Stromstoßrelais schaltet nicht sauber nach austausch

Diskutiere Stromstoßrelais schaltet nicht sauber nach austausch im Forum Grundlagen & Schaltungen der Elektroinstallation im Bereich ELEKTRO-INSTALLATION & HAUSELEKTRIK - Ich bin gerade dabei eine Unterverteilung instand zu setzen und dabei stehe ich vor folgendem Problem: Es waren im Schaltschrank drei...
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Moritz

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Ich bin gerade dabei eine Unterverteilung instand zu setzen und dabei stehe ich vor folgendem Problem:
Es waren im Schaltschrank drei Stromstoßrelais (Marke: schupa, Serie 4400, 230V Schaltspannung, 1 Schaltkontakt 10A 250V) "verbaut", die eigentlich für den Einbau in Unterputzdosen vorgesehen sind, konnte zu diesen auch kein Datenblatt oder ähnliches finde. Sie hingen also lose im an den Kabeln bzw. waren auf die Hutschiene geschraubt (natürlich krumm und schief).
Angeschlossen waren die Relais an der entsprechenden Sicherung für den Bereich an einer Seite der Spule (A1), sowie dem Schaltkontakt (1). Die andere Seite der Spule (A2) geht zu den Tastern im Treppenhaus, die den Neutralleiter schalten. Die geschalte Phase (2) geht dann entsprechend zu den Leuchtmitteln.

Da eines der Relais auch nicht mehr verlässlich funktionierte habe ich einen passenden Ersatz für die Hutschienenmontage besorgt und zwar ABB 290-16-10/230 (Datenblatt darf ich leider aufgrund neuer Mitgliedschaft hier nicht verlinken).

Nach einem Austausch der Relais ergibt sich nun aber folgendes Fehlerbild in unterschiedlicher Ausprägung bei zwei der drei Relais, das dritte arbeitet korrekt:
  1. Nach dem Tasten brummen die Relais für eine unbestimmte Zeit, manchmal auch dauerhaft.
  2. In diesem Zeitraum ist auch kein umschalten mehr über die Taster möglich
  3. Eine Handbetätigung am Relais behebt den Zustand
Interessant ist noch der Fakt, dass sich der Fehler quasi in Abhängigkeit zur Entfernung der Taster verstärkt. Also das Relais für die Beleuchtung des Kellers arbeitet sauber (nahe an der UV), EG einigermaßen und 1.OG geht nahezu gar nicht.

Natürlich hab ich mal nachgemessen und bei betätigtem Taster fällt die Spannung an der "kalten" Spulenseite (A2) auf <= 1.5VAC ab (sprich >220V an der Spule selbst), was ja nicht dafür spricht, dass die Widerstände der Taster + Leitungen zu hoch sind.

Was bisher probiert wurde:
  1. Neutralleiter direkt im Schaltschrank auf A2 getastet (also die Taster gebrückt)-> Fehler bleibt bestehen
  2. Austausch der Relais -> Fehler bleibt bestehen und wandert nicht mit
    1. untereinander
    2. gegen Ersatz
  3. Testweiser Einbau eines alten funktionierenden Relais -> Funktion wie erwartet
  4. Neue Relais auf der Werkbank mit Taster direkt angeschlossen -> schalten alle sauber

Ich bin aktuell etwas ratlos und über jeden Hinweis oder Tipp dankbar! Habe zwar die entsprechenden Kenntnisse und Qualifikationen, aber Hausinstallation ist nicht mein Fachgebiet, deswegen sind meine Benennungen evtl. nicht normgerecht, habe mich aber bemüht alles verständlich darzustellen.

Danke schon mal!
 
Sind das Taster mit eingebauten Lamperl (Orientierungslicht)
eventuell sind diese lamperl zuviel Last, und der neue Stromstoßschalter interpretiert das als Dauertasten.
 
Sind das Taster mit eingebauten Lamperl (Orientierungslicht)
eventuell sind diese lamperl zuviel Last, und der neue Stromstoßschalter interpretiert das als Dauertasten.
Danke für den Input, guter Punkt ich werde die Taster mal abklemmen und schauen, ob ich dann mit einer Brücke vom Neutralleiter auf A2 sauber schalten.
Es sind auf jeden Fall Lampen in den Tastern verbaut, aber spricht es nicht dagegen, dass der Spannungsabfall über die Taster beim Tasten <= 1,5V beträgt, sollte doch i.O. sein oder?
 
N-getastete Schalter sind eigentlich auch nicht mehr erlaubt.

Normalerweise wird A2 fix an N angeschlossen, und auf A1 der getastete L
Was aber nichts am Problem ändert, wenn die Tasterlämpchen parallel zum Schaltkotakt, und damit in Serie zur Relaisspule sind.

PS: das Phänomen nimmt nicht mit der Länge der Leitungen zu, sondern mit der Anzahl an Taster mit Lämpchen.
 
aber spricht es nicht dagegen, dass der Spannungsabfall über die Taster beim Tasten <= 1,5V beträgt, sollte doch i.O. sein oder?
das Problem ist nicht das Tasten, sondern das Nicht-Tasten.
Hier sind dann die Lamperl in den Taster in Serie zur Relaisspule geschaltet, und empfindliche Relais glauben dann halt, da hat einer "so halbwegs" getastet.

Wenn es tatsächlich diese 2-Drahtschaltung mit Orientierungslicht ist.

Wie viele Adern sind an einem Taster (mit Lamperl) angeschlossen?
 
N-getastete Schalter sind eigentlich auch nicht mehr erlaubt.

Normalerweise wird A2 fix an N angeschlossen, und auf A1 der getastete L
Was aber nichts am Problem ändert, wenn die Tasterlämpchen parallel zum Schaltkotakt, und damit in Serie zur Relaisspule sind.

PS: das Phänomen nimmt nicht mit der Länge der Leitungen zu, sondern mit der Anzahl an Taster mit Lämpchen.
Ah ok danke, das wusste ich nicht, dachte das gilt nur für N-geschaltet für die Last.

Wurde ja früher oft so gemacht (Haus BJ. 70), warum auch immer spart ja auch keine Leitung o.Ä..

Ok ja werde das auf jeden Fall prüfen, aber hört sich stark danach an, als wäre das die Ursache.

PS: Ja die Annahme stimmt: UG: 3 Taster, EG: 5 Taster, OG: 6 Taster
 
Wen das Orientierungslicht nicht benötigt wird, einfach die Lamperl ausbauen....
 
das Problem ist nicht das Tasten, sondern das Nicht-Tasten.
Hier sind dann die Lamperl in den Taster in Serie zur Relaisspule geschaltet, und empfindliche Relais glauben dann halt, da hat einer "so halbwegs" getastet.

Wenn es tatsächlich diese 2-Drahtschaltung mit Orientierungslicht ist.

Wie viele Adern sind an einem Taster (mit Lamperl) angeschlossen?
Ja ergibt Sinn, bin ich nicht drauf gekommen.

Also wenn ich die Frage richtig verstehe, dann ist die Antwort vier Leitungen, ist aber ja klar bei Parallelschaltung oder?
 
Also wenn ich die Frage richtig verstehe, dann ist die Antwort vier Leitungen, ist aber ja klar bei Parallelschaltung oder?
Eigentlich reichen 3

z.B.: L getastet

L Am Tastereingang
L' am Tasterausgang
N am Lämpchen (dass Schalterintern auf L hängt)

N-Anschluss haben aber alte Taster gar nicht, da man eben früher die Lämpchen parallel zum Tasterkontakt geschaltet hat, und sich N über die Relaispsule (oder in Deinem Fall L über die Relaisspule) geholt hat.

(Fast) gleiches Prinzip z.B.: bei 2-Draht Bewegungsmelder. Machen alle nur noch Probleme.
 
Eigentlich reichen 3

z.B.: L getastet

L Am Tastereingang
L' am Tasterausgang
N am Lämpchen (dass Schalterintern auf L hängt)

N-Anschluss haben aber alte Taster gar nicht, da man eben früher die Lämpchen parallel zum Tasterkontakt geschaltet hat, und sich N über die Relaispsule (oder in Deinem Fall L über die Relaisspule) geholt hat.

(Fast) gleiches Prinzip z.B.: bei 2-Draht Bewegungsmelder. Machen alle nur noch Probleme.
Ja so gesehen stimmt es, ich gehe nur von aus, dass es vom einen gleich direkt zum nächsten Taster weiter geht also eigentlich sind zu dem einzelnen Taster nur zwei Leitungen (N und N') angeschlossen, die anderen beiden gehen weg zum nächsten.

So Spielchen mit der Spannungsversorgung von Kleinstleistungsverbrauchern über Potentialunterschiede machen meist mehr Schwierigkeiten.. Heute würde ich einfach mehr Adern legen, das ist es alles nicht Wert die paar Cent, die da gespart werden
 
Die Glimmlampen in den Tastern altern. Dabei schägt sich Metalldampf innen am Kolben ab, dadurch werden die Lämpchen mehr oder weniger leitfähig. Also wie oben beschrieben die Taster kontrollieren und neue Glimmlämpchen einsetzen.

Leprechaun
 

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So also alle Lämpchen entfernt und es funktioniert wie gewünscht, werde diese einfach draußen lassen, geht auch ohne. Vielen Dank an alle Beteiligten für die schnellen und kompetenten Antworten!
 
Alternativ Stromstoßschalter einbauen die Glimmlampen vertragen.
 
Wenn man ein Orientierungslicht braucht um einen Schalter zu finden, hat man eh was mit der Schalteranordnung falsch gemacht.
beleuchtete Schalter sind nur interessant zur Statusanzeige bei außenliegenden Schaltern z.B.: Licht im Scheißhaus Keller brennt.
 
nicht wirklich.
Spätestens an Wohnungstüren an denen man den Lichtschalter mit der Klingel verwechseln kann ist es sehr hilfreich mit Orientierungsleuchten zu arbeiten.
Ist ansonsten recht blöd wenn man nachts die Taster verwechselt.
 
Im öffentlichen Stiegenhaus ist das ja auch was ganz anderes, Hier gibt es ja auch andere Normen, die ein Orientierungslicht sowieso fordern.
 
Also ich mag meine Orientierungslichter im Flur.
da brauch ich nachts an keiner Stelle Licht einschalten die Teile reichen völlig aus.
Und von Merten sind die auch noch schön bunt in 7 Farben möglich.
 
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