Verständnisfrage Potentialausgleich

Diskutiere Verständnisfrage Potentialausgleich im Blitzschutz, EMV, Erdung & Potentialausgleich Forum im Bereich ELEKTRO-INSTALLATION & HAUSELEKTRIK; Hallo, bin momentan in Ausbildung und verstehen nicht ganz wieso man den Potentialausgleich überhaupt macht. Nehmen wir an aufgrund eine...

  1. Jkst

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    Hallo,

    bin momentan in Ausbildung und verstehen nicht ganz wieso man den Potentialausgleich überhaupt macht.
    Nehmen wir an aufgrund eine Fehlers kommen 230 V auf das Wasserrohrnetz. RCD ist nicht eingebaut.

    Reduziert des Potentialausgleich nun die 230 V also fließen die über den Fundamenterder ab, oder wie muss man sich das vorstellen? Weil sonst würde ich diese gefährlich Spannung ja nur auf das Rohrnetz verteilen durch das verbinden aller Rohre.
     
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  3. #2 Pumukel, 09.09.2017
    Pumukel

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    Falsch der Potentialausgleich soll alle Leitfähigen Teile auf gleiches Potential bringen. Da heutzutage nur noch ein Schutzpotentialausgleich durchgeführt wird hat dieser auch die Funktion eines Schutzleiters und bei einem Fehler soll die Anlage abgeschaltet werden. (Schutz durch Abschaltung)
    So gehen wir mal vom Extremfall aus du hast eine Wasserrohrleitung die durchgehend Leitfähig ist und damit auch mit der Erde verbunden. Weiter im Text deine Elektroanlage ( zB Boiler hat einen Fehler und der Schutzleiter da ist unterbrochen) . Damit steht das Gehäuse des Boilers unter Spannung gegen Erde. Du fast nun das Gehäuse des Boilers an und die Wasserleitung. Was denkst du wie es dich schüttelt.
    Durch den Schutzpotentialausgleich wird aber ein Weg für den Fehlerstrom geschaffen, der zur Abschaltung führen soll, noch bevor du da dran mehrst.
     
  4. Dipol

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    Hallo und Willkommen im Forum!

    Das Verständnis stellt sich hoffentlich noch ein, denn sonst hättest du elementar den Beruf verfehlt. :wink:

    Da es mit Potenzialausgleich und Erdung etwas durcheinander geht, mal selbst die offiziellen Definitionen nachlesen. Abseits normierter Begriffe eine Basisdefinition:

    • Potenzialausgleich: Verbindung von min. zwei Punkten zur Verhinderung von Potenzialdifferenzen
    • Erdung: Verbindung von min. einem Punkt mit Erde
     
  5. Jkst

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    Aber das bedeutet ja quasi, wenn ich nur den Potentialausgleich mache, (Kein Schutz mittels RCD) und nun 230 V auf das Rohrnetz bekomme verstehe ich nicht wieso, weil ja dadurch nur das Risiko an andere nicht vom Fehler betroffene Leitungen komme größer wird?
     
  6. #5 werner_1, 09.09.2017
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    Hallo,
    durch den PA werden (z.B.) alle Leitungen untereinander und mit dem Fundamenterder bzw. mit dem PEN des Versorgers verbunden, so dass eine Spannung auf Erdpotenzial gezogen wird.

    Aber bevor du dich mit Elektrotechnik beschäftigst, solltest du erst mal die deutsche Sprache lernen. Lernt man das in der Schule nicht mehr?:
    :roll: :oops: :shock:
     
  7. Jkst

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    Das bedeutet im Fehlerfall fließt die Fehlerspannung in die Erde?
     
  8. #7 werner_1, 09.09.2017
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    Wenns hier schon um E-Technik-Ausbildung geht:
    Eine Spannung fließt nicht. Eine ggf. anstehende Potentialdifferenz (Spannung) wird kurzgeschlossen. Es fließt dabei ein Strom.
     
  9. Jkst

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    Stimmt es denn, dass der Strom in die Erde abfließt
     
  10. #9 Pumukel, 10.09.2017
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    Der Trafo ist über den Betriebserder geerdet . Deine Anlage ist entweder über den PEN (TN-C-Netz) oder bei einem TT-Netz über den Anlagenerder auch geerdet somit besteht eine Leitfähige Verbindung zwischen Anlagenerder und Betriebserder , egal ob diese Verbindung nun aus dem PEN oder eben aus der Erde . Dein Anlagenerder ist an der Haupterdungsschiene (HES) angeschlossen und auch alle Schutzpotentialausgleichsleiter. Somit liegen diese auf Erdpotential.
    Durch die Schutzerdung schaffst du einen Weg vom Trafo zurück zum Trafo über diese Verbindung. Damit ist der Stromkreis geschlossen und ein Fehlerstrom kann auch über die Erde fließen. Das ist die Voraussetzung damit der Schutz durch Abschaltung überhaupt funktionieren kann. Ob die Abschaltung im Fehlerfall nun durch eine Sicherung oder durch einen Fehlerstromschutzschalter erfolgt ist erst mal nebensächlich. Ein Fehlerstromschutzschalter benötigt gegenüber einer Sicherung wesentlich geringere Fehlerströme um rechtzeitig auszulösen.
    Ein Potentialausgleich soll verhindern , das zwischen unterschiedlichen leitfähigen Teilen eine Spannung liegen kann .
    Beispiel die Gasleitung ist nicht in den Potentialausgleich einbezogen , die Wasserleitung dagegen ist es. Nehmen wir an das durch einen Fehler 230V auf die Gasleitung kommen und du die Wasserleitung und die Gasleitung berührst dann hast du zwischen Gasleitung und Wasserleitung eine Potentialdifferenz von 230 V ! Das Verhindert der Potentialausgleich ! Denn Die Potentialdifferenz wird Kurzgeschlossen >>> 0V zwischen Gas und Wasserleitung, aber ändert nichts daran das zwischen der Gas und Wasserleitung nach Erde eine Spannung von 230V liegt. Hier kommt dann die Schutzerdung ins Spiel , die für eine Abschaltung sorgen soll, indem der FI oder die Sicherung auslöst und damit den Stromkreis unterbricht! Die Sicherung oder der FI sollen also verhindern das eine Berührungsspannung bestehen bleibt!
     
  11. Jkst

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    Okay,

    soweit habe ich das Verstanden, weshalb man den Schutzpotentialausgleich macht. Zusammenfassend um den FI im Fehlerfall arbeiten zu lassen.

    Aber der normale Potentialausgleich (Keine verbindung zum PEN) , bei dem ja nur die Rohre miteinander verbunden sind macht für mich immernoch kein Sinn, da ich ja im Fehlerfall die gefährlich Spannung nur auf das gesamte Rohrnetz verteile.
     
  12. #11 werner_1, 10.09.2017
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    Ein PA hat immer an die HES zu erfolgen (Haupterdungsschiene). Somit liegen alle daran angeschlossenen Leitungen und Bauteile auf Erdpotential.
     
  13. elo22

    elo22

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    Es gibt noch andere Schutzmassnahmen.

    Wenn alles ausgeglichen ist gibt es keine Spannung mehr die überbrückt werden kann…


    Lutz
     
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Verständnisfrage Potentialausgleich

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