bereits erwähnt, ist der PA der Schirme von aus oder in LPZ 0B führenden Leitungen nach Blitzschutzzonenprinzip möglichst nahe der Gebäudehülle auszuführen. Bei Dachantennen, deren Kabel gewöhnlich am oder durch den Antennenträger ins Haus eingeführt werden, somit "mastnah".

    Auch bei Multischaltern im UG nahe der HES, war bei konventioneller Direkterdung lange Zeit ausschließlich ein "schleifenfreier" Anschluss NUR am geerdeten Antennträger zulässig. Das Dogma von schleifenfreien PA wurde beim IEC inzwischen durch den Primat möglichst enger Vermaschung abgelöst.

    Bereits seit aktueller DIN EN 60728-11 (VDE 0855-1):2019-03 ist eine zusätzliche PA-Vermaschung an die HES zulässig, bei Direkterdung an LPS war sie bereits nach der letzten Normausgabe gefordert. In Beispielbildern wird dies erstmals in der kommenden IEC 60728-11 dargestellt sein.

    Nur u. a. MIT eingangsseitigen Erdblöcken/Erdwinkeln UND PA-Leitern aus min. 4 mm² Cu vom Antennenträger zur HES sind erdungspflichtige Antennen normkonform. Solche Antennenanlagen haben aber aus profunder Normunkenntnis Seltenheitswert.
     
  10. #9 ema2412, 07.11.2019
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    Ganz klar ist mir leider immer noch nicht was jetzt die beste und einfachste Lösung ist. Die sat Schüssel steht auf einem Flachdach eines Zubaus daneben geht das Giebeldach noch einige Meter hoch allerdings befindet sich die Dachrinne auf quasi gleicher Höhe ..
     
  11. Dipol

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    Die beste und die einfachste Lösung stehen gewöhnlich im unvereinbaren Kontrast.
    Somit sind die min. 2 m Distanz unterhalb von Regenrinnen nicht erfüllt und die Antenne ist blitzstromtragfähig zu erden UND mit dem ohnehin obligatorischen Schutzpotenzialausgleich zu verbinden. Was soll daran nicht ganz klar sein?

    Inzwischen vermute ich, dass mit dem "Blitzableiter" im Startbeitrag in laienhafter Ausdrucksweise kein Äußeres Blitzschutzsystem sondern ein Erdungsleiter für eine konventionelle Antennenerdung gemeint war. Wenn der bestehende Erder für Antennenerdung nicht normkonform ist, muss nachgebessert werden. Dann wäre auch der neue normkonform mit dem Antennenträger und einer HES mit Zugklemmen blitzstromtragfähig nach Klasse H = 100 kA zu verbinden und Kabelschirme und Komponenten normkonform mit üblicherweise 4 mm² Cu in den PA einzubeziehen.
     
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