Stromschlag durch exotische Hausinstallation

Diskutiere Stromschlag durch exotische Hausinstallation im Haustechnik Forum im Bereich DIVERSES; Hallo zusammen, ich wohne gerade in einer Wohnung in China (Neubau 2018, gebaut von Chinas größtem Bauträger) und habe schon gefährliche...

  1. #1 kegelstumpf, 13.09.2019 um 19:21 Uhr
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 14.09.2019 um 23:23 Uhr
    kegelstumpf

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    Hallo zusammen,
    ich wohne gerade in einer Wohnung in China (Neubau 2018, gebaut von Chinas größtem Bauträger) und habe schon gefährliche Bekanntschaft mit der hiesigen Elektroinstallation machen müssen.
    Heute habe ich beim Kochen mit der einen Hand das Edelstahlgehäuse der Abzugshaube und mit der anderen Hand ein Metallteil des Gaskochfelds (dieses hat keinen Stromanschluss aber durch das Metallgehäuse und die integration in die Einbauküche wohl gut geerdet ) berührt und dabei einen ordentlichen Stromschlag abbekommen. Mein Multimeter (Duspol ist bestellt) sagt mir, dass zwischen beiden Punkten eine Spannung von knapp 100V anliegt. IMG_20190913_162012.jpg
    Dann hab ich mir den Sicherungskasten noch mal genauer angeschaut und festgestellt, dass es nur eine Phase gibt, die vor Verteilung entweder mit einer Sicherung (3x16A und 2x20A) ODER mit einem FI abgesichert wird. Eine Leitung geht ohne, dass sie durch einen Leitungsschutzschalter abgesichert ist in die Waschküche und von da weiter in die Küche. Folgende Geräte sind an einer 1,5mm^2 Leitung angeschlossen: Wasserboiler 3kW, Kühlschrank, Elektroherd, Waschmaschine, Spülmaschine, Kaffeemaschine...jedenfalls habe ich mich schon immer gewundert wieso bei gleizeitiger Benutzung keine Sicherung fliegt, sondern nur der FI. IMG_20190913_153259.jpg
    Zurück zur eigentlichen Problematik: eine weitere Messung an der Steckdose ergab L-N 228V, L-PE 68V und N-PE 160V!!!
    IMG_20190913_175759.jpg
    Dann habe ich noch einmal vom Wasserboiler (Metallrohr) gegen eine Eisentür gemessen -> 90V. Wenn ich die Spülmaschine ausstecke sinkt dieser Wert auf 24V, wenn dann noch die Waschmaschine abgesteckt wird auf 7V. Ich gehe mal davon aus, dass sich dieser Wert durch den Innenwiderstand der Geräte ändert (Spannungsteiler). Dass hier an der Verkabelung etwas schief ist und das Konzept des Sicherungskasten mehr als fragwürdig ist steht außer Frage. Da ich mit den Elektrikern der Wohnanlage sehr schlechte Erfahrungen gemacht habe würde ich gerne vorab durch eure Hilfe wissen was sie genau prüfen müssen um den Fehler zu finden und zu beseitigen. Die Ausrüstung für eine Isolationsmessung fehlt mir leider und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die Elektriker hier so etwas haben.
    Ich hoffe ihr habt ein paar gute Tipps!
     
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  3. Pumukel

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    Wenn ich mich nicht sehr täusche sind da FI/LS verbaut.
     
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    Der Fehler liegt ziemlich eindeutig an einem fehlenden PE bzw. fehlendem PA. Zwischen PE und irgendwelchen Leitungen (Gas, Wasser) darf keine nennenswerte Spannung auftreten.
     
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  5. kegelstumpf

    kegelstumpf

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    Dass es kombinierte LS/FI gibt war mir nicht klar. Wieder was dazu gelernt. So exotisch ist es dann ja gar nicht;). Das mit dem fehlenden PE hatte ich auch in Betracht gezogen aber dann muss doch auch noch ein Gerätefehler vorliegen, oder?
     
  6. werner_1

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    Nicht unbedingt. Viele Geräte haben im Eingang s.g. "Y-Kondensatoren", die einen kleinen Ableitstrom gegen PE haben. Das reicht für die geschilderten Phänomene aus, ist aber noch nicht gefährlich. Aber es kann durch den fehlenden PE schnell gefährlich werden.
     
  7. Pumukel

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    Hier fehlt aber der Schutzleiter PE nicht und ob da ein funktionierender Schutzpotentialausgleich PA überhaupt existiert kann keiner von uns sagen. Nur soviel dazu würde der funktionieren gäbe es keinen Potentialunterschied , den gerade das soll der Potentialausgleichsleiter erreichen.
     
  8. werner_1

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    Hier ist ein ge/gn Draht vorhanden; aber ob das ein PE ist...... :oops:
     
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  9. Pumukel

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    Davon gehe ich mal sehr stark aus bei FI/LS !
     
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    schau mal hier [hier klicken]. Vielleicht ist dort etwas brauchbares dabei.
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  11. Octavian1977

    Octavian1977 Moderator

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    Die Fehler können sehr vielfältiger Natur sein, es ist auch durchaus denkbar, daß der PE zwar vorhaden ist aber die Gesamtanlage gar keinen Erder oder einen nicht funktionierden Erder hat.
    Defekte Geräte können dann eine Spannung auf den PE geben die nicht abgeführt wird oder eben in zu geringem Maße um den FI aus zu lösen.
    Selbst ohne defekte reicht allein die Kapazität der Leitung aus um auf den PE eine Spannung zu übertragen.

    Wenn selbst im Sicherungskasten kein funktionsfähiger Schutzleiter vorhanden ist wird es schwer die Probleme zu beseitigen.

    Mess mal in Deinem Kasten ob da die Spannungen stimmen.
    Wenn Du "Glück" hast fehlt einfach nur an den Geräten der PE Anschluß mit etwas mehr Pech liegen nur 2 adrige Leitungen und kannst diese zur Beseitigung der Probleme gegen dreiadrige tauschen.
     
  12. creativex

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    Als ich mal in China war habe ich mal gesehen dass dort einzelne Häuser (blocks) von einem Relativ kleinen Transformator versorgt wurden. Auf die frage wieso nicht alles mit einem hab ich die antwort bekommen dass es sich jeweils um ein IT netz handelt. Natürlich weiss ich nicht in wie weit diese Vorgehensweise in China verbreitet ist. Möglicherweise war es ein Einzelfall.

    Deshalb kann man villeicht sagen dass es sich um ein zu groß geratenes It netz handelt
     
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